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Fujifilms Verknappungs-Strategie - clever oder gefährlich?


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In einem aktuellen Fuji-Rumors Beitrag mit Aussagen von Fujifilm-CEO Goto kochte das Thema der strategischen Produktverknappung von Fujifilm wieder mal hoch, mit der das Unternehmen angeblich einmal eine Art Leica-Status erreichen will (was rar ist, ist vermeintlich exklusiv) und andererseits eine Überproduktion vermeiden will, die zu Promotion-Aktionen und Preisnachlässen zwingt.

https://www.fujirumors.com/fujifilm-ceo-supply-is-normal-overproduction-would-force-discounts-and-reduce-brand-strength-and-gear-value/

Aus meiner Sicht könnte dies längerfristig ein gefährlicher Kurs werden, wenn er denn wirklich eingeschlagen wird. Auf der einen Seite könnten Fuji-Kunden ihre "Kuschelmarke" zunehmend als unsympathischen Hersteller empfinden, dem es ganz ausschließlich um manipulative Gewinnmaximierung geht. Also: nix mehr mit lieber Fuji-Kuschel-Family. Auf der anderen Seite besteht mE die Gefahr, dass potenzielle Neu-Kunden durch Lieferzeiten und hohe Preise abgeschreckt werden zumal Fuji ja -trotz Hype- durchaus nicht alternativlos ist, wenn man zB an die sehr reizvolle Nikon Zf Retrokameras denkt. Und Bestandskunden (die wohl eher dem System treu bleiben) könnten in Anbetracht der ständig größer werdenden Zahl ordentlicher und meist preiswerter "Fremd"-Objektive häufiger bei diesen Drittmarken zugreifen als lange auf ein teures Originalobjektiv zu warten (das veraussichtlich nie mehr wie früher günstig in Bonusaktionen angeboten werden wird).

Außerdem liegt es nahe, dass man ganz einfach mit seiner guten alten Fuji viel länger fotografiert als früher üblich bevor man einer teuren und dazu noch schwer zu bekommenden Neuheit nachhechelt. Zumal mE Killer-Features neuer Kamera im Vergleich zu ihren Vorgängern heutzutage kaum zu erwarten sind, also allenfalls "nice to have" aber kaum noch ein "must have".

Ich fände es spannend zu erfahren, was die lieben Mitforenten zu diesem Thema denken!

Edited by Viewfinder
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Wird für mich nicht relevant, da ich schon heute mehr habe, als ich eigentlich brauche.

Fujifilm als Edelmarke zu positionieren kann ich als Verbraucher nachvollziehen, werde aber unweigerlich meine eigene Zahlungsfähigkeit und -Bereitschaft immer den Vorranggeben.

 

Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit finde ich es auch förderlich, Kameras und Objektive über Jahrzehnte zu nutzen. Das es möglich ist, kann ich bereits bei vorhandenen Geräten auch von anderen Herstellern sehen. An den Bildern und der erzielbaren Wirkung auf Betrachter tut das Alter keinen Abbruch!

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vor 3 Stunden schrieb Viewfinder:

das Thema der strategischen Produktverknappung von Fujifilm

Von einer Produktverknappung ist ja nicht die Rede; die Aussagen des CEO drehen sich vielmehr um die Vermeidung einer Überproduktion, die zu einem Preisverfall führen würde.  Dass man einige Produkte zeitweise nicht oder kaum liefern konnte, war durch externe Faktoren bedingt, worüber man bei Fuji meines Wissens gar nicht glücklich war.

Wie man die Strategie einschätzt, nicht mehr zu produzieren als der Markt voraussichtlich abnehmen wird, hängt dann immer davon ab, ob man gerade eine neue Kamera kaufen will oder ob man sich um den Wiederverkaufswert des vorhandenen Equipments Gedanken macht. Des einen Freud ist des anderen Leid …

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vor 2 Stunden schrieb forensurfer:

Fujifilm als Edelmarke zu positionieren kann ich als Verbraucher nachvollziehen, werde aber unweigerlich meine eigene Zahlungsfähigkeit und -Bereitschaft immer den Vorranggeben.

Wobei man halt schon sehen muss, dass Fuji nichts einer "Edelmarke" an sich hat, weder vom Produkt noch vom Management her ...

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vor 53 Minuten schrieb mjh:

Von einer Produktverknappung ist ja nicht die Rede; die Aussagen des CEO drehen sich vielmehr um die Vermeidung einer Überproduktion, die zu einem Preisverfall führen würde...

