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ingow

Ein paar Tips für einen absoluten Videoanfänger, bitte?

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Liebe Leute,

 

obwohl ich mich eigentlich noch nie für Videos interessiert habe, bin ich nun in die Situation gekommen, ein kleines Filmchen erstellen zu müssen. Irgendwie reizt es mich auch ein bißchen, aber ich habe tatsächlich absolut gar überhaupt keine Ahnung. Beste Voraussetzungen, oder? 😁

Die Situation lässt sich ganz gut planen, es geht um ein Interview. Licht werden wir in Form zweier LED-Flächenleuchten haben. Ich habe eine H1 und ein ordentliches Stativ, und ich habe ein einfaches Rode-Mikro - das würde ich gern näher an die beiden Interviewteilnehmer als an die Kamera stellen. Sollte ja kein Problem sein. Das Filmchen soll später via YouTube auf der Website eines Vereins eingebunden werden.

Die beiden Speicherkarten vollzufilmen wird auch nicht das Problem sein, obwohl ich über die dabei anfallenden Datenmengen leicht schockiert war. Was aber danach ansteht, das ist alles völlig neu für mich. Es wäre also klasse, wenn ihr mir nicht nur ein paar Tips für sinnvolle Kameraeinstellungen geben könntet, sondern auch ein für den Laien durchschaubares Bearbeitungsprogramm empfehlen.

Es hängt kein Leben von dem ganzen "Projekt" ab, aber ein passables Ergebnis wäre doch ganz schön, und vielleicht komme ich ja auf den Geschmack... 😃

 

Danke schonmal!

Ingo

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Moin Ingo

"Einfach" und "Videobearbeitungsprogramm" passen in der Regel nicht wirklich gut zusammen. Wenn Du dich allerdings auf den reinen Schnitt beschränkst sind die meisten Programme sehr ähnlich. Ich würde mal mit kostenlosen Programmen anfangen. Davinci Resolve z.B. gibt es als Free Version. Wenn Du mehr machen möchtest als reinen Schnitt kannst Du es später immer noch zu einer kostenpflichtigen Version updaten. Es ist aber definitiv nicht die einfachste Software. Aber recht weit verbreitet, so dass es gute Anleitungen und Videos dazu gibt.

Allerdings stellen bestimmte Einstellungen wie h265 oder 10 Bit sowohl Rechner Hardware als auch an die Software hohe Anforderungen. Ich würde also für ein solches Projekt bei 8 Bit und h264 bleiben. Wenn es keine wichtigen Gründe gibt auch bei FHD. 4k ist nett, aber für ein Internet Video sicher (noch) Overkill.

Die nächste Frage ist dann die, nach der Bildrate. Bei einem Interview sind kaum schnelle Bewegungen zu erwarten. Hohe Bildraten sind also unnötig und erzeugen auch ein unnatürliches wirkendes Bild. Kino arbeitet in der Regel mit 24 FPS und 180 Grad Shutter, bedeutet 1/48 Sekunde Verschlusszeit. Das entspricht am ehesten unserem natürlichen Sehen bei Bewegungen, wofür vor allem die Verschlusszeit verantwortlich ist. Beim HD Fernsehen hat sich 25 FPS etabliert, bei Internet Videos 30 FPS. Bei "Action" auch deutlich mehr".

Daraus ergibt sich auch, dass die Belichtungszeit ebenfalls fest eingestellt werden sollte. Insgesamt solltest Du sehr genau belichten. Ähnlich wie bei einem JPEG hast Du, im Gegensatz zum RAW, wenig Spielraum zur Korrektur. Zudem wird es dann recht aufwändig und geht über das einfache Schneiden weit hinaus.

Bei h264 und 24-30 FPS würde ich 100Mbit als Datenrate wählen. Das ist zwar recht großzügig, erzeugt aber einen sehr gute Qualität. Es kann auch später problemlos in der Ausgabe reduziert werden.

Beim ersten Video würde ich auf Spielereien wie F-LOG oder HLG verzichten (ich weiß grad gar nicht ob die H1 das überhaupt kann) und eine Filmsimulation wählen. Hier kannst Du deine Erfahrungen von der Fotografie nutzen. 

