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Neue Heimat der Kampfstiere


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Danke für das Bild. Nach meinem - ungeschulten - Blick halte ich es für sehr gelungen. Die Komposition ist vielschichtig mit den Stieren eingefasst zwischen zwei Windrädern; in der Mitte ein ganzer Windräderpark, der jedoch wegen seiner Tallage nicht so dominant ist und den Stieren die Aufmerksamkeit beläßt. Im Hintergrund ein unverbauter Horizont, der Gegenläufig zum "ersten Horizont" vor dem Windräderpark verläuft.

Die Farbverläufe finde ich ebenfalls gut mit den weißen Windrädern und den schwarzen Stieren, die sich gut vom Boden abheben. Der Himmel wird nicht - wie eigentlich zu erwarten ist - nach oben hin heller, sondern dunkler. Das harmoniert gut mit dem Boden und den schwarzen Stieren. Die weißen Windräder heben sich so gut vom Himmel ab. Das Element findet sich wieder in den weißen Hörnern, die sich von den schwarzen Stieren abheben.

Deine Fotos wirken oft dunkler und weicher als der Mainstream. Ich mag das im Gegensatz zu überschärften Fotos. High key ist ja gerade eher angesagt. Aber warum nicht low key, hat die gleiche Daseinsberechttigung. Wobei dein Foto hier einen großen Dynikumfang hat. Das Weiche ist offenbar von dir beabsichtigt, das kann ich den EFIX entnehmen (Schärfe soft).

Die Bildaussage finde ich sehr stark und sozialkritisch. Noch vor wenigen Jahren waren die Stiere die Herrscher über die Hügel - jetzt sind es die Windräder. Der Übergang von der Tierzüchter zur Technikgesellschaft. Auch das Verhältnis Anzahl Stiere/ Windräder zeigt diesen Wechsel an. Wie mag es den Stieren mit den brummenden und blinkenden Mühlen gehen? Ist das artgerecht? Aber vielleicht harmonieren diese unterschiedlichen Nutzungsweisen auch miteinander. Die Stiere haben noch viel Platz. Gleichwohl stehen sie dicht hintereinander. Sind sie vielleicht doch genügsamer als man denkt, oder sind sie schon verhaltensgestört? Und wie kommen die Techniker überhaupt an die Mühlen heran? Da müssen sie erst einmal durch ihr Unterbewusstes durch, in dem archaische Gefahren in Form von schwarze Stieren lauern. Auch die haben weiße, hervorragende Hörner am Köpft, genauso wie ihre Industriewindräder auf der Koppel. Wohnt letzteren auch eine Gefahr inne? So, jetzt reicht es aber!!!

Edited by Carlos-O-mat
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Ich finde den Titel nicht so passend. Die Stiere haben sicher schon immer dort geweidet, es ist ihre alte Heimat. Neu scheinen lediglich die Windkraftwerke darin. Das Bild selbst hat für mich einen hohen Reportagewert, weil es eindrücklich die zerstörende Wirkung unseres Energiehungers zeigt. Das ist IMHO ein großer Vorteil der Windkraft, weil es die Lasten unserer Energieerzeugung weitflächig und für jedermann sichtbar über das Land verteilt.

 

Was die Komposition des Bildes angeht: Ich würde es enger beschneiden, um den Eindruck der Landschaftszerstörung noch mehr zu akzentuieren. Damit löse ich auch das Problem, dass den großen Windflügeln etwas Luft im Bild fehlt. Außerdem kriegen die beiden Stiere im Vordergrund mehr Raum.

 

2016-02-24-Udo-1.jpg

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Hallo Udo,

 

da regt sich Mitleid mit den Stieren bei mir.

Nah beeinander stehen sie, vielleicht abschätzend, ob diese Dinger da um sie herum wohl gefährlich sind.

Wie nicht von dieser Welt wirken die Windräder gegenüber den Stieren, die ja in diese Landschaft gehören.

 

Das Bild lebt für mich von dem Gegensatz der mit den Attributen von unbändiger Kraft, Wildheit und Wehrsamkeit versehenen schwarzen Stiere und den unnahbaren, weissen Windrädern, wobei  die Flügel mich an die Degen der Toreros erinnern.

 

Mir scheint, du hast deinen Aufnahmestandpunkt sehr bewusst gewählt:

Die Stiere eingerahmt von den beiden vordergründigen Windrädern und die vielen Windräder im Hintergrund, die wie eine Invasion wirken.

Anerkennend stelle ich fest, dass die Flügel der beiden Windräder im Vorgegrund nicht angeschnitten sind, was mir sicher passiert wäre :)

Ich finde den Bildaufbau also sehr gelungen.

 

Ein Bild, dass mir sehr gut gefällt !

Auch wegen des energiepolitschen Aussage des Bildes.

 

Grüße von Jens

Edited by sehreilig
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Herzlichen Dank für Eure wohlmeinenden Worte, das hat mich sehr gefreut.

