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kontrastkammer

Meisterzwang für Fotografen

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vor 4 Minuten schrieb Crischi74:

Vielleicht reden wir aneinander vorbei.  Mir ging es um die Aussagen, welche darauf abzielten, dass Amateurfotografen die Preise der Profis kaputtmachen und die Schlussfolgerung daraus dass man das irgendwie unterbinden muss.

Sorry aber wir leben im Kapitalismus. Das ist ein Wettbewerb ums bessere Leben mit Gewinnern und Verlieren. Das ist kein System welches den Anspruch hat, dass jeder von seiner Arbeit leben kann und auch kein System der Fairness.

Ok, das teile ich durchaus. Ich würde allerdings unterscheiden zwischen "Onkel Hugo" und Schwarz-Gewerbetreibenden, die Dumpingpreise durch illegale Methoden wie Steuerhinterziehung anbieten und damit ehrliche Berufsfotografen um potentielle Aufträge bringen.

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Posted (edited)
vor 21 Minuten schrieb Crischi74:

Sorry aber wir leben im Kapitalismus. Das ist ein Wettbewerb ums bessere Leben mit Gewinnern und Verlieren. Das ist kein System welches den Anspruch hat, dass jeder von seiner Arbeit leben kann und auch kein System der Fairness.

In den USA sieht man das zum Glück anders, jedenfalls in der Filmindustrie. Dort ist praktisch jeder Mitarbeiter einer Produktion – vom Schauspieler bis zum Kabelträger – in einer Gewerkschaft (Union / Guild) organisiert, die wiederum mit den Studios und Produktionsfirmen die Bedingungen aushandeln, unter denen die Union/Guild-Mitglieder für sie arbeiten und welche Vergütung sie dafür bekommen. Siehe hierzu etwa https://www.latimes.com/business/hollywood/la-fi-ct-hollywood-unions-20170509-story.html und https://qz.com/1052310/hollywood-unions-offer-the-perfect-model-for-the-beaten-down-workers-of-todays-gig-economy/.

Selbstverständlich wäre so ein System auch bei professionell arbeitenden Fotografen hierzulande möglich und auch sinnvoll (und tatsächlich sind in Hollywood auch alle ernsthaften Setfotografen entsprechend organisiert). Dafür müssten sich diese nur zu einem Verband zusammenschließen und Mindesthonorare festlegen, die die Auftraggeber bezahlen müssen. Dazu gehört natürlich auch die Verpflichtung des Verbandsmitglieds, keine Aufträge anzunehmen, bei denen die Auftraggeber nicht die Bedingungen des Verbandes einhält. Gleichzeitig macht der Verband Verträge mit allen großen Auftraggebern (etwa Verlagen, Werbeagenturen etc.), in denen sich diese verpflichten, Aufträge nur an organisierte Mitglieder zu vergeben und nicht an irgendwelche quereinsteigenden Wochenend-Fotografen mit Dumping-Preisen. Weigern sich die Verlage, Agenturen, so eine Vereinbarung zu treffen, dann werden alle organisierten Fotografen nicht mehr mit ihnen zusammenarbeiten. Und weil praktisch jeder bessere Fotograf organisiert ist, fehlen den abtrünnigen Auftraggebern dann gute Leute, die Aufträge korrekt und kompetent erledigen.

Genau so funktioniert in Hollywood die Filmindustrie. Und sie funktioniert gut. Damit jeder dort von seiner Arbeit leben kann und ein System der Fairness dafür sorgt, dass Honorare, Versicherungen und Altersversorgung geregelt sind.

Edited by flysurfer

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Klar braucht es Regulierung, ohne komplexe Regulierung enden Wettbewerbssysteme immer in Mord und Totschlag. Bei der Regulierung müssen aber auch Verbrauchervertreter mitentscheiden.

Edited by Crischi74

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Offenbar gibt es bei Fotodienstleistungen derzeit keinerlei Regulierung. Jeder kann alles ohne Vorbildung und Kompetenznachweis zu jedem Preis unter jeder Bedingung an jeden zu jeder Zeit verkaufen, und jeder kann alles zu jedem Preis unter jeder Bedingung von jedem zu jeder Zeit in Auftrag geben. Ein Paradebeispiel für die "gig economy", wo jeder Uber-Fahrer angeblich ein kleiner Unternehmer ist – und zugleich ein Spielball der Launen seines mächtigen Auftraggebers.

