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Hallo,

ich habe laut der Tipps aus dem Buch von Rico Pfirstinger "Das Fujifilm X-Pro 1 Handbuch" Infrarotfotos erstellen wollen:

 

Dunkelrotfilter 89B (fast ein Schwarzfilter; mit ca. 5 Blenden Verlängerung)

Farbtemperatur auf 2500 Kelvin

Auf JPG belichtet, weil laut der Angaben der Konverter in der Kamera das "richtig" konvertiert.

 

Ergeben hat sich ein monochromatisches SW-Bild mit einem Rotorange-Stich

 

Chlorophyll-Haltiges hat normale Grautöne und keine Weisstöne

 

Hat jemand eine Idee warum das nicht funktioniert?

Ob zwingend ein Schwarzfilter nötig ist, steht nicht im Buch.

 

Danke und Gruß

lanyonquoit

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Was Infrarotfilter betrifft ist das ein relativ schwaches Filter (695 nm), aber für erste Versuche durchaus geeignet. Der Effekt ist aber nicht so ausgeprägt wie bei einem Filter mit längerer Grenzwellenlänge. Um die Farbtemperatur brauchst Du Dir keine Gedanken zu machen, denn die Farben stimmen sowieso nicht. Am besten konvertierst Du das Bild – ich würde vom Raw-Bild ausgehen – in ein Schwarzweißbild und korrigierst die Tonwerte, um den Kontrast zu verbessern. Wenn der Wood-Effekt (helle Vegetation) nicht stark genug ausfällt, brauchst Du ein anderes Filter.

 

Übrigens hat der Wood-Effekt (benannt nach Robert Williams Wood) wenig mit Chlorophyll zu tun; er wird vielmehr durch eine Reflexion in den Pflanzenzellen verursacht – ähnlich der Reflexion in Schaumbläschen, die ja ebenfalls weiß erscheinen.

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Übrigens hat der Wood-Effekt (benannt nach Robert Williams Wood) wenig mit Chlorophyll zu tun; er wird vielmehr durch eine Reflexion in den Pflanzenzellen verursacht...

Hmm, na ja ... irgendwie doch. Es ist ja gerade das Chlorophyll welches das kurzwellige Licht absorbiert und das langwellige eben nicht. Es stellt quasi den IR-Passfilter dar ohne den Pflanzen verbrennen würden.

 

mfg tc

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Ohne das Chlorophyll sähe der Effekt allerdings nicht viel anders aus. Es gibt einen schwachen Fluoreszenzeffekt, aber der Haupteffekt ist eine simple Reflexion.

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Ohne Chlorophyll würde einfach das gesamte Licht reflektiert, entsprechend deines Vergleichs mit den Schaumbläschen. Dann bräuchte es keine IR-Fotografie für den Wood-Effekt. Es gäbe auch schlicht keinen Wood-Effekt, der Baum wäre einfach immer weiß. Durch das Chlorophyll ergibt sich erst die Wellenlängenabhängigkeit.

 

mfg tc

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Oder auf den Punkt gebracht: Chlorophyll bewirkt, dass die Blätter im sichtbaren Licht grün sind. Aber darum ging es ja nicht. Dazu, dass das infrarote Licht reflektiert wird, trägt es nichts bei.

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Und wie schon geschrieben, ist der 89B/RG695 was die Durchlässigkeit der IR-Wellenlänge betrifft relativ schwach auf der Brust, i.d.R. werden Filter ab 88A/RG715 empfohlen, soll der Woodeffekt besonders hervortreten.

Mit selbigen versuche ich heute mal ein paar Probeschüsse mit der X100S, aber wie bereits erwähnt, braucht es dazu schon viel Sonnenlicht.

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Aber darum ging es ja nicht.