Erstaunlich auch immer für mich, was Ihr noch alles darin seht - was mir aber sowohl bei der Aufnahme, als auch bei der Bearbeitung verborgen blieb, ich hier aber sehr passend finde.

 

Kurz eingehen möchte ich noch auf das, was was anders war als vermutet bzw. ich nicht so sehe:

 

@Carlos: Im zweiten Satz stapelst Du tief :)

Und ich habe es nicht als low-key beabsichtigt, ich halte nur die Motive gern etwas dunkler als in der Werbung der vergangenen Jahre. Hier kommt mir der aktuelle Trend entgegen.

Sozialkritisch angelegt ist es, wie fast alles bei mir, aber nicht auf die Windkraft bezogen. Ich arbeite an einem Langzeitprojekt "Windkraft der Welt".

 

@Harlem: Der Titel passt zur story, die das Bild nicht ganz erzählt, es ist Teil einer Serie.

Es gibt ein Überangebot von Kampfstieren. Also bleiben auch die älteren Stiere auf der Weide bis der Fleischpreis sich wieder fängt. Da sie von Menschen nicht mehr ferngehalten werden, ist es in der Tat eine neue Heimat nach dem eigentlich im sechsten Lebensjahr vorgesehenen, aber ausgebliebenen Auftritt in der Arena.

Dein Schnitt passt für mich, ich halte ihn aber meist noch großzügiger, weil ich den Schnitt Käufern überlassen will.

 

@Jens: Nein, den Aufnahmestandpunkt habe ich nicht bewußt gewählt, das Bild ist bei Tempo 80 von der Schnellstraße durch das geschlossene Seitenfenster entstanden. Deshalb auch die relativ offene Blende und leichte Unschärfe im Hintergrund. Einen Tod müssen wir halt sterben, aber bitte nicht auf der Schnellstraße :)

 

Ich danke Euch.

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Die Stiere werden kein Problem haben sich neue Heimaten zu suchen, denn sie werden schrumpfen.

So wie auch wir immer weiter schrumpfen werden.

 

Man sieht es ja schon im Bild, die Stiere in der Ferne sind kleiner.

Da hilft auch der verzweifelte Versuch von Harlem nichts. Die Stiere kriegen dadurch nicht mehr Raum, sie werden schrumpfen.

Verhältnisse ändern nichts an der Totalen.

Ob Carlos-O-mat recht hat mit seiner Vermutung der Verhaltensstörung?

Die Stiere stehen nicht so nahe, weil sie genügsam sind, sondern der eine hat dem anderen sein Horn in den Hintern gestoßen.

Dieser steht reglos.

Was wollen die Stiere dem Fotografen sagen?

 

Die Welt ist Wochenende...

Ahoi!

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Möglicherweise steht und fällt das Erleben des Bildes mit dem Standpunkt des Betrachters zur Windenergie. Bzw. bringt es ja gleich zwei kontroverse Themen zusammen: Stierkampf und Windräder.

 

Persönlich berührt mich ja mehr wie mit Kampfstieren umgegangen wird und nicht ob Windräder* auf ner Weide stehen. Und so nehme ich es erst mal als ein "hoffnungsvolles" Bild wahr. Den Gedanken weiter gesponnen, kann man auch eine Koexistenz vermuten aus Natur und "sanften Riesen". Wobei das Bild am Ende eigentlich gar keine Natur zeigt sondern drei Formen menschlichen Nutzens von Natur (Land, Tier, Wind) - wo fängt man dann mit Kritik an?

 

Wenn Du das Bild aus dem fahrenden Auto gemacht hast, dann hast Du ja in einem sehr guten Moment abgedrückt.

 

Da ich Windräder ästhetisch und nicht als Umweltzerstöhrung wahrnehe, fände ich einen Beschnitt nicht gut - etwas mehr Luft drumrum hätte was, ja.

 

 

* dass auch Windräder Schäden verursachen können ist mir schon bewusst - Vögel, die an den Rotorblättern verenden.

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@s.sential: danke, das war meine Absicht, verschiedene Themen zusammen zu bringen und eher Fragen aufzuwerfen, als statements abzugeben, eben Spielraum zu lassen für Gedanken.

Das dies gelungen ist, zeigen mir Eure niedergeschriebenen Gedanken. Herzlichen Dank nochmal dafür.

 

Wie Betrachter interpretieren, hängt wohl auch vom Erleben der angesprochenen Kontroversen zusammen. Als am Rande des Ruhrgebiets neben einem Pannenreaktor aufgewachsener sehe ich selbst die Windkraft nach der Sonnenernergie als entwicklungsfähige Form der Energiegewinnung. Zur Nutztierhaltung habe ich als nicht Vergetarier eine zwiespältige, nicht abschließende Haltung. Zum Opfertod in der Arena habe ich keinen Bezug und kann dies nicht nachvollziehen. Aber es geht mir auch nicht um meine Haltung oder die der Betrachter, sondern nur darum, Fragen aufzuwerfen, die idealerweise auch als Fragen verstanden werden. Ich habe Glück gehabt, das dies hier geschehen ist :)

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