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Aufhellblitzen, Stimmungsblitzen und Gegenlichtblitzen: Drei Begriffe, die immer wieder zu lesen und zu hören sind und von vielen bewusst oder unbewusst wahrgenommen werden. Aber:

  • Aber wer nutzt diese Möglichkeit?
  • Wer kennt die Grundregeln?

fujix100_aufhellblitz05Der Fokus in diesem Artikel liegt auf der einfachen und wichtigsten Grundlage der Blitzfotografie

  • „Die Steuerung der Lichtmenge

Im Anschluss folgt die Beschreibung der Blitzsituation „Aufhellblitzen“, am Beispiel der Fuji X100 mit integriertem Blitz und alternativ, die Variante für alle Besitzer des Fuji Blitz EF-20.

Im nächsten Beitrag werde ich dann auf die kreativen Möglichkeiten eingehen und ein einfaches „Blitz-Kochrezept“ präsentieren.

Im Fokus meines Artikels steht die Retro-Kamera Fuji X100 in der „Limited Edition“. Sie enthält, neben einer schicken Lederhülle, auch den in meinen Beispielen genutzten Fuji Blitz EF-20. Im Wesentlichen ähnelt sie einer klassischen Reportagekamera mit 35mm Objektiv als Festbrennweite und leistet mir gute Dienste als Streetkamera.

Belichtungsmessung von „Umgebungslicht“ und „Blitzlicht“

Kenntnisse über Belichtungsmessung sind entscheidend, um zu verstehen, wie eine Kamera die Belichtung dieser beiden Lichtarten ermittelt und anschließend zusammenführt.
Vereinfacht beschrieben berechnet jede automatische Belichtungsmessung moderner Kameras zwei Belichtungswerte:

  • Messwert für das normale, vorhandene Umgebungslicht
  • Messwert zur Bestimmung der benötigten Lichtmenge für das Blitzgerät

fuji_x_ef_20Der Einfachheit halber beziehe ich mich hier auf nur eine Belichtungsart, die „Programmautomatik P“. Zur Belichtungsmessung greife ich auf die „Mehrfeldmessung“ bzw. „Matrixmessung“ zurück.
Hintergrund zur Wahl der „Mehrfeldmessung“ ist die kameraintern gesteuerte Balance der Lichtarten (Umgebungslicht, Blitzlicht). Dadurch wird eine ausgewogene Lichtsituation, z.B. Stimmung bei Kerzenschein, erfasst und umgesetzt.

Die Kenntnis von drei entscheidenden technischen Merkmalen des eigenen Foto-Equipments sind ebenfalls hilfreich:

  • Blitzsynchronzeit: Max. Belichtungszeit, die der Kameraverschluss leistet. Da die Fuji X100 über einen Zentralverschluss verfügt und mit allen Belichtungszeiten blitzen kann, erläutere ich diesen Punkt hier nicht weiter.
  • Blitzbelichtungsarten: „Erzwungener Blitz“ bedeutet der Blitz ist dauerhaft zugeschaltet um die Umgebung aufzuhellen (z.B. Aufhellblitz bei Sonnenlicht) ; „Langzeit-Synchronisation“ bedeutet das Blitzlicht wird erst am Ende der Belichtungszeitzeit der Kamera ausgelöst (z.B. bei Nachtaufnahmen mit geblitztem Vordergrund)
  • Belichtungskorrekturen der Blitzleistung und +/- Korrektur an der Kamera. Mit diesen beiden Optionen zur Veränderung der Messwerte kann das Verhältnis von Umgebungslicht und Blitzlicht aktiv gesteuert werden.

 

Aufhellblitzen mit integriertem Blitz und EF-20

Auf Grund des Zentralverschlusses, über den die Fuji X100 verfügt, sind Blitzzeiten beim Aufhellblitzen von bis zu 1/2000 Sek. möglich (interner und externer Blitz) – ein entscheidender Vorteil bei hellen Umgebungen, wie wir sie im Urlaub oder auf Reisen häufig vorfinden.
Beim „Aufhellblitzen“ nutze ich generell an der Fuji X100 die Blitzbelichtungsart „Erzwungener Blitz“, die es mir erlaubt den Anteil des Blitzlichtes bewusst zu steuern.
Um eine dezente, ausgewogene Belichtung beim Aufhellen von Schattenbereichen zu erreichen, reduziere ich die Blitzleistung im Aufnahme-Menü der X100 unter dem Punkt „+/- Blitz“ auf „-2/3“ Blendenstufen. Die volle Leistung wirkt zu stark und ähnelt dem bekannten „Tot-Blitzen“, die natürliche Lichtwirkung geht verloren. Weitere Korrekturen der Gesamtbelichtung des Bildes, nehme ich bei Bedarf am „Belichtungs-Korrekturrad“ der Fuji X100 vor.

