aeppelken Geschrieben 3. Juli 2011 Share #1 Geschrieben 3. Juli 2011 Werbung (verschwindet nach Registrierung) Seit einigen Tagen konnte ich nun meine X100 testen. Ich hatte sie aus folgenden Gründen gekauft: - um gute und möglichst rauschfreie Bilder bei schlechten oder dunkeln Lichtbedingungen zu erziehlen - Eine handliche Immer-Dabei-Kamera zu haben - Eine Kamera bei der ich die wichtigsten Bedien-Elemente zur Hand habe ohne lange in Menüs suchen zu müssen - Eine Kamera mit einem guten Sucher Nun habe ich die Kamera vor den Kauf nicht in der Hand gehabt - mich aber dafür umso mehr im Internet - vor allem auch in diesem Forum informiert. Vorneweg: Meine Wünsche sind mit der Kamera erfüllt worden - sie hat mich bei den oben genannten Punkten im Vergleich zu meiner bisherigen Fuji S5600 um den erhofften Quantensprung nach vorne gebracht. Mir ist natürlich klar, dass man diese beiden Kameras nicht vergleichen kann, aber ich halte es wichtig dies zu erwähnen, damit ihr meine Ausgangslage kennt (die sicherlich eine andere wäre, wenn ich z. B. eine DSLR hätte). Die S5600 werde ich auch keineswegs ausrangieren: Mit ihrer SuperCCD liefert sie bei guten Lichtverhältnissen tolle Bilder (selbst bei 380er Brennweite, immer noch mit einer max. F3.5 Blende) mit ordentlichen Kontrasten und dank nur 5 MegaPixel auch keinen unnötigen Pixel-Müll. Ich greife hier mal die Highlights der X100 für mich raus: - Dank des Hybrid-Suchers macht das Fotografieren wirklich Spaß: Die wichtigsten Infos sofort im Blick, die wichtigsten Einstellungen zu erreichen, ohne das Auge vom Sucher zu nehmen. Auch als Brillenträger gut nutzbar. Ich bevorzuge den OVF, bei schwierigen Lichtverhältnissen dann lieber den EVF. - Das Handling der Kamera ist prima. In der Ledertasche LC-X100 ist sie kompakt untergebracht und stört kaum beim rumtragen. So fällt es leichter die Kamera mal mitzunehmen, auch wenn man sich nicht sicher ist, ob es zu Situationen kommt, bei denen man fotografieren möchte. - Härtetest in einer dunklen Kirche: Ich habe noch die Bilder einer dortigen Kommunionfeier vorliegen, die ein Fotograf mit einer Canon EOS 450D erledigte. Diese waren recht dunkel und nur die Personen in der Nähe kamen dank des eingesetzten Blitzes noch gut heraus. Mit meiner X100 konnte ich auch ohne Blitz der Kirche zur Helligkeit verhelfen. Selbst mit ISO 6.400 waren die Bilder vom Rauschen her für mich absolut brauchbar. Deswegen wundert es mich nicht, dass die X100 so einige DSLRs in Sachen Rauschempfindlichkeit geschlagen hat. - Die Bedienelemente sind - bis auf wenige Ausnahmen - wirklich gut platziert und zu bedienen. Die OK-Taste ist etwas zu klein geraten, um den Blendenring gut zu fassen ist ein wenig Gewöhnung notwendig und die Menüs wirken etwas überfrachtet. Hier hätte vielleicht noch eine Unterteilung in einem "F"-Menü als zusätzliches Register für etwas mehr Übersichtlichkeit gesorgt. Auch gibt es bei den Einstellungen sicherlich auch noch Punkte, die man optimieren könnte (Auto-ISO bis 6.400, automatisch zuschaltbarer ND-Filter, Belichtungskorrektur auch im M-Aufnahmemodi), aber vielleicht tut sich da ja noch was mit dem nächsten Firmware-Update. - Bei schlechten Lichtverhältnissen trifft manchmal der Autofokus nicht so recht und zeigt dann schon mal schnell den roten Rahmen. Vielleicht fehlt mir hier noch ein wenig Übung. Aber ich habe schon wirklich viele gute Ergebnisse erziehlt. Die Bilder überzeugen in Sachen Auflösung. Der interne Blitz geht sehr dezent zur Sache wodurch die