Jump to content

Zone Focus mit X100 - Best Practice


Recommended Posts

Werbung (verschwindet nach Registrierung)

Hallo, auch auf die Gefahr hin, daß diese Fragen für die Profis hier ein "alter Hut" sind, stelle ich sie:

 

Gibt es einfach anwendbare Praktiken/ Best Practices für "Zone Focussing" mit der X100 in Anbetracht der Tatsache, daß Fuji eine nicht wirklich nutzbare DoF Skala im OVF untergebracht hat, die nicht wirlich zur Abschätzung des DoF nutzbar ist?

Und - hat jemand eine Erklärung dafür (auch wenn sie einem momentan nicht viel nützt :() warum Fuji diese eigentümliche Implementierung gewählt hat und damit dieses nette Feature quasi nutzlos gemacht hat?

 

Vielen Dank im Voraus

 

Wally

Link to post
Share on other sites

Hallo,

 

Fuji ist einer der wenigen Hersteller, die eine elektronische Entfernungs/DoF-Anzeige überhaupt bieten. Ich hab damit ganz brauchbare Ergebnisse erzielen können. Dabei verlasse ich mich weniger auf die DoF-Anzeige als vielmehr auf meine Erfahrung mit bestimmten Blenden bei 23mm Brennweite und der Entfernungsanzeige (die auch nicht 100% genau ist).

 

Ich gehe meistens so vor: Ich sehe ein Motiv und schätze ab, aus welcher Entfernung ich ein Foto machen möchte. Diese Entfernung stelle ich dann ein und Blende so weit, wie ich es für nötig halte und es das Licht zulässt, ab. Die ISO-Automatik regelt den Rest. Da hilft nur Erfahrung sammeln.

 

Meistens nutze ich aber "MF" mit der fokussierung über die AFL-Taste. Mir reicht das v.d. Geschwindigkeit meistens aus. Manchmal läßt sich auch ein "Hilfsobjekt" in ähnlicher Entfernung anvisieren und per AFL-Taste scharf stellen. So habe ich es früher ohne Entfernungsanzeige immer gemacht.

Link to post
Share on other sites

Die Implementierung in den X-Kameras ist im Prinzip einwandfrei, da der COC so gewählt wird, dass die Aufnahme im angezeigten DOF-Bereich in der 100%-Ansicht maximal scharf erscheint. Wer weniger stark vergrößert und nicht zum Pixelpeepen neigt, kommt natürlich auch mit einem größeren COC zurecht, für solche Fälle bietet Fuji bisher allerdings keine Optionen an. Entsprechende Wünsche, mehr als einen COC zur Auswahl zu stellen, wurden längst an den Hersteller herangetragen, bisher ist in dieser Richtung aber nichts passiert.

 

Die Genauigkeit der DOF-Anzeige hängt natürlich mit der Genauigkeit der Entfernungsanzeige ab, und um die ist es je nach Kameramodell und Brennweite nicht immer gut bestellt. Das kann man leicht selber ausprobieren, indem man die Kamera auf eine Wand richtet und mehrmals hintereinander neu fokussiert. Der Spielraum der dabei angezeigten Distanzen beträgt manchmal mehrere Meter, gerne auch abhängig von der eingestellten Blende und dem eingestellten Modus (AF oder MF). Firmware 2.00 bringt hier bei der X-Pro1 / X-E1 auch eine (undokumentierte) Verbesserung.

 

Wer von der DOF-Anzeige zentimetergenaue Angaben ohne nennenswerte Varianz erwartet, lebt also leider in Wolkenkuckucksheim, da die Kamera alles andere als ein präziser Entfernungsmesser ist. In der Praxis benutzt man beim Zonenfokus am besten die Sucherlupe und die Schärftentiefevorscha, oder man verlässt sich auf Erfahrungswerte. Zumal, was nützt es mir, wenn ich weiß, dass die Schärftentiefezone für einen vorgewählten COC bei Blende X und Brennweite Y genau zwischen 5,20 und 7,50 Meter Entfernung liegt? Auf dem Boden befinden sich ja in der Regel keine Markierungen, anhand derer ich ablesen könnte, wo 5,20 Meter beginnen und 7,50 Meter aufhören, also wo meine "Zone" anfängt und endet. Auch wir Menschen können Entfernungen (so wie die Kamera) schließlich nur ungefähr abschätzen. Ein System, bei dem sich erst die Kamera um ein paar Meter hin oder her verschätzt und anschließend der Fotograf noch einmal, halte ich indes für wenig praxistauglich und alles andere als "best practice".