 

Aufnahme mit Blitz EF-20 indirekt geblitzt
Aufnahme mit Blitz EF-20 indirekt geblitzt
Aufnahme ohne Blitz
Aufnahme ohne Blitz

 

Das Beispielbild mit Blitz zeigt eine deutlich höhere Helligkeit des einfallenden Lichtes (ca. 6-7 Blendenstufen Differenz), als das Originalmotiv.
Das Problem beim fotografieren ohne Blitz ist leicht erkannt:

  • Bei Belichtungsmessung in den hellen Bildpartien (am Fenster) wird das Motiv im Vordergrund unterbelichtet.
  • Bei Messung auf die dunklen Bildpartien, wird das Licht am Fenster viel zu hell – das Bild ist überbelichtet.

Die Mehrfeldmessung der Fuji X100 ist bestrebt diesen Kontrastumfang durch den integrierten „intelligenten Chip“ auszugleichen, aber dies gelingt leider bei keiner Kamera wirklich zufriedenstellend. Hier hilft nur eine zusätzliche Lichtquelle, in meinem Bsp. der Blitz, um eine ausgewogene Belichtung zu erreichen.

Die Blitz-Einstellungen an der Fuji X100

Hinweis: Die folgenden Werte gelten nicht für Makroaufnahmen, da auf Grund der Blitzposition mit „Abschattungen“ im Bild zu rechnen ist.

  • Blendenring: Position A (Programmautomatikeinstellung am Objektiv)
  • Zeitenwahlrad: Position A (Programmautomatikeinstellung am Zeitenwahlrad)
  • Belichtungsmessung: Position „Mehrfeldmessung“ „Mehrfeld-, Matrixmessung“ (meine Wahl)
  • Blitzmodus: „Erzwungener Blitz“ um die Lichtmenge aktiv zu gestalten
  • Rote-Augen-Korrektur: Im Aufnahme-Menü ausschalten – der Vor-Blitz zur Pupillenverkleinerung ist bei viel Umgebungslicht nicht erforderlich, dies ist nur in sehr dunklen Umgebungen hilfreich
  • Blitzleistung: Korrektur um „-2/3“ im Aufnahmemenü einstellen – um „Totblitzen“ zu vermeiden
  • ISO-Einstellung: 200, 400 oder 800, je nach Umgebungslicht (ISO-Automatik bis max. ISO 800 und max. 1/30 Sek.)
  • Belichtungskorrektur: Nach pers. Bildvorliebe (siehe Bild-Beispiele)

Zusätzliche Einstellungen an der Fuji X100 mit Aufsteck-Blitz z.B. EF-20:

  • Das Blitzgerät EF-20 verfügt über eine „Streulichtscheibe“ die herunter geklappt werden kann. Dies ist in meinem Beispiel erfolgt, da die Blitzausleuchtung weicher und angenehmer wird. Die Folge ist eine etwas kürzere Blitzreichweite durch die größere Streubreite des Blitzlichtes (Weitwinkel-Effekt)

Hinweis: Bitte keine weitere Blitzkorrektur am Blitzgerät EF-20 vornehmen, da sich die in unserem Beispiel eingestellte Blitzleistungs-Korrektur von „-2/3“ auch auf das Fuji Blitzgerät auswirkt. Eine weitere zusätzliche Korrektur am Blitzgerät wird addiert.
Beispiel: Intern: „-2/3“ am Blitzgerät: „-1/3“ ergibt eine Gesamtreduzierung der Blitzleistung von einer Blendenstufe.

 

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About The Author

Leon Baumgardt ist studierter Photoingenieur und leidenschaftlicher Hobbyfotograf. Er ist Redakteur für das Systemkamera-, Fuji- und das Leica-Blog.

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