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Vorbemerkung: Die Fuji X-Pro2 scheint ein gewisses Etwas zu haben. Alleine in den 3-4 Wochen habe ich mich mit einer Vielzahl von  Profifotografen aus verschiedensten Bereichen (Tagespresse, Industrie, Reportage) unterhalten, die alle von Canon und Nikon Profi-DSLR-Systemen mehr oder weniger komplett auf Fuji X umgestiegen sind. Christian Ahrens haben wir schon in einem eigenen Beitrag vorgestellt, jetzt schildert uns Bertram Solcher seine Erfahrungen beim Umstieg von Nikon auf Fuji X. Bertram ist nicht irgendwer: Er fotografiert seit 25 Jahren professionell (Hier Beispiele auf seiner Website), wird von der Agentur LAIF vertreten, war Vorsitzender von FREELENS und ist Autor des Buchs „Der Leica M Photograph“. Hier sein Bericht:

Der erste Monat mit Fuji X-Pro2 und X-T1

Dass Amateur-Fotografen von einem System zum nächsten wechseln, liest man in Kamera-Foren immer wieder, das scheint nichts Besonderes zu sein. Wenn Profi-Fotografen ihr System wechseln, dann hat das einen etwas anderen Stellenwert, das Wohl und Wehe des Profis ist entscheidend von der Kameraausrüstung abhängig.

Als Profi hat man zwei Möglichkeiten:

  1. Man kann sich vorsichtig an ein neues System herantasten und das alte System langsam auslaufen lassen.
  2. Oder man kann von einem auf den anderen Tag einen Schnitt machen und umsteigen.

Ich habe den zweiten Weg gewählt und bin von einem auf den anderen Tag von einem DSLR Vollformatsystem auf Fuji X Pro2 und XT1 umgestiegen.

Über mich

Mein Name ist Bertram Solcher, ich bin studierter Humanmediziner und fotografiere seit ca. 25 Jahren professionell. Ich habe mir bereits Teile meines Studiums mit Fotografie für regionale und überregionale Tageszeitungen und nationale und internationale Magazine finanziert. Nach dem Studium habe ich mich weiter in der journalistischen Fotografie getummelt, habe aber auch zunehmend für Firmenkunden gearbeitet.

Heute betreue ich viele unterschiedliche Firmen bei ihrer Außendarstellung, mit einer Spezialisierung auf die Gesundheitsbranche. Hier meine Homepage: http://www.medizinphoto.de. Ich bin in ganz Deutschland und Teilen Europas unterwegs. Ich werde von der Agentur LAIF repräsentiert, bin Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie und war langjähriger Vorsitzender der Fotografenvereinigung FREELENS.

Warum von Nikon D4 auf Fuji X Pro2 wechseln?

Wie kommt man nun als langjähriger Nikon-Fotograf auf die Idee, von einer Nikon D4 auf eine Fuji X Pro2 zu wechseln?

Mich nervte seit einiger Zeit das Gewicht und der Umfang meiner Nikon-Ausrüstung massiv: Kamera, die drei Standardzooms, Blitze und ein paar weitere Notwendigkeiten füllten eine schon ziemlich große Tasche. Wollte ich nun auch noch zwei oder drei lichtstarke Festbrennweiten mitnehmen, musste ich eine noch größere und unhandlichere Tasche mitnehmen. Unbefriedigend, nicht nur im Handling, sondern auch für die Gesundheit – Berufskrankheit Wirbelsäule.

Wie oft haben wir Profis versucht, mit Nikon und Canon darüber zu sprechen, dass wir nicht alle für Nachrichtenagenturen arbeiten und wir uns dringend kleinere und leichtere Kameras mit kleineren aber hochwertigeren Objektiven wünschen würden. Meistens bekamen wir dann die Antwort, dass das im Vollformat nun mal nicht möglich sei.