Gesichter auch mit Blitz natürlich erscheinen. Der externe Blitz (EF-20) kann durch's indirekte Blitzen auch schnell lästige Schatten erledigen. Und die Filmsimulation "Velvia" mag ich auch dank dieser kräftigen Farben, die ein Foto richtig lebendig machen können. - Zusätzliche Features wie der Video-Modus in HD-Format finde ich sehr praktisch, wenn man mal gerade kein Camcorder zu Hand hat. Mit einem Druck auf die Lupe kann man zuvor auch einen 3-Fach Zoom dafür einstellen, muss dann allerdings recht ruhig die Kamera führen, sonst wird das Bild recht ruckelig. Auch die Panorama-Funktion ist prima, auch wenn absolut einwandfreie Ergebnisse hier nur mit dem Stativ möglich sind. Und wenn die Leute mich fragen "wie und die hat nicht mal einen Zoom ?!?" dann kann ich nur sagen: Beim Kauf einer Kamera muss man sich immer vorher fragen, was man eigentlich will. Und ich wollte wirklich gute Aufnahmen - unter allen Lichtbedingungen. Und das geht mit der X100. Wenn das fotografieren Spaß macht, ist man sich eigentlich auch nicht zu bequem, das Objekt vernünftig in den Fokus zu nehmen. Und der Zoom? Ich habe ihn noch nicht vermisst. gruss, aeppelken Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Anzeige Geschrieben 3. Juli 2011 Geschrieben 3. Juli 2011 Hallo aeppelken, schau mal hier Erstes Resüme nach 100 Fotos... . Dort wird jeder fündig!
derlange Geschrieben 4. Juli 2011 Share #2 Geschrieben 4. Juli 2011 Danke für deine ausführliche Beschreibung. In vielen Punkten finde ich mich wieder. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
del Santos Geschrieben 5. Juli 2011 Share #3 Geschrieben 5. Juli 2011 Mensch kannst Du einem die Zähne lang machen .... mfg Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
aeppelken Geschrieben 29. Juni 2013 Autor Share #4 Geschrieben 29. Juni 2013 Als Ergänzung zu meinem ersten Resümee möchte ich hier eine Zwischenbilanz ziehen. Nicht nur, weil ich die X100 mittlerweile besser kenne, auch weil sich durch die Kamera meine Art zu fotografieren geändert hat. Nun, was die Kenntnisse in Sachen Fotografie angeht, war ich - als ich mir die X100 zugelegt habe - ein Anfänger. Auch jetzt bin ich nur ein einfacher Amateur, aber die X100 hat dazu herausgefordert, mich mit Technik und Motive auseinanderzusetzen. Hallo, lieber Besucher! Als Forumsmitglied (kostet nix) würdest du hier ein Bild sehen… Einfach hier registrieren – Wir freuen uns immer über neue Mitglieder!  Was ich damit meine: Mit meiner ersten Kamera - der Agfa mini - war das Fotografieren einfach: Motiv mit dem Sucher einfangen und dann den Auslöser drücken. Ich könnte auch bei der X100 alles auf Automatik stellen, merke aber schnell, dass ich dann nicht dass geboten bekomme, was die Kamera eigentlich kann. So hat sich schon schnell der Blendenring als wichtiges Einstellungsrad herausgestellt. Wenn ein Mehraufwand an Einstellungen mit besseren Ergebnissen belohnt wird, ist der Drang natürlich groß, sich näher mit den Möglichkeiten zu beschäftigen - erst recht bei der X100. Viel habe ich hierbei den Fuji X100-Forum zu verdanken, eine echt tolle Community, bei der ich mich sehr gut aufgehoben fühle. Auch muss ich das X100-Buch von Michael Diechtierow hervorheben. Es vermittelt wichtige, allgemeine fotografische Grundlagen in Verbindung mit der Bedienung der X100. So hat sich dann auch nach und nach meine bevorzugten Einstellungen an der X100 geändert. Zuerst JPEG only, dann kurze Zeit JPEG+RAW und nachdem ich das RAW-Potential entdeckt hatte nur noch RAW. Schon in iPhoto stellte ich fest, dass mehr aus RAW rauszuholen war, wie im folgenden Beispielbild zu sehen ist, bei dem ich die Regler recht derb ausgereizt habe. Aber ein auch weiterer wichtiger Punkt, warum ich mit der X100 nur RAW fotografiere: Ich brauche mir bei der Aufnahme noch keine Gedanken über den Weissabgleich und die Bilddynamik zu machen. So stelle ich nur die Belichtung mit Hilfe des Live-Histogramm nach ETTR ein und sehe zu, dass der Fokus passt, den Rest erledige ich dann ganz in Ruhe in Lightroom.  