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Adobe hat letzte Woche einen neue Lightroom-Version vorgestellt, die weit über ein Funktions-Update hinausgeht. Was ab jetzt unter Adobe Photoshop Lightroom CC firmiert, entspricht nicht der bisherigen Software gleichen Namens. Diese wurde wurde weiterentwickelt zu Lightroom Classic CC, während das neue Adobe Photoshop Lightroom CC eine Weiterentwicklung der mobilen Version Lightroom Mobile ist.

Adobe bezeichnet das neue Lightroom als „Cloud-Fotodienst“: Alle Daten liegen (zumindest potentiell) in der Cloud und können von verschiedenen Geräten und Plattformen bearbeitet werden: Smartphone, Tablet, Desktop oder über den Browser.

Diskussion Lightroom 2017

Gleiche Technikbasis – aber alles in die Cloud

Die neue Version basiert auf der gleiche Bildbearbeitungstechnologie wie bislang, bietet aber eine neue Bedienungsoberfläche, die sich stärker an der mobilen Nutzung orientiert. Das Teilen von Bildern über soziale Medien soll wesentlich einfacher sein.

Die Sicherung der Daten in der Cloud hat Vor- und Nachteile: Sorgen über Backups entfallen, dafür ist die Speicherung sensibler Daten in der Cloud für einige User ein Albtraum. Eine Auswahl, welche Daten in die Cloud geladen werden, hat der Kunde nicht: Die Adobe FAQ beantworten die Frage „Kann ich nur ausgewählte Fotos in der Cloud synchronisieren?“ trocken mit „Nein, Lightroom CC sichert alle Ihre Fotos in der Cloud.“

Ein weiterer Nachteil der Cloud-Version: Plug-Ins von Drittherstellern lassen sich derzeit nicht nutzen, offen bleibt, ob Adobe eine entsprechende Schnittstelle anbieten will.

Mehr Performance auf dem Desktop für Lightroom Classic CC

Auch für die klassische Desktop-Version von Lightroom hat Adobe verbessert: Für die tägliche Arbeit gibt vor allem ein Performance-Sprung in allen Arbeitsschritten zu verzeichnen: Import, Bildbetrachtung, Bearbeitung und Ausgabe. Eine neue Funktion sind Bereichsmasken, die sich mit Luminanz- oder Farbmasken kombinieren lassen.

Fast nur noch Abo-Varianten

Wer das aktuelle Lightroom jetzt nutzen will, dem bleibt nur noch die Auswahl zwischen verschiedenen Abomodellen:

  • Für 11,89 € pro Monat gibt es das neue Lightroom CC mit 1 Terabyte Cloud-Speicher
  • Für den gleichen Preis gibt es zusätzlich auch Photoshop und die Lightroom Classic, allerdings nur mit schmalen 20 GB Cloud-Speicher
  • Wer das volle Programm mit allen Programmvarianten und einem Terabyte buchen möchte, muss monatlich 23,79 € investieren

Hartnäckige Abo-Verweigerer können weiter zur Vorgängerversion Lightroom 6 greifen. Adobe hat allerdings angekündigt, ab Ende 2017 keine weiteren Updates zu liefern, so dass dann die RAWs neu erscheinender Kameras nicht weiter verarbeitet werden können. Die langfristige Strategie von Adobe scheint auf Kundenbindung mit Zucker und Peitsche hinauszulaufen: Auch wenn die Abopreise moderat sind, werden die Hürden für einen Wechsel zu einem anderen Softwareanbieter immer höher.

Geht der Kunde mit in die Cloud?

Angesichts des Cloud-Zwangs mit der neuen Lightroom-Version werden viele Fotografen sicher bei der Classic Variante bleiben, die Adobe auch funktionell weiterentwickeln will. Trotzdem wird der Anreiz größer, sich nach Alternativen umzuschauen: Nach einem Abo-Zwang schrittweise auch in die Cloud geschubst zu werden, dürfte für viele Kunden inakzeptabel sein.

Im den Foren gibt es mehrere Diskussionen:

 

 

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