OP an einer Hamburger Klinik
OP an einer Hamburger Klinik

Schritt 1: Spiegellose Systemkameras als Zweit- und Drittkameras

Nun gut. Als Fotograf muss man sich nicht nur um seine Bestandskunden kümmern, neue Kunden akquirieren, Themen finden, Themen erkennen, neue Bildsprachen finden, man muss sich außerdem um neue Präsentationsformen, sei es im Internet oder im Print oder auf Social Media Plattformen kümmern und man muss technisch auf dem neusten Stand sein. So ist mir der Trend, wieder kleinere Kameras zu bauen, nicht verborgen geblieben. Ich habe Kameras von Panasonic und Olympus besessen, ich habe eine der ersten Fuji X 100 in Deutschland gehabt, aber es waren immer die Zweit- und Drittkameras und ich wäre nie auf die Idee gekommen, diese ausschließlich zu nutzen.

Schritt 2: Leica M9 , M240 und Leica Q

Dann kam Leica mit der M9. Ich muss dazu sagen, dass mich Leica M Kameras seit 40 Jahren begleiten und ich diese Kameras einfach liebe. Die M9 habe ich dann auch zunehmend für Kunden eingesetzt, ich habe das System dann mit einer M240 aufgestockt und mir im letzten Jahr eine Q gekauft. Die Leica Q hat mir dann auch die Augen für die Vorteile des EVF geöffnet. So einfach kann Fotografieren sein.

Schritt 3: Fuji X-T1 – mit Bedenken…

Trotzdem habe ich auch immer wieder über den Nikon-Leica-Tellerand geblickt und da war immer wieder Fuji mit grandios aussehenden Kameras, die sich gut anfühlten und einer Objektivpalette, von der ich bisher nur träumen konnte. Ich habe mich im letzten Jahr mit Fuji in Verbindung gesetzt und darum gebeten eine XT1 mit ein paar Festbrennweiten ausprobieren zu dürfen. Wenige Tage später hielt ich Gehäuse und zwei Festbrennweiten in der Hand und war enttäuscht. Vielleicht doch zu klein, was sollen die Kunden denken, kein zweiter Kartenschacht, was wenn eine Karte abraucht, kein Blitzsystem, wie soll das denn gehen. Aber die Bilder waren toll, leider nur mit 16 MP. Spätestens da fiel mir auf, dass ich nicht ganz rund lief – nur 16 MP – die Nikon hingegen hatte nämlich ausreichende 16 MP. Aha. Es hatte sich übrigens in den letzten Jahren kein Kunde über zu kleine Datenmengen beschwert und das größte Bild war immerhin eine Messestandbebilderung von 6 x 9 m Größe aus einer Nikon D3 mit 12 MP gewesen. Trotzdem, auf den zweiten Kartenschacht wollte ich aus Sicherheitsgründen nicht verzichten.

OP an einer Hamburger Klinik
OP an einer Hamburger Klinik

Der entscheidende Schritt: Fuji X Pro2

Dann wurde die X Pro2 vorgestellt, die hatte nun – bis auf das Blitzsystem – alles, was ich vermisst hatte und noch viel mehr. Ich habe dann noch ein paar Wochen überlegt, ich habe mit einigen Kollegen gesprochen, die den Wechsel schon vollzogen hatten oder den sanften Weg gewählt hatten. Den letzten Ausschlag aber hat ein Satz des berühmten Fotografen F. C. Gundlach gegeben: Gundlach soll sich irgendwann einmal dazu geäußert haben, warum er von den damals üblichen Großformatkameras auf die Leica gewechselt hätte. Seine Aussage war:

Wir Fotografen haben damals den Mut gehabt die Leica, entgegen allen Ratschlägen aus den Redaktionen, in der Modefotografie einzusetzen und mit der neuen Technik Schnelligkeit und Leben in die Mode zu bringen. Wir Fotografen haben die Modefotografie revolutioniert und nicht die Redaktionen, die haben nur reagiert.

Was macht den Profi-Fotografen aus?