Es gilt dann das, was im Artikel steht:

Zitat

When a company has access to an unlimited pool of workers for a position with little to no barriers to entry, they’ll always be able to find people willing to do more work for less. 

Und das wirkt sich am Ende natürlich auch auf die Qualität der Arbeit aus. Einerseits, weil jeder Nichtskönner so tun kann, als könne er was. Andererseits, weil auch die Könner so billig werkeln müssen, dass sie den für gute Arbeit notwendigen Aufwand nicht mehr erbringen können.

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vor 19 Stunden schrieb mjh:

Betroffen sind nach dem aktuellen Stand alle Gewerke in der Anlage B1. Dazu zählen unter anderem Modisten, Weinküfer, Buchbinder – und eben auch Fotografen. 

Nö. Anlage B1 ist die Liste, bei denen der verpflichtende Meisterbrief entfallen war. Klar, dass da der Fotograf drin ist.

In dem die Diskussion auslösenden Antrag Bayerns im Bundesrat steht aber ausdrücklich, dass es nur um die Wiedereinführung für "einzelne ... Handwerke" aus der B1-Liste geht, nämlich die, bei denen dies "geboten" sei. Es gehe um die "Nachhaltigkeit von Betriebsgründungen", den "Qualitäts- und Qualifizierungausweis", mit dem das "deutsche Handwerk über ... nationale Grenzen hinweg" bekannt sei. Glaube kaum, dass der unterzeichnende Markus Söder dabei die Fotografen im Visier hatte...

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Auf der einen Seite kein Meister weil der Markt schon regelt wer kreativ genug ist und über genug Geschäftssin verfügt, auf der anderen Seite eine Verband der dafür sorgt das niemand zu billig arbeitet und den Markt kaputt macht ... was den nun?

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vor 8 Stunden schrieb christian ahrens:

Wenn ich heute 19 oder 20 wäre würde ich es so machen:

Ich würde mir eine nette kleine Kameraausrüstung nehmen und zwei Jahre um die Welt trampen. Dabei natürlich viel fotografieren und herauszufinden versuchen, was ich eigentlich für ein Mensch bin und wo ich vielleicht mal hin will. Und wenn es die Fotografie als Beruf sein sollte, würde ich den für mich geeignetsten Studiengang (FH, TH oder Uni) oder die geeignetste Akademie aussuchen (z.B. Ostkreuz oder Fotoakademie Köln) und dann 2-4 Jahre kreatives Erproben und Austoben genießen. Nebenher würde ich bei Fotografen assistieren und natürlich auch schon eigene Jobs anstreben.

Am Ende dieses Prozesses weiß man dann vielleicht ein klein bißchen mehr über sich selbst und muss seinen Weg dann weiter gehen – idealerweise nicht als Einzelkämpfer, sondern gut vernetzt, vielleicht mit ein paar Förderern im Rücken oder vielleicht sogar in einer Team-Partnerschaft (so habe ich es gemacht, als ich mich selbständig gemacht habe).

Das liest sich sehr schön, aber wer finanziert einen solchen Werdegang, bzw. 2 Jahre Weltreise?
Etwa so ähnlich wie die Hardwerker auf der Walz, wie bei den Zimmerleuten?

Es wäre aber zumindest ein Beitrag zur Völkerverständigung :) ...

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vor 8 Stunden schrieb Allradflokati:

Das liest sich sehr schön, aber wer finanziert einen solchen Werdegang, bzw. 2 Jahre Weltreise?
Etwa so ähnlich wie die Hardwerker auf der Walz, wie bei den Zimmerleuten?

Es wäre aber zumindest ein Beitrag zur Völkerverständigung :) ...

Viele Junge Leute sind nach dem Abi 3-6 Monate in der Welt unterwegs. Work and travel! Ich kann das nur begrüßen. Ich selber war auch seinerseits 3 Monate in Nordafrika unterwegs.

Peter

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Am 3.6.2019 um 22:08 schrieb Homer Wells:

 

Sorry, aber wenn ich auf der oben verlinkten Seite folgendes lese, fehlen mir aber auch die Worte:

"Heutzutage kann sich jeder, der sich für eine Sache begeistert und genügend Ehrgeiz und Energie aufwendet, die passenden Skills selber aneignen."