Edited by flysurfer
Link to post
Share on other sites

Sorry,

 

aber der Sinn von Zonenfokus besteht eben darin, keinen AF bzw. genaue manuelle Vorfokussierung nutzen zu können/wollen. Wer über Sucherlupe und/oder Schärfentiefevorschu fokussiert, nutzt keinen Zonenfokus.

 

Ob Zonenfokus an der X100 Sinn macht oder nicht, muss letztlich jeder selbst herausfinden. Wer sich keine Motive vorstellen kann, bei dem Zonenfokus nötig ist, muss sich auch keine weiteren Gedanken darüber machen. :)

 

Ich persönlich nutze aus o.g. Gründen an der X100 kaum Zonenfokus, er hat mir aber z.B. hier geholfen, ein scharfes Bild zu bekommen. Das soll nicht heissen, dass der ein oder andere hier auch anders "zum Schuss" gekommen wäre...

 

X100 @f2,8 - 1/300s - 320ASA

 

Welcome, dear visitor! As registered member you'd see an image here…

Simply register for free here – We are always happy to welcome new members!

Link to post
Share on other sites

aber der Sinn von Zonenfokus besteht eben darin, keinen AF bzw. genaue manuelle Vorfokussierung nutzen zu können/wollen. Wer über Sucherlupe und/oder Schärfentiefevorschu fokussiert, nutzt keinen Zonenfokus.

 

Natürlich macht er das, er macht sogar richtig, indem er die Zone sauber visuell festlegt, bevor dort die Action stattfindet.

 

Wer dafür situationsbedingt keine Zeit hat, kann sowieso immer nur schätzen. Die Markierungen auf Objektiven sind auch nicht immer sehr genau, und der dort meist zugrundeliegende COC von 0,02 mm (ein Relikt der Analogfilmzeit mit moderaten Abzugsgrößen) wäre für meine digitalen Bedürfnisse ohnehin unbrauchbar. Wann bessert Leica eigentlich nach und tauscht die ganzen alten Objektive (unusable!) kostenlos gegen neue mit einem zeitgemäßeren COC um? ;)

 

Es spricht natürlich nichts dagegen, sich für seinen persönlichen COC eine Tabelle anzulegen (mjh hat dafür einen wunderbaren Rechner auf seiner Website) und mitzunehmen, oder die wichtigsten Zahlen noch besser für typische Zonengrößen auswendig zu lernen.

Link to post
Share on other sites

Werbung (verschwindet nach Registrierung)

Vielen Dank für diese interessanten Einsichten. So kann man natürlich die DoF Skala absolut betrachten. Habe mir inzwischen ein paar Eselsbrücken gebastelt:

 

Wenn ich z.B. den Weitwinkelconverter drauf habe (fokale Länge 18 mm) und damit auf 5 m vorfokussiere, wäre nach der herkömmlichen DoF Berechnung bei Blende 2.8 ab 2,6 m alles scharf.

Beim Standard 23 mm auf 5 m vorfokussiert wäre dann ab 2,80 m alles scharf.

Das sind doch im Grunde Ansätze mit denen man simpel arbeiten kann, oder übersehe ich hier was. Dann hätte man nur ein Poblem, wenn man näher als 2,8 m am Motiv dran ist. Damit kann man dann fast alles "erlegen", ohne nachfokussieren zu müssen, gell...

 

Arbeitet ihr mit ähnlichen "Eselsbrücken"?

 

Wally

Link to post
Share on other sites

Hallo.

 

Auch das wäre kein "echtes" zone focussing, sondern arbeiten mit der hyperfokalen Distanz.