Was macht denn nun einen Profi-Fotografen aus, der dicke Profi-Bolide, oder die professionelle Herangehensweise an eine Aufgabe, um diese in der bestmöglichen Weise für den Auftraggeber zu lösen? Nachdem ich diese Frage dahingehend für mich beantwortet hatte, dass eine Profi-Kamera heutzutage keinen Spiegel mehr braucht, ein EVF ganz, ganz viele Vorteile und kaum noch Nachteile hat und ich mir auch darüber im Klaren war, dass für mich kein schleichender Übergang in Frage käme, habe ich die Nikons verkauft und mir eine komplette Fuji Ausrüstung, mit derzeit zwei Gehäusen, drei Zoomobjektiven und fünf Festbrennweiten gekauft.

Fazit: Vor- und Nachteile der X Pro2

Ich habe nun den ersten Monat mit einer ordentlichen Anzahl von unterschiedlichsten Terminen und ungefähr 6000 Bildern hinter mir:

  • Ich habe in OP Sälen fotografiert
  • Ich habe mit der mobilen Studioblitzanlage Porträts gemacht
  • Ich habe eine Reportage unter Available Light Bedingungen gemacht
  • Ich habe Makro Aufnahmen für einen Klinikkonzern erstellt und
  • Ich habe Urologen in Praxis und Klinik begleitet.

Niemand hat sich über eine unprofessionelle Kamera beschwert, im Gegenteil: Die Fuji X Pro2 hat viel Interesse generiert, die Bilder sind von einer außergewöhnlichen Qualität und Brillanz und die Schärfe ist überragend. Ich habe bei den Reportagen ausschließlich mit Festbrennweiten gearbeitet und das meist auch noch bei offener Blende. Dank des Joysticks bei der X Pro2 lässt sich das Autofokusfeld so präzise positionieren, dass ich auch bei dem 56mm/1.2 nahezu keinen schärfebedingten Ausschuss produziert habe.

Geblitzt habe ich mit Nissin i40 Blitzgeräten, allerdings bis jetzt nur über die Funkauslöser von Yungnuo und das hat erstklassig geklappt.

OP an einer Hamburger Klinik
OP an einer Hamburger Klinik

Nachteile? Kaum, bis jetzt überwiegen eindeutig die Vorteile. Ach, das hatte ich übrigens noch vergessen, die Kamera kann lautlos auslösen, ein Wahnsinns-Feature! Zwei Dinge stören mich ein wenig: das Belichtungskorrekturrad auf der Kamera verstellt sich zu schnell und wenn man blöde an die DRIVE-Taste kommt, befindet man sich auf einmal in irgendeinem dusseligen Kreativprogramm, das ist ziemlich doof.

Was soll ich sagen, ich bin mit meiner neuen Ausrüstung sehr, sehr glücklich und ich kann jetzt auch mal wieder mit der Bahn zu einem Termin fahren und habe trotzdem zwei Gehäuse, zwei Zomms, vier Festbrenweiten, drei Blitze, vier Funkauslöser, Akkus, Filterfolien und anderen Kleinkram in meiner alten Domke Tasche über der Schulter hängen. Fantastisch!

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21 Comments

  1. Fuji wuppt das!

  2. Ich bin vor fünf Jahren von einer kompletten NIKON D700 Ausrüstung auf eine Leica M9-P mit einem einzigen Summicron 1:2/35mm Objektiv umgestiegen. Es hat einige Zeit gedauert, aber dann hatte ich verstanden, wie man mit Sucherkameras fotografiert. Die ursprüngliche – nach 35 Jahren verloren gegangene Leidenschaft – kam wieder zurück. Mittlerweile fotografiere ich mit der LEICA Q und der LEICA SL mit M Objektiv. Die Fuji X-Pro 2 habe ich allerdings im Auge……….

  3. Danke für den Bericht. Ich stehe ebenfalls gerade vor der Entscheidung, eine Sony alpha 6000 meiner Ausrüstung hinzuzufügen. Den radikalen Schnitt möchte ich (noch) nicht machen.

    Aber was ist das für eine Kamera, die noch Motivprogramme hat? Da lernen die Hersteller einfach nicht dazu. Vor allem, wenn man, wie Du schreibst, versehentlich schon mal in den Bereich Motivprogramm wechselt.