Nicht explizit in den Aussagen von Goto ("Our goal with mirrorless cameras is to fundamentally change the way Fujifilm has sold cameras in the past"), in deren Interpretation von Fuji-Rumor und in den mehr als einhundert Kommentaren aber schon.

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vor 54 Minuten schrieb platti:

Wobei man halt schon sehen muss, dass Fuji nichts einer "Edelmarke" an sich hat, weder vom Produkt noch vom Management her ...

Wobei Goto ja von Leica und deren hohen Preisen für alte und neue Kameras als Vorbild spricht.

Edited by Viewfinder
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vor 59 Minuten schrieb Viewfinder:

Wobei Goto ja von Leica und deren hohen Preisen für alte und neue Kameras als Vorbild spricht.

In der Tat. Und ich glaube weder dass Leica „künstlich verknappt“, noch dass Fujj das tut. Ich verstehe sehr gut, dass sie nicht für Unsummen neue Produktionsanlagen hinstellen in der Hoffnung, dass der Hype anhält. An so einer „Strategie“ sind in den letzten Jahren einige Firmen in anderen Branchen zugrunde gegangen. 

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vor 18 Minuten schrieb didole:

In der Tat. Und ich glaube weder dass Leica „künstlich verknappt“, ...

Leica nennt das 'Limited Edition' oder Ähnlich. Am besten noch nummeriert.
Das ist nichts anderes, als Kaufanreize für Sammler zu generieren.
Machen andere Hersteller in allen möglichen Produktbereichen ebenso.

Fujifilm hat es jüngst mit der X100VI L.E. gemacht, wobei der Hype groß und der eigentliche Aufpreis mäßig waren.
Richtig profitiert haben hier eher Spekulanten.

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"

With respect, Mr. Goto, but I am sorry to say that this far from “normal supply“.

"

 

Der Markt wirds richten, egal wie die offizielle Strategie des Herstellers dahinter sein mag.

 

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vor 42 Minuten schrieb PrimaFoto:

Leica nennt das 'Limited Edition' oder Ähnlich. Am besten noch nummeriert.
Das ist nichts anderes, als Kaufanreize für Sammler zu generieren.
Machen andere Hersteller in allen möglichen Produktbereichen ebenso.

Fujifilm hat es jüngst mit der X100VI L.E. gemacht, wobei der Hype groß und der eigentliche Aufpreis mäßig waren.
Richtig profitiert haben hier eher Spekulanten.

Ich meinte die normalen Modelle. Die sind (genausowenig wie bei Porsche oder Apple) „künstlich verknappt“. 

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vor 40 Minuten schrieb PrimaFoto:

Leica nennt das 'Limited Edition' oder Ähnlich. Am besten noch nummeriert.
Das ist nichts anderes, als Kaufanreize für Sammler zu generieren.

Außerdem überbrückt Leica damit die Zeit bis zur Ankündigung eines neuen Modells. 

Es gibt jedenfalls Kunden mit überschüssiger Kaufkraft, die irgendwie abgeschöpft werden muss. Diejenigen, denen es um die Fotografie geht, kaufen natürlich das normale Standardmodell, und wenn sie dann noch Geld übrig haben, legen sie es in Objektive an. 

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Meine Meinung nach ist es eigentlich vollkommen egal, was Fuji aktuell ist, gerne sein würde oder was der CEO in dem Interview eigentlich sagen wollte. Es gibt definitiv Kunden, die aktuell eh schon durch fehlende Verfügbarkeit, Fokusprobleme, unreife Firmwareupdates und Qualitätsprobleme angekratzt sind. Was ist die Reaktion von Fuji dazu? Ein langweiliges Video (eher "cringe" in der Jugendsprache) zum Update in dem der Bug totgeschwiegen wird und ein als durchaus ziemlich arrogant interpretierbares Interview mit dem CEO bei Fujirumors? Keine offizielle Entschuldigung oder zumindest ein "Uns sind Probleme bekannt, wir arbeiten an der Lösung"? Selbst hier im Forum, welches ich überwiegend als massiv Pro-Fuji einstufen würde, ist jetzt dieser Thread aufgetaucht und auf Fujirumors sieht es in den Kommentaren noch mal deutlich schlimmer aus. Auch unter den Youtube-Videos zu den AF/Firmeware-Problemen findet man problemlos Leute, die sich von Fuji getrennt haben, sich beim Neueinstieg gegen Fuji entschieden haben oder zumindest überlegen zu Wechseln, weil sie unzufrieden sind.
Ich bin kein CEO einer Firma, aber ich würds so nicht machen und als Kunde, der ich seit knapp 10 Jahren bei Fuji bin, fällt es mir alles negativ auf und kratzt gewaltig an der Sympathie, die ich mal zu Fuji hatte.