Wenn Du einen sehr guten Ton möchtest schau doch mal ob Dur Dir nicht einen Field Recorder wie z.B. einen Zoom mit einem guten Mikro leihen kannst. Z.B. ein Ansteckmikrofon. Ein externes Mirko an der Kamera ist zwar nett, aber dennoch nicht optimal. Es nimmt immer noch sehr viele Nebengeräusche auf. Das Zusammenführen im Schnittprogramm ist sehr simpel. Lasse auf jeden Fall die Tonaufnahme in der Kamera mitlaufen. Du kannst die Spuren dann anhand der Wellenform übereinander legen. Vergiss dafür die "Klappe" am Anfang jeder Aufnahme nicht :)

 

Bei der Einstellung würde ich mir einfach mal Interviews ansehen, die professionell produziert wurden. Man kann hier eine Menge lernen, wie Bildwinkel, Licht, Hintergrund etc. Bei Video wird immer noch sehr viel manuell gemacht. Wir hatten an anderer Stelle schon die Diskussion mit unruhigem AF etc. Ich würde daher bei einem Interview immer mit ausreichend Schärfentiefe einstellen und ggf. auf AF ganz verzichten. Das bedeutet aber auch, der Hintergrund muss entweder sehr ruhig sein, oder das Verhältnis der Abstände und Brennweite muss eine ordentliche Freistellung zulassen. Ansonsten helfen die Erfahrungen von Portrait Fotos auch ganz gut weiter.

Optimal wäre natürlich einen 2. Kamera, um zwischen den Einstellgrößen zu wechseln. Ansonsten wird es schnell langweilig und der Zuschauer wird unaufmerksam. Z.B, zwischen einer Nahen und einer Großaufnahme. Alternativ könnte man Sequenzen in der Video schneiden, die Dinge zeigen über welche der Interviewte gerade spricht. Das erzeugt auch Aufmerksamkeit.

 

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Guten Morgen!

Ja, sowas hatte ich mir gewünscht, danke für die Infos! Dann kann ich ja schonmal mit den grundsätzlichen Einstellungen anfangen. Der Ton macht mir noch Sorgen, weil ich bei den ersten Versuchen ein sehr lautes Rauschen hatte - aber ich nehme an, daß ich da mit irgendeiner (eher zufällig gewählten)Einstellung völlig daneben liege. Field Recorder hatte ich mir angeguckt, und sofort einen sehr starken HabenWollen-Impuls gefühlt. Aber das wäre dann ein zusätzliches unbekanntes Gerät... Und nicht ganz billig, das muss warten.

An eine zweite Kamera habe ich auch gedacht, wäre auch grundsätzlich kein Problem. In dem Fall würde man auch die beiden Videos anhand der Tonspur synchronisieren?

Davinci Resolve hatte ich gestern schon mal testweise installiert, aber wie gesagt, das ganze Thema ist mir noch sehr fremd... Muss ich wohl durch. Dein Aufsatz war schonmal prima, danke 🙂

 

Ingo

 

 

 

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Hab mir vor 2 Tagen mal die Videoschnittsoftware daVinchi Resolve 15 runtergeladen. Auf den ersten Blick top, mehr oder weniger selbsterklährend und erst noch gratis.

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vor 13 Minuten schrieb ingow:

Der Ton macht mir noch Sorgen, weil ich bei den ersten Versuchen ein sehr lautes Rauschen hatte - aber ich nehme an, daß ich da mit irgendeiner (eher zufällig gewählten)Einstellung völlig daneben liege. Field Recorder hatte ich mir angeguckt, und sofort einen sehr starken HabenWollen-Impuls gefühlt. Aber das wäre dann ein zusätzliches unbekanntes Gerät... Und nicht ganz billig, das muss warten.

Grundsätzlich kann man sowas auch leihen. Zusammen mit einem passenden Mikrofon, was schnell mal teurer wird das der Recorder. Die Recorder sind sehr einfach in der Bedienung. 

vor 15 Minuten schrieb ingow:

An eine zweite Kamera habe ich auch gedacht, wäre auch grundsätzlich kein Problem. In dem Fall würde man auch die beiden Videos anhand der Tonspur synchronisieren?