  4. Nun, das mit der Bildqualität und den Details stimmt bei den fuji-Kameras sicherlich. Alles auf technisch und rechnerisch ganz hohem Niveau und zur Sterilität eines OPs passt das hervorragend. Seit einigen Jahren nutze ich die XE1 und X-Pro 1, die Xpro2 hatte ich auch kurzfristig und fand die Detailvielfalt toll, aber immer wieder bleibe ich hängen und denke mir, irgendetwas ist falsch; trotz vieler verschiedener Einstellungen und und und. Es fehlt den Bildern der Zauber, den etwa eine Nikon D700 zustande bringt. Dies entdeckte ich wieder, nachdem ich meine Nikon einem Freund geliehen und dann gesehen hatte, welch schöne Bilder zustande gekommen waren. Wenn ich auch nicht jede einzelne Hautpore sehe. Jede Kamera hat ihre Berechtigung, das war schon früher so, aber für Landschaften, Natur und gefühlvolle Menschenaufnahmen bin ich wieder zu meiner D700 zurückgekehrt. In der Stadt und für technische Dinge die fuji Xpro. Niemals ausschließlich, aber ich will auch keine OPs oder medizinischen Instrumente fotografieren. Eher würde ich gerne einmal die neue Pentax k1 ausprobieren.

  5. Selbst vor 2 1/2 Jahren von Nikon Vollformat auf Fuji gewechselt. Auch wenn es ein paar Kleinigkeiten gibt die etwas nerven, liebe ich das System. Als Portraitfotograf fotografiere ich gern Offenblende, mit 1/32000 Sek. geht das auch bei Sonne 🙂

  6. Ja, und bei den domke-Taschen stimme ich überein. Das sind einfach die besten, egal ob mit Fuji, Nikon, oder Pentax

  7. Ich habe den kompletten Wechsel von Nikon FF auf Fuji bereits vor einem Jahr radikal vollzogen, und ich habe die DSLR´s keine Sekunde vermisst. Auch das umfassende Nikon CLS (Blitz)-System fehlt mir nicht. Mehrere Yongnuo 560 III mitsamt Commander und ein Godox Witstro 360 liefern mir mobiles Licht. Meinen Job machen jetzt die Pro2, X-T1 und selbst die „kleine“ X-T10 ist oft mit dabei. Nur 4 Festbrennweiten (18, 23, 35, 56mm) und die Zooms 10-24 und 50-140 sind meine Linsen. Bei Reise-Reportagen und Events greife ich gerne zur X100T. Meine einzige „Fremdknipse“ ist eine Leica Q…

  8. Ich bin in der Patientendokumentation einer Kieferchirurgischen Klinik tätig und habe seit einiger Zeit Probleme mit den Ellbogen,da ich die schwere Nikon mit 120mm Objektiv und Ringblitz mit einer Hand halten muss (der Mundspiegel in der anderen..) bei ca. 30 Patienten am Tag geht das ganz schön in die knochen… Deshalb finde ich diesen Beitrag sehr interessant!!! Kann ich an die Fuji ein Ringblitz anbringen? Dann wäre das eine Alternative die ich mal mit meinem Chef besprechen sollte 🙂

    • @Sibylle
      Klar geht das auch bei Fuji. Es gibt eine Fülle von Ringblitzen, meist von Chinesischen Herstellen, die sich hier einsetzen lassen. Natürlich nur mit manueller Einstellung und nicht per TTL. Das ist aber kein Hexenwerk, zumal TTL völlig überbewertet wird.

  9. @Uli
    Danke, Ich arbeite sowieso außschließlich im M Modus da ttl über den Spiegel oft ungenau ist…. Bei M weiß man was man hat 🙂