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vor 13 Minuten schrieb StefanTi:

Ich bin kein CEO einer Firma, aber ich würds so nicht machen und als Kunde, der ich seit knapp 10 Jahren bei Fuji bin, fällt es mir alles negativ auf und kratzt gewaltig an der Sympathie, die ich mal zu Fuji hatte.

Ich gebe Dir in Teilen recht. Aber was hilft es? Nach Canon und Leica (zu teuer), Sony (zu abstrakt), Nikon (zu hässliche Objektive) und Panasonic () bin ich nun wieder bei Fuji. (Einschätzungen alles meine subjektiven Fazits)

Panasonic finde ich noch am sympathischsten, mit klasse Software, etlichen Features usw. Aber die haben eben auch keinen Blendenring und keine historisch anmutenden Kameras. Sonst wäre ich auch längst weg von Fuji.

Fazit für mich: das Produkt in Summe entscheidet.
Der CEO mag viel reden, ist mir egal, solange ich mehr Kameras als Hände und mehr Objektive als Kameras habe.

Ich wiederhole. Et iss, wie et iss.

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Der Threadtitel ist nicht ganz richtig, weil er das Interview verzerrt und tendenziös darstellt. Es geht nicht um gezielte Verknappung. Sowas gibts vielleicht im absoluten Hochpreissegment.

Es geht vielmehr die Produktion mit dem Ziel nicht zuviel und nicht zu wenig zu produzieren, d.h. die Käuferwünsche zu befriedigen, genügend Geld einzunehmen und nicht Geld in Hardware zu versenken, welche geparkt ist bzw. ggf. mit Verlust verkauft werden muss.

War bei uns früher im Gemüseladen genauso. Mit dem Unterschied, dass Obst und Gemüse schneller verdirbt als man gucken kann und somit die Lagerhaltung sehr limitiert ist. Man hat Erfahrungswerte. Was für die Kamerafirmen Jahreszeiten sind, waren für uns Wochen- und Feiertage. Mal passt es, sogar meistens. Mal passt es nicht und alle wollen Kopfsalat, aber der ist aus. So ist es in jedem Geschäft.

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vor einer Stunde schrieb Taloan:

Ich gebe Dir in Teilen recht. Aber was hilft es? Nach Canon und Leica (zu teuer), Sony (zu abstrakt), Nikon (zu hässliche Objektive) und Panasonic () bin ich nun wieder bei Fuji. (Einschätzungen alles meine subjektiven Fazits)
[...]
Fazit für mich: das Produkt in Summe entscheidet.
Der CEO mag viel reden, ist mir egal, solange ich mehr Kameras als Hände und mehr Objektive als Kameras habe.

Damit hast du recht, aber wie du richtig sagst, sind es alles subjektive Einschätzungen, die bei anderen Nutzern anders ausfallen bzw. deren Anteile unterschiedlich gewertet werden. Richtig ist auch, dass die Summe entscheidet. Wenn Fuji weiß, dass sie schon einige Problemzonen haben, würde ich daran arbeiten sie zu minimieren und sie nicht leichtsinnig noch erweitern.

vor 53 Minuten schrieb platti:

Nachdem mir als Amateur keine Kameramarke sympathisch sein muss, ist mir auch egal, welches Image Fuji vor sich herträgt.

Ich finde gerade als Amateur ist Sympathie wichtiger als für Profis. Ein Profi braucht ein Werkzeug mit dem er Geld verdienen kann, als Amateur ist man flexibler und kann kaufen was einem Spaß macht. Die E1 war damals technisch schon Sony unterlegen und trotzdem hab ich sie genommen, weil sie mir mehr Spaß gemacht hat und Fuji die sympathischere und vertrauenswürdigere Firma war. Damals konnte man sich auf Kaizen verlassen, da stand das als Kaufarument in Testberichten und heute werden Witze darüber gemacht.

vor 42 Minuten schrieb Taloan:

Fuji hat den Charme einer Kamera mit einem Computer drin.

Bei vielen Fujis stimme ich dir zu, aber bei der H-Serie seh ich da keinen Unterschied mehr. Sie ist ein notwendiges Übel, weil die T5 für einen Teil meiner Fotografie zu langsam ist.

vor 43 Minuten schrieb Tommy43:

Der Threadtitel ist nicht ganz richtig, weil er das Interview verzerrt und tendenziös darstellt.