Das kann man so oder so sehen. Die Aussage war ja der Wood-Effekt hätte nichts mit dem Chlorophyll zu tun. Hat er aber doch. Kaum ein Schwein würde auf die Idee kommen einen IR-Filter aufzuschrauben wenn das Chlorophyll nicht wäre. Und Mr. Wood hätte sich erst gar nicht mit dem Effekt beschäftigt weil gar kein "Effekt" zu erkennen wäre.

 

Dazu, dass das infrarote Licht reflektiert wird, trägt es nichts bei.

Es ist der Tiefpassfilter im System, dieser sorgt durch seine IR-Durchlässigkeit überhaut erst dafür, dass nur IR reflektiert wird und kurzwelligeres Licht aufgenommen werden kann. Eine andere wellenlängenabhängige Komponente gibt's nicht, das Chlorophyll macht den Unterschied und der Unterschied macht den Effekt.

 

mfg tc

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Falls du des Englischen mächtig bist, siehe auch mal hier

Detailed Fuji X Pro 1 Infrared Tutorial: Part 1, Equipment & Shooting! | Mark Hilliard Atelier's Blog

 

Sieht alles leicht aus, leider in der Realität nicht so einfach. Grundsätzlich einen starken Filter nutzen, wie schon oben genannt. Viel Sonne, schöne Wolken sind vorteilhaft. Mit dem 18er hatte ich auch schon Probleme mit dem "Hotspot", kann aber nicht festmachen, wann / warum dieser auftritt. Entfernung am Besten manuell einstellen, da bei dem starken Filter, der Autofokus nicht mehrt exakt funktioniert (am Besten Filter runter schrauben, scharfstellen und dann wieder drauf schrauben). Die Belichtungszeit ist recht lang, mit der Automatik habe ich es nicht hinbekommen und die Bilder haben einen "Grauschleier". Am Besten auch hier manuell und einfach ein paar Zeitreihen schießen, um die richtige Zeit herausfinden...

Edited by django8

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...am Besten Filter runter schrauben, scharfstellen und dann wieder drauf schrauben...

Das am besten nicht tun, zumindest wenn man keinen Superachromaten zur Verfügung hat, oder wenigstens einen Apochromaten der im nahen IR eine Nullstelle hat. Im Normalfall liegen die Fokusebenen von sichtbarem Licht und IR deutlich! auseinander.

 

mfg tc

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Oder auf den Punkt gebracht: Chlorophyll bewirkt, dass die Blätter im sichtbaren Licht grün sind.

Ach ja, interessante Nebeninfo dazu: Dahinter steckt sogar der selbe Mechanismus. Chlorophyll absorbiert den Bereich 500-600nm ebenfalls schlechter weswegen auch dieser Teil des Spektrums größtenteils reflektiert wird. Deshab sind Pflanzen im sichtbaren Licht grün. Wenn dem Chlorophyll also das Grün zugeschrieben wird, und immerhin ist es nach der Farbe benannt, wieso dann nicht auch das IR?

 

mfg tc

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Nun, das, was das Chlorophyll tut, sein aktiver Beitrag also, besteht darin, rotes und blau-violettes Licht zu absorbieren – daher stammt die zur Photosynthese nötige Energie. Grün wird nicht absorbiert (und ist daher das, was für den Betrachter im sichtbaren Licht übrig bleibt), Infrarot auch nicht. Der Anteil des Chlorophyll am Wood-Effekt besteht also gerade darin, in diesem Wellenlängenbereich nichts zu tun.

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Wir einigen uns also darauf, dass Chlorophyll nicht bewirkt, "dass die Blätter im sichtbaren Licht grün sind"?

Tja, die Griechen lagen halt mit ihrer Namensgebung gern mal daneben. Man denke nur an "Atom" und ähnliches mehr

.

 

mfg tc

Edited by tabbycat

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Wisst Ihr das alles so aus dem Stegreif oder werden da im Hintergrund Bücher und Onlinemedien gewälzt?

Wenn ja, kann man ja nur hoffen, dass ihr bald mal eins erwischt indem das Gleiche drin steht.