  10. So wie bei mir, nur das ich viele Jahre mit der Canon-Welt gelebt habe.

    Ich arbeite im Bereich Marketing und Multimedia und Fotografie gehört dazu. Beruflich und auch privat.
    Zwei Canon-Gehäuse und sechs Objektive – Zoom und Festbrennweiten – uffff! Groß und schwer!
    Ich wollte davon weg und liebäugelte auch mit Leica. Für der Erlös aus den Canon-Verkäufen wollte ich eine gebrauchte M-240 mit 2-3 Objektiven zu kaufen.
    Ha, das Geld reichte dafür nicht. 
    Ich wurde auf Fuji aufmerksam. Von den hervorragenden – und leichten – Objektiven hatte ich schon viel Gutes gehört.
    Seit Jahresbeginn nutze ich zwei Gehäuse und einige Objektive.
    Die X-Pro 2 ist die erste Kamera bei der ich schon nach ein paar Tagen wusste das sie meinen Vorstellungen entspricht.
    Begeisterung und Zufriedenheit wachsen mit jedem Tag.
    Als „Backup“ nutze ich die X-T 1. 
    Erst heute kam ein Hexanon AR 40mm/f 1.8. Ich hatte einiges darüber gelesen.
    Mit dem Adapter von Kipon und der alten eckigen Konica-Gegenlichtblende macht es wirklich Spaß.

  11. Ja, auch von mir viel Zustimmung. Das X-System ist im Laufe der Jahre zu einer sehr ernsthaften Alternative für Berufsfotografen (und natürlich auch für Künstler, Amateure und Freaks) herangereift. Es ist wirklich ein SYSTEM, das zudem von Leuten gestaltet wird, die recht nah am Wesen der Fotografie zu sein scheinen! Ich habe Freude daran und bin gespannt, wie sich die Dinge weiter entwickeln.

    Meine Erfahrungen mit dem X-System und speziell mit der X-Pro2:
    https://beruffotograf.wordpress.com/category/fujifilm-x-pro2-projekt/

    Viele Grüße
    Christian

    http://www.ahrens-steinbach-projekte.de

  12. Auch wenn es haarscharf am Thema Fuji vorbei geht 😉
    Als Fotograf von Kindesbeinen an bin ich mit dem EOS System großgeworden. 2012 habe ich dann die OM-D kennen gelernt und war anfangs sehr skeptisch. Zu klein, zu… komisch :-D. Ich tat mich schwer damit zu arbeiten, war ich doch die EOS 5D und meine geliebte 1D MkIII gewohnt, richtige Klopper dagegen.
    Ende desselben Jahres bat mich ein befreundeter Lektor vom Verlag Pearson Photo ein ausstehendes Kamerahandbuch für die Lumix G5 zu schreiben. Ein Autor hatte den zweiten Abgabetermin verpasst und das Buch war schon vorbestellt. Ich hatte nur sechs Wochen Zeit. Da musste ich mich notgedrungen mit so einer Kleinen intensiver auseinander setzen 🙂
    Drei Tage schlich ich um das Teil rum wie die sprichwörtliche Katze um den heißen Brei. Dann ging ich es an – und war begeistert! Gut, ein Einsteigermodell. Das Gehäuse aus Plastik, das damals noch ungewohnte Schwenk-Display, die kleinen Tasten. Aber leicht wie eine Feder und erstaunlich leistungsfähig. Party-Fotos mit ISO 3200? Kein Problem! Das Touch-Display? Liebe auf den ersten Blick! Über Kopf Konzerte fotografieren war so einfach wie nie. Und sie passte in meine Aktentasche!

    In 2013 -die Pana war schon lange wieder beim Verlag- kam das Angebot von Olympus, bei der Einführung der OM-D E-M1 mitzuwirken. Drei Tage, fünf Workshops mit insgesamt 75 Teilnehmern, das war ein Hammer-Wochenende! Langzeitbelichtungen als Lightpainting mit Wunderkerzen (erdacht und durchgeführt vom großartigen Jens Werlein von der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd), ein gemeinsamer Videodreh mit 65 (!) Kameraleuten und High Iso Konzertfotografie. Wir hatten echt vier Rock- und Elektrobands, die drei Tage lang durchgespielt haben! Rock’n Roll, Babes 😉
    Warum diese Themen? Weil diese ganzen Systemkameras nicht nur durch tolle Technik und feine Bilder glänzen, sondern vor allem durch so unglaublich innovative Ideen. LZB bei der man zusehen kann wie das Bild entsteht, noch während der Aufnahme? Vorher undenkbar! Ein 5-Achsen-Stabilisator, mit dem (nicht nur) Videoaufnahmen aus der Hand nahezu ruckelfrei in den Kasten kamen? Mit reinem Objektiv-Stabi unmöglich. Und Konzerte mit brauchbaren ISO 6400 zu fotografieren war auch nur den größten Boliden der DSLR-Oberklasse vorbehalten. Bis dahin, zumindest.
    Von Fernsteuerung via Wifi (inkl. Zoom) und Features wie der intelligenten Langzeit- und Mehrfachbelichtung will ich gar nicht reden, das führt hier zu weit.