Hallo, lieber Besucher! Als Forumsmitglied (kostet nix) würdest du hier ein Bild sehen… Einfach hier registrieren – Wir freuen uns immer über neue Mitglieder! So habe ich dann meine X100 eingestellt: Die Verschlusszeit in der Regel auf Automatik, ISO-Auto bis 3200, DR fest auf 100, Blendenvorwahl, ND-Filter auf Fn, Integralmessung mit entsprechender Belichtungskorrektur vor dem Auslösen. Auf der belegbaren RAW-Taste dann ISO (Vorteil der alten X100), die ich benutze um ggfs. die Verschlusszeit zu pushen: D. h. ich wähle einen höheren ISO-Grundwert, um kürzere Verschlusszeiten zu erzwingen. Gegenüber den manuellen Modus habe ich so noch Live-Histogramm und Belichtungskorrektur zur Verfügung. So habe ich alle wichtigen Funktionen im direkten Zugriff und den Rest erledige ich dann am PC. Auf das Konzept der X100 habe ich mich recht gut eingestellt. Neben der Bedienung hat die Festbrennweite mich in Sachen Beweglichkeit gefordert. Vorteil: Wenn man sich schon bewegen muss, um das Motiv im passenden Abstand abzulichten, dann stellt man sich dann auch gleich im richtigen Winkel. So wird man schon mal kreativer beim einfangen eines Motivs. Der OVF ist dabei in der Regel mein klarer Favorit. Ich schätze es, dass der Blick über den Bildrahmen hinausgeht und man so ein Motiv auch besser eingrenzen kann. Mit Hilfe der kurzen Auslöseverzögerung sind vorfokussiert auch Action-Aufnahmen möglich. Hallo, lieber Besucher! Als Forumsmitglied (kostet nix) würdest du hier ein Bild sehen… Einfach hier registrieren – Wir freuen uns immer über neue Mitglieder!  Die X100 hat bei mir den Status der "Immer-Dabei"-Kamera. Auch dann, wenn ich vorher nicht sicher bin, ob ich die Kamera unterwegs überhaupt benutzen werde. Dank Größe und Gewicht stört Sie genauso wenig wie eine Mini-Handtasche. So ist es nicht schlimm, wenn ich sie mal ohne den Auslöser zu betätigen mitnehme. Und wenn sich dann doch ein Motiv auftut, bin ich froh, dass sie da ist...  Hallo, lieber Besucher! Als Forumsmitglied (kostet nix) würdest du hier ein Bild sehen… Einfach hier registrieren – Wir freuen uns immer über neue Mitglieder! Wunschlos glücklich? Nein, dass nicht. Aber ich habe von der X100 gelernt, dass vermeintliche Schwächen auch Ihre Stärken haben - so wie ich es schon oben beschrieben habe. Klar gibt es Situationen, da kann man nicht näher an das Motiv heran - z. B. bei Konzertfotografie. Hier würde ich mir schon mal eine höhere Brennweite wünschen, da ja sonst die X100 aufgrund ihres zurückhaltenden optischen Auftritt und der kaum wahrnehmbaren Geräuschkulisse für diesen Einsatz sehr gut geeignet ist. Ich könnte ja auch von einer Kamera mit Wechseloptiken träumen, aber besser ist es, dass ich versuche, mit meiner X100 schönere Fotos hinzubekommen. Denn eins ist für mich klar: Das meiste Steigerungspotential kann nicht durch eine neue Kamera sondern durch meinen eigenen Einsatz kommen. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
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