Genau. So ziemlich alle Programme haben einen Multi-Kamera Modus für die Timeline und können mehr oder weniger automatisch synchronisieren. Ein synchronisierter Timecode bei der Aufnahme hilft da natürlich auch schon. Bei der Fuji würde ich den Timecode auf "Freilauf" stellen und am Anfang einmal beide (alle) Kameras manuell und gleichzeitig zurücksetzen. Das ist zwar nicht Frame genau hilft aber sehr. Frame genau kannst Du dann mit der Waveform arbeiten.

vor 17 Minuten schrieb Edi:

Hab mir vor 2 Tagen mal die Videoschnittsoftware daVinchi Resolve 15 runtergeladen. Auf den ersten Blick top, mehr oder weniger selbsterklährend und erst noch gratis.

Die Free Version bleibt auch gratis. Sie hat aber einige Einschränkungen. Z.B. kann sie kein h265, kein 10Bit/HDR und in Fusion funktionieren die meisten Sachen auch nicht. Aber selbst bei der Studio Version ist die h265 Unterstützung sehr eingeschränkt. Vor allem mit dem Material aus der Fuji. Ich habe dazu auch einen Support Case offen, was aber vermutlich nicht kurzfristig gelöst wird. Da h265 in der Postproduction eh ein suboptimaler Codec, wäre das nicht ganz so schlimm. Die fehlende 10 Bit Unterstützung ist da schon schlimmer. Aber die Studio Version gibt es für rund 300€, was jetzt noch ganz ok ist.

 

Wenn es um Davinci Resolve geht würde ich aber gerne hier weiter diskutieren, allein um diesen Thread nicht zu "kapern": https://www.fuji-x-forum.de/topic/37234-fuji-hdr-mit-davinci-resolve-15/

Ich kann da auch gerne nochmal meinen aktuellen HDR Workflow beschreiben, wenn gewünscht. 

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Hallo Ingow,

ich kann zum Einstieg in die Video-Bearbeitung auf jeden Fall Magix Video Deluxe 2019 empfehlen (war auch meine Einstiegsdroge). Ist zwar nicht ganz kostenlos (so ca. 50 €), lässt sich aber sehr intuitiv bedienen. Einfach mal ein paar Tutorials bei Youtube schauen, dann geht es ganz leicht von der Hand.

Davinci Resolve (kostenlose Version) habe ich auch probiert. Ich habe mich dort aber nicht mit der Bedienung der Benutzeroberfläche anfreunden können. Darüber hinaus waren mir die "Ergebnisfilme" von der Datenmege her viel zu groß. Video Deluxe und Video Pro X komprimieren da deutlich stärker (besonders Pro X im Hevc-Format).

Beste Grüße

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vor 6 Stunden schrieb Don1977:

Hallo Ingow,

ich kann zum Einstieg in die Video-Bearbeitung auf jeden Fall Magix Video Deluxe 2019 empfehlen (war auch meine Einstiegsdroge). Ist zwar nicht ganz kostenlos (so ca. 50 €), lässt sich aber sehr intuitiv bedienen.

 

Schaue ich mir mal an, danke 🙂

 

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vor 40 Minuten schrieb axelschmolke:

Wenn Du einen Mac verwendest dann ist doch schon alles dabei.

Kann sein, ja. Dann hätte ich vermutlich auch nicht gefragt 😉

 

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vor 20 Stunden schrieb Don1977:

Darüber hinaus waren mir die "Ergebnisfilme" von der Datenmege her viel zu groß. Video Deluxe und Video Pro X komprimieren da deutlich stärker (besonders Pro X im Hevc-Format).

Kommt auf das Format an. DR hat durchaus Schwächen bei h265, sowohl bei der Eingabe als auch bei der Ausgabe. Bei der Eingabe ist das verschmerzbar, zumal h265 auch kein wirklich optimaler Codec für die Nachbearbeitung ist. In der Ausgabe schon eher. Allerdings habe ich die Größe nie als Problem angesehen. Es liefert bei entsprechender Einstellung der maximalen Bitrate qualitativ vergleichbare Ergebnisse wie ffmpeg. x265 mit ffmpeg könnte eine Idee besser von der Qualität und Effektivität sein, nutzt aber die CPU, was spätestens bei 4k unerträglich langsam wird. DR nutzt dafür die GPU, z.B. NVENC, was erheblich schneller geht. 

Leider unterstützt DR bei h265 keine vernünftige Ausgabe in 10 Bit mit den notwendigen HDR Metadaten. Das ist dann der Grund warum ich für so etwas wieder ffmepg nehme und in DR erstmal DNxHR als Ausgabe. :(

 

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