    Die Geräte musste ich direkt zum nächsten Workshopleiter weiterschicken, aber es war klar dass dieses Event meine Einstellung zu den Sytemkameras intensiv verändert hat.
    Später überzeugte mich dann noch etwas ganz anderes: Der Service!
    Die nachfolgenden Modelle hatten viele weitere Features, wie z.B. die Korrektur stürzender Linien direkt in der Cam. Was immer davon auch bei den älteren Cams technisch möglich war wurde rückwirkend den Vorgängermodellen per Firmware-Update verpasst. Nicht nur Bugfixes, wie bei den anderen Herstellern, sondern echte Neuerungen! Meine EM-1 bekam zum Beispiel auch den lautlosen Verschluss, für den ich heute z.B. bei Hochzeiten immer noch auf Knien dankbar bin! Tatsächlich schreibe ich diesen Beitrag direkt nach so einer Hochzeit. Der Pfarrer fragte mich vorhin ob ich denn gar keine Bilder gemacht hätte. Die anderen Fotografen habe man immer durch die ganze Kirche gehört 😉
    Klack. Klack. Klack.
    In Zeiten deutlich kleinerer Gemeinden in diesen akustisch perfekt optimierten Kirchenschiffen ein immer auffälligerer und störender Faktor. Bei mir nicht mehr. Danke!
    Und wo wir schon beim Thema Hochzeiten sind: Ich habe bemerkt dass meine Anwesenheit als weniger störend empfunden wird als noch zu Zeiten der dicken Boliden: Die Gäste verhalten sich anders wenn man sie mit einer smarten DSLM fotografiert, als wenn ihnen so eine 1D mit 70-200 2,8 ins Gesicht gedrückt wird 😉 Ich wirke eher wie der dicke Onkel von der anderen Familie den man noch nicht kennt, als wie ein zugekaufter Dienstleister. Meiner Professionalität tut das keinen Abbruch, meine Autorität als DER Foto-Chef im Ring wird dadurch nicht in Frage gestellt. Das ist eine Sache des Verhaltens und der Absprache, nicht des technisch unterstützten Egos. Und ganz bestimmt nicht eine der dickeren Kamera.
    Die Oly-Familie hat jetzt einen bildschönen Nachwuchs bekommen (die Pen F), mit der auch endlich das leidige Thema 16MP der Vergangenheit angehört (20+MP). Das lässt mich auf die nachfolgenden OM-Ds hoffen. Aber auch die 16MP sind mehr als genug, habe ich doch einige meiner international erfolgreichsten Bilder mit 6 – 8 MP geschossen 😉 (EOS 300D, 10D, 20D, 30D).
    Kurz und gut (haha), ob nun Oly, Pana, Fuji, Sony, Samsung (noch :'( ), das ist Sache des persönlichen Geschmacks und Anspruchs. Den Systemkameras gehört die Zukunft! Von Canon und Nikon bin ich diesbezüglich schwer enttäuscht und spreche ihnen aus meiner Warte jede Zukunftsfähigkeit ab.

    Vieleicht sei mir noch ein Nachsatz erlaubt: In meinen Einsteigerkursen, die mittlerweile zu über 70% von weiblichen Teilnehmern besucht werden, nehmen unter den mitgebrachten Kameras die Systemkameras mittlerweile fast 50% ein. Und niemandem der damit startet ist es beizubringen, für weniger Leistung viel größere, schwerere und unhandlichere Geräte zu benutzen. Die Zeit der Pixelpieper und 300%-Schärfefanatiker scheint endlich vorbei zu sein. Das freut mich sehr, denn jeder der mich kennt weiß dass ich das Motto pflege: Das Bild entsteht im Kopf, nicht in der Kamera.

