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Philosophisches zum sog. Vollformat


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Man hört ja immer von den "Vollformatlern", es gäbe nichts besseres. Freistellung, Bokeh, Lichstärken, alles in Hand der 24mm*36mm Sensoren. 

Freistellung (also die Möglichkeit einer Freistellung) und die Lichstärken sind ja technische Aspekte, das Bokeh eher ein ästhetischer Aspekt der Fotografie.

Aber wo kommt dieses Format denn her? Aus den Rechenzentren der Objektivhersteller? Nein!

Wer es noch nicht wusste: Anfang des 20ten Jahrhundert (also vor mehr als 100 Jahren)  hatte ein pfiffiger Mitarbeiter der damailgen Kino-Stummfilm-Industrie eine revolutionäre Idee: Ich schnipsele mir ein Stück vom 35mm Kinofilm von der dicken (und sauteuren) 20 Meter Rolle und baue eine Kasten, mit dem ich dann diese Schnipsel testweise belichten kann. Die Breite war ja mit 35mm vorgegeben und die Masken hatten in den Filmkameras eine Breite von 24mm. Das stand also auch fest. Nur rollte sich der Film im handlichen Kasten seitwärts vor dem Objektiv ab, so dass die ehemalige Breite schon zu Höhe wurde, und die damalige Höhe von 16mm, was ein 1.5tel der Breite betrug lieferte das Höhe zu Breite Verhältnis einen Wert von 1.5. Also 24 * 1.5 = 36. Die Geburtsminute des Formates 24 x 36 mm!

Nun aber muss ja noch ein Objektiv her: Taschenrechner gab es ja nicht, wohl aber war der Pythagoras bei Technikern bekannt. 24*24+36*36, daraus die Wurzel ... wo ist der Rechenschieber? Wer hat denn den Kaffee über meinen Rechenschieber gekippt, da kann man ja gar nichts mehr genau ablesen! Geschätzt wurde das Ergebnis 50. Es musste ein 50mm Objektiv her, man war vom Fach und wusste, das wird bei dem Format das Beste sein ...

Da gab es einen, der beherrschte jede Linsenschleiferformel aus dem FF: "Elmar, bau mir mal ein 50er mit einem 50er Bildkreis". Und Elmar baute nach Feierabend ein 50er, und was für eines!

Das Testbelichten wurde schnell zur Nebensache, das Format hat sich bis heute gehalten.

Warum wird diesem zufällig entstanden Format heute eine technische Überlegenheit und ein ästhetisches Nonplusultra attestiert?

Was wäre geworden, hätte man damals nicht für 35mm sondern für 16mm Material Filmkameras gebaut? Hätte dann ein, sagen wir mal 12x18mm Sensor, als "Vollformatsensor", den gleichen Platz wie es heute der mit 24x36mm? Mit all den Vorteilen der für ihn speziell entwickelten Objektiven? 

Oder ist der Vollformatsensor tatsächlich nur ein Relikt aus Stummfilmtagen?

 

Edited by RAWky
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Hi,

der Begriff "Vollformat" ist ein Marketing-Begriff der Fotoindustrie des frühen digitalen Zeitalters. 

Richtiger heißt es: Kleinbild-Format. Manche sagen auch "Leica-Format".

In der Tat stellt dieses Format, die Kamera und der daran hängende Workflow der "Vergrößerung" eine höchst innovative Idee des Wetzlarer Herstellers dar.

Ein paar Gedanken dazu habe ich hier aufgeschrieben:

"Mythos Vollformat"

VG, Christian

 

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vor 12 Stunden schrieb RAWky:

Warum wird diesem zufällig entstanden Format heute eine technische Überlegenheit und ein ästhetisches Nonplusultra attestiert?

Guggst du in diesem Thread, ab ca. #151, da werden die Begrifflichkeiten Kleinbildformat vulgo Vollformat thematisiert. Das hat nichts mit Philosophie zu tun (wäre schön, wenn es so wäre),  sondern mit schnödem Marketing:

 

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Dieses Thema ist so alt wie die digitale Fotografie. Ich komme vom Kleinbildfilm. Zu dieser Zeit hat niemand vom Vollformat gesprochen. Dieses Wort war völlig unbekannt. Und natürlich hat ein Kleinbildsensor gegenüber einem APS-C Sensor unbestreitbare Vorteile. Nun werde ich mich hüten, diese hier aufzuführen, denn das führt, wie jedes mal wenn diese Diskussion geführt wird zu folgendem. Missverständnisse (allein schon durch den Begriff Vollformat/Kleinbild), Meinungsverschiedenheiten, Ignoranz der Physik, Besserwisseerei, Uneinsichtigkeit und zuletzt auch Streit. 

Von Minolta kommend, bin ich bei Sony gelandet und so letztlich bei einer Kamera mit Kleinbildsensor. Dann kam Fuji und bot mit dem X-System eine Möglichkeit einer leichten und kompakten Kamera, immer im Vergleich zum Kleinbild, die in Bezug auf jenes eine vergleichbare Bildqualität bot und zum Beispiel im High Iso Bereich noch besser war. Das ganze natürlich verpackt mit den Nachteilen von APS-C.

Dessen bewusst, hatte ich doch auch schon mit der Minolta D7d und der Sony A700 tolle Aufnahmen hin bekommen, habe ich dann gewechselt. Man muss sich halt genau der Vor und Nachteile eines größeren oder kleineren Sensors bewusst sein, dann hat man damit auch nicht das geringste Problem. Ein Mythos sehe ich im Kleinbildsensor keinesfalls.

Gruß Wolfgang

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