Kann man so sehen, aber bei dem Inhalt des Interviews kann man eigentlich nur selbst Schuld sagen. Dass solche Interpretationen auftauchen sollte niemanden überraschen.

Edited by StefanTi
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Kleiner Vergleich, ganz am Rande:

Apple ist eine Firma, die es auf absolute Gewinnmaximierung abgesehen hat.
Aufrüstmöglichkeiten wurden de facto seit Jahren abgeschafft, mickriger Support und kurze Garantie. Für alles musst du Aufpreis bezahlen,  und das in nahezu unverschämten Größenordnungen. Apple verfügt über ein riesiges Barvermögen, sicher gebunkert vor dem Zugriff von Finanzbehörden verschiedener Staaten. Ihren Händlern gönnen sie nicht die Butter auf's Brot, eigentlich noch nicht mal das Brot.

Probleme gibt es (zunehmend) auch bei Apple Produkten. Dennoch genießt die Firma immer noch hohes Ansehen, wird bei bestimmten Zielgruppen geradezu verehrt.

Und dann kommt ihr hier mit Imageverlust von Fujifilm daher? Ich erinnere mich noch an die Canon M-Kameras mit wirklich schlechtem AF. Hat Canon auch mit sporadischen Firmwareupdates nicht hinbekommen. Meine einstige Canon M-5 verlor in gut einem Jahr etwa 60 % ihres Kaufpreises an Wert. Das RF Bajonett war bis vor kurzem alleine Canon vorbehalten (elektronisch), aber auch aktuell ist es bei KB-Format Objektiven nicht anders.

Wie man sieht, gibt es genügend Firmen, denen die Kundenansprüche und -Wünsche nicht soooo wichtig sind und trotzdem sind sie erfolgreich.
Und manch einer hier bekommt sich schier nicht mehr ein und holt seinen eigenen, verbalen Hammer heraus, weil ein paar uninteressante Youtuber auf Fuji einhämmern und man einfach dabei sein will.

Ja, dann geh' doch zu Sony - in Abwandlung eines Werbespruchs. 😁

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vor einer Stunde schrieb Taloan:

Sony hat den Charme eines Computers mit einer Kamera drin.

Ach so, nur das ewige alte Vorurteil :D Hast du eine Sonyausrüstung schon mal selbst benutzt? Ich sehe das anders. Die Fuji X-H2 oder X-S20 müssen wir dann wohl sowieso ausklammern ;) 

Edited by Leicanik
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vor 2 Stunden schrieb mjh:

Diejenigen, denen es um die Fotografie geht, kaufen natürlich das normale Standardmodell, und wenn sie dann noch Geld übrig haben, legen sie es in Objektive an. 

Welches Objektiv für die x100vi? Oder gehst Du davon aus, dass die meisten, die diese Kamera nicht als Statusobjekt gekauft haben und wirklich fotografieren wollen, sowieso eine zweite Kamera mit Wechseloptiken haben?

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vor 36 Minuten schrieb StefanTi:

Kann man so sehen, aber bei dem Inhalt des Interviews kann man eigentlich nur selbst Schuld sagen. Dass solche Interpretationen auftauchen sollte niemanden überraschen.

Ja und Nein. Ich muss bei Interviews damit rechnen, dass mir die Worte im Munde herumgedreht und gegen mich verwendet werden. Das ist dann aber Schuld des Verdrehers und nicht des Interviewten. Das sollte klar sein, egal wie taktisch unklug der CEO da agiert. Deshalb ist der Titel hier eben schlicht falsch, das muss man schon ansprechen.

Ein guter Berater hätte dem CEO dazu raten müssen, sich zu solchen Selbstverständlichkeiten, dass man z.B. nicht auf Halde produzieren möchte, in Zeiten eines augenfälligen Mangels bei der X100VI keinesfalls zu äußern. Das wäre natürlich schlauer. Und gleichzeitig beteuern, dass man alles Menschenmögliche tut, um die Lücke bei der X100VI schnell zu schließen, verbunden mit dem Bedauern und einer Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten. Das wäre schlauer gewesen als sich öffentlich zu freuen, dass man alles los wird, was man so produziert während eine Kundengruppe auf den Nägeln kaut beim Warten. Im Übrigen auch „japanischer“, denn nichts ist dort schlimmer, als jemand anderen in Verlegenheit zu bringen.

Edited by Tommy43
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