    Danke für Eure Zeit 😉

  13. Welche Yungnuo’s genau funktionieren mit Fuji und Nissin i40?

    • Hier noch einmal meine Frage, Bitte:
      Welche Yungnuo’s genau funktionieren mit Fuji und Nissin i40?
      Dank im Votaus für die Antwort/en

  14. […] Source: Bertram Solcher: Umstieg von Nikon D4 auf Fuji X Pro2 […]

  15. Hallo !

    Auch ich bin von einer Nikon D800 samt Zoomobjektiven und Festbrennweiten auf das X-System umgestiegen. Als Semi – Profi bereue ich diesen Schritt bis Dato keinen einzigen Tag ! Die Qualität der Fotos sind in jedem Bereich der Hammer. Alleine wenn man die RAW Files einer D800 mit denen der X-Pro2 vergleicht, wird man feststellen das sie zum 1. bei weniger MP die größeren Dateien produziert 🙂 und zum 2. der Dynamicumfang gewaltig ist !

  16. eine nette story. verständlich wegen größe und gewicht was anderes zu suchen. und doch geht der trend gerade wieder in die andere richtung. physik läßt sich nicht vera…. alles ist ok, solange man mit der DOF zufrieden ist, aber das scheint anscheinend nicht der fall zu sein, MFT geht in richtung f1.2 von fuji gibt es rumors mit f1.0, und am ende ist man größer und schwerer und vor allem teurer als bei der guten alten dslr.
    die neie leica mal als negativ beispiel nehmend, alle schwärmen von dem handling, die sony gm linsen sind auch alle größer und schwerer als die sony zeiss dslr linsen. ich sag mal horses for courses, und noch haben alle systeme, die dslr ist ja auch eine systkamera, ihr berechtigung.

  17. Gut, dass das jeder selbst entscheiden kann und eine Entscheidung für eine FUJI eine im Wesentlichen gute Entscheidung ist.

  18. Moin Moin,
    danke fuer Dein Statement. Ich stand, nachdem mich ein traumatisches Erlebnis, meines kompletten Selbtsbewussteins in 2013 beraubt hatte, ich dachte dass ich als Berufsfotograf nie wieder vor Menschen stehen koennte, nach langer Arbeit an mir selbst, Ende vergangenen Jahres davor, komplett von Nikon zu Fuji zu wechseln. Meinen Profibody damals, die D4, hatte ich verkauft, die Objektive und all das Nikon Zubehoer, verstaubten im Schrank. Ich lieh mir eine XT1 fuer diverse Shottings, und , war nicht begeistert, bis hin dass meine Studioblitzanlage mit ihr nicnt ausloeste. Begeistert hat mich das geringe Gewicht, das Design gefaellt mir nicht, aber das muss es nicht, doch die Option lautlos zu fotografieren,klasse. Ich entschied mich, um keinen Fehler zu machen, dafuer in eine Nikon D5 zu investieren. Ja, sie ist schwer, aber tut das was ich will ohne zu murren. Fast ein Jahrzehnt nutzte ich die Fuji s3pro, eine Nikon mit Fujitechnologie, als primaere Portrait und Studio kamera, und das nur des Sensors wegen.
    Vielleicht werde ich auch eines Tages den Schritt wagen, weg von Nikon, was hab ich schon wirklich von einem NPS Satus, hin zu einer anderen, evtl. sogar Fuji Marke.
    Heute durfte ich bei Calumet in Duesseldorf, die xpro2 und vorgestern in Graphit hier in Bonn in den Haenden halten. Lange hatte ich nicht mehr dieses Gefuehl, welches ich als Teenager und leidenschaftlicher Amateur, empfand, ein Gefuehl eine Kamera nicht mehr loslassen zu wollen, eben kein reines Werkzeug, sondern ein statement.
    Beste Gruesse aus Bonn und good Luck
    Andreas

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