 

 

Mit dieser Einstellung lasse ich doch gerne einen Elektriker bei mir ins Haus.

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Für Handwerk, das Leben gefährden kann, ist aus meiner Überzeugung heraus der Meisterzwang absolut wichtig. Ich denke gerade an den KFZ - Bereich.

Ein schlechtes Bild bringt keinen um.

Ich denke nicht, dass selbsternannte Fotografen langfristig den Berufsfotografen Einkünfte abgraben können. Die Spreu trennt sich nämlich durchaus vom Weizen. Auch auf die Gefahr, dafür Kritik zu ernten: hier kommt auch die professionelle Ausrüstung mit ins Spiel. Wichtiger ist natürlich Know How und - sehr bedeutsam - professionelles Arbeiten in Hinblick auf Zuverlässigkeit. In meinem Bereich gibt es sehr viele Leute, die sich eine Einsteiger oder Mittelklasse DSLR holen und meinen, damit sind sie schon echte Fotografen. Ich habe es auf Events wie der Hansepferd erlebt, dass mir Akteure ganz lässig sagten "du brauchst von unserem Auftritt keine Fotos zu machen, wir haben mehrere Fotografen von der Fotocommunity eingeladen." Alles klar. Hinterher fragten sie mich ganz vorsichtig, ob ich nicht zufällig Bilder habe, es sei kein Bild gelungen. Alle zu dunkel, unscharf und grieselich. Hatte ich auch nicht anders erwartet. Denn dort ist sehr wenig Licht und das vorhandene auch noch schlecht. "Professionell" heißt für mich, dass ich in jedem Fall das geeignete Werkzeug dabeihabe. Mich nerven die "Knipstussis" eher, will sie den akkreditierten Fotografen im Wege herumstehen. Es gibt übrigens sogar Fotografen, die ihre Dienste völlig kostenlos anbieten. Da würde auch kein Meisterzwang helfen.

Insofern bin ich immer für den freien Markt, der sich selbst reguliert. Wer es kann, setzt sich langfristig durch.

Edited by rednosepit

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Als Chemiemeister möchte ich meinen Senf auch mal dazu beitragen. Der Meisterbrief ist erforderlich wenn ich Ausbilden möchte. Ausbildereignungsschein usw. Auch ohne Meisterbrief

kann ich mich selbstständig machen. Nur Ausbilden geht dann halt nicht. Der Meister steht auch in der Verantwortung dafür, wenn etwas in die Hose geht. Einen ungelernten in Haftung zu

nehmen dürfte nicht einfach sein weil jedes Gericht die Frage stellen wird: hatte die Frau/Mann überhaupt die Qualifikation um beurteilen zu können was er Sie/Er da macht.

Meister hat mit der Fähigkeit gute Fotos zu machen nix zu tun. Es geht heute hauptsächlich darum, jemanden zu haben den man verantwortlich machen kann.

 

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vor einer Stunde schrieb rednosepit:

Für Handwerk, das Leben gefährden kann, ist aus meiner Überzeugung heraus der Meisterzwang absolut wichtig. Ich denke gerade an den KFZ - Bereich.

Ein schlechtes Bild bringt keinen um.

Ich denke nicht, dass selbsternannte Fotografen langfristig den Berufsfotografen Einkünfte abgraben können. Die Spreu trennt sich nämlich durchaus vom Weizen. Auch auf die Gefahr, dafür Kritik zu ernten: hier kommt auch die professionelle Ausrüstung mit ins Spiel. Wichtiger ist natürlich Know How und - sehr bedeutsam - professionelles Arbeiten in Hinblick auf Zuverlässigkeit. In meinem Bereich gibt es sehr viele Leute, die sich eine Einsteiger oder Mittelklasse DSLR holen und meinen, damit sind sie schon echte Fotografen. Ich habe es auf Events wie der Hansepferd erlebt, dass mir Akteure ganz lässig sagten "du brauchst von unserem Auftritt keine Fotos zu machen, wir haben mehrere Fotografen von der Fotocommunity eingeladen." Alles klar. Hinterher fragten sie mich ganz vorsichtig, ob ich nicht zufällig Bilder habe, es sei kein Bild gelungen. Alle zu dunkel, unscharf und grieselich. Hatte ich auch nicht anders erwartet. Denn dort ist sehr wenig Licht und das vorhandene auch noch schlecht. "Professionell" heißt für mich, dass ich in jedem Fall das geeignete Werkzeug dabeihabe. Mich nerven die "Knipstussis" eher, will sie den akkreditierten Fotografen im Wege herumstehen. Es gibt übrigens sogar Fotografen, die ihre Dienste völlig kostenlos anbieten. Da würde auch kein Meisterzwang helfen.