Zonenfokus wendeten die Pressefotografen früher an, um möglichst schnell zum Schuss zu kommen und sich nur mit dem "Framing", also dem Bildausschnitt beschäftigen zu müssen.

Folgende goldene Regel galt für viele KB-Fotografen damals: f8 and be there.

 

Man könnte darüber Abhandlungen schreiben. Das wichtigste ist aber, dass man sich während der Aufnahmesituation nicht mehr mit den technischen Details, v.a. Fokus und Blende, auseinandersetzt. D.h. praktisch motivabhängig eine Fokusdistanz festlegen und die Schärfentiefe durch die Blende vozuregeln. Das passiert alles möglichst ohne in die Kamera zu schauen, sondern diese Parameter sollten "beiläufig" eingestellt werden. Erst wenn das Motiv da ist wo man es haben möchte, nimmt man die Kamera hoch, legt den Ausschnitt fest und drückt ab.

Link to post
Share on other sites

Vielen Dank für diese interessanten Einsichten. So kann man natürlich die DoF Skala absolut betrachten. Habe mir inzwischen ein paar Eselsbrücken gebastelt:

 

Beim Standard 23 mm auf 5 m vorfokussiert wäre dann ab 2,80 m alles scharf.

 

Wally

 

dann aber mit f16 !!

 

ich verstehe diese ganze Diskussion nicht, OK die Eselsbrücke für Hyperfokal ist ja einfach und hilfreich, aber warum benutzt ihr nicht einfach die Abstandsanzeige ?

Link to post
Share on other sites

Hi, was meinst Du mit Abstandsanzeige? Ich glaube das ist das, was ich gemeint habe. Ich meinte nämlich nicht hyperfokale Distanz, sondern eben genau vorfokussieren auf eine bestimmte Distanz mittels Entfernungsanzeige. Und bei 5 m ist dann auch alles ab 3 m schön scharf. Nicht zu verwechseln mit hyperfokale Distanz...

Link to post
Share on other sites

naja, die AF-Messlatte unten im Sucher bzw. Display

 

auf jeden Fall ist die doch genauer als das schätzen...zusammen mit der Tiefenschärfeanzeige war das ja mit ein Grund für mich die X100 zu kaufen (weil nicht so viel Erfahrung)

 

---später....

Ah aha AF-ABSTANDSANZEIGE heisst dat ding

Link to post
Share on other sites

Ja, die meine ich auch. Ich sehe es nur ein bisschen schwierig die Distanz zum Motiv im MF Modus so genau abzuschätzen, deshalb gefällt mir das Zonenfocus System so gut. Man muss hier nur so sein persönliches Rezept finden, sprich 3-4 Settings (Aperture, shutter und Iso bzw. Die Entfernungbauf die Mannschaft stellt). Man müsste aber eigentlich mit 4 settings klarkommen (Sonne, bewölkt, stark bewölkt und Sunset) - wie gesagt, es geht mir vornehmlich darum, nicht ständig Einstellungen anpassen zu müssen, wenn ich unterwegs bin bzw. mit dem AF auf dem falschen Punkt zu landen...

Link to post
Share on other sites

  • 2 weeks later...

Ich glaube die Abstandskala der X100 ist recht konservativ ausgelegt.

Mein bevorzugtes Tool zur Berechnung der Tiefenschärfe auf dem iPhone (TrueDoF) gibt bei identischen Ausgangswerten die Schärfentiefe viel weiter an, als die X100.

Als Ausgabemedium war hierbei ein A4 Ausdruck vorgegeben: X100 etwa 1,80 - 2,50m bei 2,1m Abstand (Bl 5.6), TrueDoF 1,60m - 3,40m.

Mit dem o.g. Tool hatte ich bereits gute Erfahrungen mit meiner NEX-7 und dem 24mm Zeiss gemacht.

Gestern nun durfte die X100 mit zum Freitags-Abend Salsa.

 

MF eingestellt, auf die Stelle am Fußboden wo die Tänzer sich befanden scharf gestellt, etwa 2m entfernt, Kontrolle mit der Navigationssteuerung.