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Wenn ja, kann man ja nur hoffen, dass ihr bald mal eins erwischt indem das Gleiche drin steht.

So uneinig sind wir uns ja eigentlich nicht, ist mehr eine Frage des Blickwinkels. Und ja, ich habe heute auch was über spezielle Absorbtionsspektren dazugelernt

.

 

mfg tc

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Das am besten nicht tun, zumindest wenn man keinen Superachromaten zur Verfügung hat, oder wenigstens einen Apochromaten der im nahen IR eine Nullstelle hat. Im Normalfall liegen die Fokusebenen von sichtbarem Licht und IR deutlich! auseinander.

 

mfg tc

 

das mag stimmen, nur wie dann? Bei starkem IR Filter wie meinem (850er) hat auch die Automatik seine Probleme und in Sucher sehe ich nur dunkel. Ich blende einfach stärker ab und dann reicht die grobe Annäherung durch das manuelle Scharfstellen ohne Filter. Zumindest war das mein derzeitiger "Work-Around". Aber ich freue mich auf Tipps, wie ich es besser anstellen kann...

Edited by django8

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Oder?

Tja, hängt vom Objektiv ab ob das reicht oder nicht. Im Zweifelsfall eines mit IR-Index am Fokusring adaptieren. Ich hab's bisher nur mit der DSLR gemacht, die konnte zumindest durch den 720'er durchfokussieren. Wenn gar nix anderes hilft kann man ja noch eine Fokusreihe machen oder grob schätzen - die IR-Fokusebene liegt meist hinter der für 550nm, also einfach etwas "vorhalten".

 

mfg tc

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Für Landschaftsaufnahmen mit Blenden um 8-16 sollte eine, vor Aufschrauben des Filters, durchgeführte manuelle Fokussierung doch wohl ausreichen!?

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Für Landschaftsaufnahmen mit Blenden um 8-16 sollte eine, vor Aufschrauben des Filters, durchgeführte manuelle Fokussierung doch wohl ausreichen!?

 

Dachte ich ja auch, aber tabbycat ist da wohl anderer Meinung. Aber ich lerne gerne dazu .....

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was meinst du damit? Kürzere Distanz einstellen?

Ja, im sichtbaren Bereich etwas vor das Motiv fokussieren. Wie weit ist komplett vom Objektiv abhängig, das welches mit IR-Index gerade vor mir liegt müsste man etwa mit der f/16-DOF-Markierung auf die reale Entfernung einstellen. Das bedeutet andererseits aber auch, dass man selbst auf f/16 abgeblendet und mit der normalen Fokusmarkierung eingestellter Entfernung für das IR-Bild gerade noch so mit einem 30µm-CoC im Schärfebereich liegt. Für normale Ansprüche ist das schon unscharf.

 

mfg tc

Edited by tabbycat

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Ja, im sichtbaren Bereich etwas vor das Motiv fokussieren. Wie weit ist komplett vom Objektiv abhängig, das welches mit IR-Index gerade vor mir liegt müsste man etwa mit der f/16-DOF-Markierung auf die reale Entfernung einstellen.

 

mfg tc

Ok. Verstanden. Danke dir

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Dachte ich ja auch, aber tabbycat ist da wohl anderer Meinung.

Na ja, was heißt schon anderer Meinung? Es gibt sooo viele unscharfe IR-Bilder, die meisten davon sind wahrscheinlich ganz einfach stark defokussiert und der Grund dafür liegt eigentlich auf der Hand.

 

mfg tc

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Na ja, was heißt schon anderer Meinung? Es gibt sooo viele unscharfe IR-Bilder, die meisten davon sind wahrscheinlich ganz einfach stark defokussiert und der Grund dafür liegt eigentlich auf der Hand.

 

mfg tc

Sorry...,war wohl eher meine ungeschickte bzw. unpräzise Wortwahl. Hätte wohl besser sagen sollen, dass du hier einfach mehr weißt ...

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