Insofern bin ich immer für den freien Markt, der sich selbst reguliert. Wer es kann, setzt sich langfristig durch.

Ein schönes Beispiel. Da habe ich ganz persönlich das krasse Gegenteil erlebt.
Meine Firma hatte extra für eine Reportagestrecke einen Berufsfotografen bestellt und gut bezahlt.
Ich war bei der Entstehung der Bilder dabei und habe selber auch fotografiert. Ist halt mein Projekt.

Unsere Presseabteilung hat später keines seiner "teuren" Fotos genutzt, sondern Flyer und Zeitungen mit meinen Bildern bestückt.

Weder Meisterbrief, noch Berufsausbildung oder professionelle Ausrüstung haben da genutzt. Ich denke auch, dass jeder hier ähnliche Beispiele findet oder berichten kann.
Aus beiden Richtungen.

Eine Verallgemeinerung halte ich daher für einigermaßen weltfremd.

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vor einer Stunde schrieb rednosepit:

Insofern bin ich immer für den freien Markt, der sich selbst reguliert. Wer es kann, setzt sich langfristig durch.

bist Du gelernte Fotografin oder hast das studiert? 
Versteh mich nicht falsch, ich will mich nicht in diese Diskussion einmischen, finde es aber spannend, das oft despektierlich von den Hobbyfotografen gesprochen wird, obwohl man selbst diesen Weg in die Selbstständigkeit gegangen ist.

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vor 2 Stunden schrieb rednosepit:

Insofern bin ich immer für den freien Markt, der sich selbst reguliert. Wer es kann, setzt sich langfristig durch.

@Mr.Darcy und @Uwe Richter Wenn der Hobbyfotograf einen Auftrag zuverlässig durchführt, wird er sich auf einem freien Markt auch durchsetzen.

 

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vor 35 Minuten schrieb ing:

@Mr.Darcy und @Uwe Richter Wenn der Hobbyfotograf einen Auftrag zuverlässig durchführt, wird er sich auf einem freien Markt auch durchsetzen.

 

das denke ich auch. Ich meinte aber etwas anderes - nämlich das sich Berufsfotografen, die selbst Quereinsteiger sind, über andere Quereinsteiger echauffieren.

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vor 38 Minuten schrieb ing:

@Mr.Darcy und @Uwe Richter Wenn der Hobbyfotograf einen Auftrag zuverlässig durchführt, wird er sich auf einem freien Markt auch durchsetzen.

 

Das ist schon klar, aber dass hat sie ja nicht gemeint.

Wer keine professionelle Ausrüstung hat, ist nur Knipstussi und steht im Weg rum. War wohl eher die sinngemäße Aussage.

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Guest
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@rednosepit "...Auch auf die Gefahr, dafür Kritik zu ernten: hier kommt auch die professionelle Ausrüstung mit ins Spiel..." 

Ich habe letzte Woche Donnerstag einen ganztägigen Job für ein großes Unternehmen in München nur mit einem Body und einer einzigen Festbrennweite bestritten. Bin ich eine Knips-Tussi?

Edited by Guest

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vor 1 Minute schrieb Mr.Darcy:

hattest Du einen Rock an? :D

Logo - einen roten Mini, hahaha

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Naja, sie schrieb ja "in meinem Bereich...".

Bei schnellem Sport in dunklen Hallen kann der AF einer Fuji X100 oder X-Pro1 schon durchaus an seine Grenzen kommen. Für viele andere professionelle Zwecke (Reportage, Hochzeit, Industrie etc.) genügt eine "Mittelklasse-DSLR" oder -DSLM allemal.

 

 

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Ne X100 ist nix für Knipstussis sondern ein ernsthaftes Werkzeug für ganze Kerle! Oder Transen, die was davon verstehen 😅

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vor 53 Minuten schrieb uli-P:

Logo - einen roten Mini, hahaha

Uli, @rednosepit soll ein Foto von Dir als Drag Queen machen, wo Du Dich auf der Motorhaube ihres Mustangs räkelt.

 

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