Dann Blende 5.4 bei 1250 ISO und 1/30 vorgegeben.

Von 90 Bildern waren nur zwei unscharf :)

Welcome, dear visitor! As registered member you'd see an image here…

Simply register for free here – We are always happy to welcome new members!

Link to post
Share on other sites

Ich glaube die Abstandskala der X100 ist recht konservativ ausgelegt.

Das kann man so sagen. Dein Schärfentiefenrechner auf dem iPhone legt den traditionellen Unschärfekreisdurchmesser von 1/1500 der Bilddiagonale zugrunde, während die X100 nur einen deutlich kleineren Unschärfekreis zulässt. Bei meinem Schärfentiefenrechner auf digicam experts: schärfentiefe entspricht das annähernd der Schärfentiefenanforderung „sehr scharf“ (die von TrueDoF entspricht „traditionell“).

Link to post
Share on other sites

Ich komme mit der App bei f 5,6 und 2m Abstand auf

0,58 bis 1,30m

Das ist die Schärfentiefe vor beziehungsweise hinter der eingestellten Entfernung, nicht der Fern- beziehungsweise Nahpunkt. Du hast also die falschen Werte abgelesen.

Link to post
Share on other sites

Wer kein Pixelpeeping betreibt, fährt mit der traditionellen CoC-Größe sehr gut. Ich rechne am liebsten mit 0,02mm und hatte selten ein "Unschärfeproblem".

 

Man darf nicht vergessen, dass die empfundene Schärfe eines Fotos sehr relativ ist. D.h. bei starken Unschärfen, scheint eine "scharfe" Stelle besonders scharf. Bei Landschaftsaufnahmen ist der "traditionelle" Zerstreuungskreis dagegen nicht unbedingt angebracht...

Link to post
Share on other sites

Das kann man so sagen. Dein Schärfentiefenrechner auf dem iPhone legt den traditionellen Unschärfekreisdurchmesser von 1/1500 der Bilddiagonale zugrunde' date=' während die X100 nur einen deutlich kleineren Unschärfekreis zulässt.[/quote']

 

Wie Du schon sagst, das ist echt eine Frage des Anspruchs, bzw. gewünschten Ausgabe-Mediums.

Ich empfand das Fotografieren gestern als sehr entspannt, musste nur auf den 2m Abstand achten und konnte auf die Posen warten.

Was auch sehr angenehm ist, ist daß sich nichts verstellt, falls man zwischendurch mal eine Aufnahme anschaut. Bei meiner NEX muß ich dann neu fokussieren.

Link to post
Share on other sites

Mein Problem liegt etwas anders - oder mache ich was falsch:

 

Wenn ich Zone fokussiere, z.Bsp: f8 erhalte ich die Anzeige, wenn ich auf 3 m scharf stelle, 2,5 - 4m. Was muss mache ich falsch, denn normaler weise möchte ich ja eine Schärfe von 3m bis unendlich. wo liegt mein Fehler?

Link to post
Share on other sites

Was Du beabsichtigst, ist offenbar die Fokussierung auf die hyperfokale Distanz, nicht die Zonenfokussierung. Bei der Fokussierung auf die hyperfokale Distanz ist von der Hälfte dieser Distanz bis Unendlich alles scharf (im Rahmen des vorgegebenen Zerstreuungskreises). Du müsstest mit einem Schärfentiefenrechner ausprobieren, wie weit Du abblenden musst, damit 6 Meter die hyperfokale Distanz ist (bei traditionellen Schärfeanforderungen wäre das ungefähr Blende 4,6, bei höchsten Anforderungen etwa Blende 13). Dann fokussierst Du auf 6 Meter und hast eine Schärfenzone von 3 Meter bis Unendlich.

Link to post
Share on other sites

Join the conversation

You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.
Note: Your post will require moderator approval before it will be visible.

Guest
Reply to this topic...

×   Pasted as rich text.   Paste as plain text instead

  Only 75 emoji are allowed.

×   Your link has been automatically embedded.   Display as a link instead

×   Your previous content has been restored.   Clear editor

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.

×
×
  • Create New...