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Monitorkalibrierung


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Ärgerlich. Aber wenn ich es richtig verstehe, dann reden wir hier nicht mehr über Fotografie, sondern über Layout, also genau den Bereich, von dem ich bereits gesagt habe, dass Farbmanagement dort eine wesentlich größere Rolle spielt als in der Fotografie, weil hier die Verantwortung für das Endergebnis liegt.

Nein, es ging mir hier um etwas anderes. Du hattest gesagt, dass es in der Fotografie ja gar nicht immer so genau darauf ankäme und auch nicht immer möglich sei, die Farben des Motivs exakt zu treffen. Für einen Teil der Fotografie trifft das ja auch zu, für andere Teile nicht. Mein Argument war, dass es darum gar nicht unbedingt geht. Für manche Jobs ist es entscheidend, die Originalfarbe möglichst präzise zu treffen, während der Fotograf in anderen Fällen bewusst die Farbe manipuliert und einfach die Farbe reindreht, von der er sich eine bestimmte Wirkung erhofft – Fotografie muss ja nicht realistisch und dokumentarisch sein. Aber die Farben, die der Fotograf (oder derjenige, der mit der Bildbearbeitung betraut ist) am Ende auf seinem Bildschirm sieht und für gut hält – sei es, weil er sie für die Originalfarben hält, oder weil sie ihm schlicht gefallen –, diese Farben sollte auch jeder andere so zu sehen bekommen, so weit das technisch möglich ist. Und daher braucht man einen kalibrierten Monitor (und so weiter), ganz egal ob man sein Motiv farblich korrekt abbilden will oder nicht.

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So mache ich das auch. Ich kalibriere meinen Bildschirm, damit alle anderen nicht gaz andere Bilder auf dem Bildschirm sehen als ich, wenn sie auf meine Flickr-Seite gehen. Es wäre auch doof, wenn meine privaten Kalender und Drucksachen vollkommen anders von Apple oder Fuji zurückkämen als sie bei mir auf dem Bildschirm aussehen. Und es wäre traurig, wenn die Aufnahmen in meinen Büchern sich zu deutlich von meinem Bildschirmeindruck unterscheiden würden. Ich mache sRGB, mehr gibt mein Laptop sowieso nicht her, und bisher klappt es eigentich ganz gut, zumindest gab es schon länger keine negativen Überraschungen mehr. Da ich auch nich iPhones und iPads besitze, beurteile ich die Aufnahmen natürlich auch dort. Viele User betrachten Foren, Flickr und andere Seiten ja mobil von solchen Geräten aus. Das sollte man nicht ignorieren.

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Aber die Farben, die der Fotograf (oder derjenige, der mit der Bildbearbeitung betraut ist) am Ende auf seinem Bildschirm sieht und für gut hält – sei es, weil er sie für die Originalfarben hält, oder weil sie ihm schlicht gefallen –, diese Farben sollte auch jeder andere so zu sehen bekommen, so weit das technisch möglich ist. Und daher braucht man einen kalibrierten Monitor (und so weiter), ganz egal ob man sein Motiv farblich korrekt abbilden will oder nicht.

 

Dem ist nichts mehr hinzuzufuegen.

Genau so sehe und handhabe ich es auch.

 

Kennt ihr diesen Moment, in dem ploetzlich alles Sinn ergibt, und man merkt dass der ganze Scheiss sich wirklich lohnt? Ich auch nicht!

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Kennt ihr diesen Moment, in dem ploetzlich alles Sinn ergibt, und man merkt dass der ganze Scheiss sich wirklich lohnt? Ich auch nicht!

 

OT: Könntest du bitte diesen Spruch in deine Signatur verfrachten, wo er auch hingehört?

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Vorab erst mal danke für die konstruktive Diskussion. Es macht Spaß und bringt weiter, wenn jemand was zu sagen hat und das auch sachlich formulieren kann. (Nur um sicher zu gehen: Nein, das ist keineswegs ironisch gemeint. :) )

 

[...] Aber die Farben, die der Fotograf (oder derjenige, der mit der Bildbearbeitung betraut ist) am Ende auf seinem Bildschirm sieht und für gut hält – sei es, weil er sie für die Originalfarben hält, oder weil sie ihm schlicht gefallen –, diese Farben sollte auch jeder andere so zu sehen bekommen, so weit das technisch möglich ist.

 

Da sind wir uns im Prinzip einig. Es stand aber auch nie in Frage, dass ein Fotograf selbstverständlich darauf achten muss, dass seine Bilder nicht (wie bei mir damals) übersättigt, farbstichig oder sonstwie verhunzt sind. Dazu sollte er sicherstellen, dass sein Bildschirm Farben und Kontraste neutral darstellt. So weit, so Konsens.

 

Unterschiedlich sind offenbar lediglich die Ansichten darüber, welche der technischen Möglichkeiten in der Praxis auch sinnvoll oder gar notwendig sind. Einige Fotografen haben einen selbstkalibrierenden High-End-Monitor mit farbverbindlicher Darstellung, Lichtblende und allem Pipapo. Prima. Vielen anderen genügt einfaches „Kalibrieren“ ihres 300-Euro-Bildschirms mittels Referenzprint und/oder Colorimeter. Die sind aber deshalb nicht weniger Profis.

 

Und, ohne allzu kleinlich sein zu wollen: Mit Farbmanagement im engeren Sinne hat beides nur am Rande zu tun. Denn Farbmanagement bedeutet ja eine exakte Kontrolle der Farben von der Eingabe/Entstehung über verschiedene Arbeitsschritte hinweg bis zur Ausgabe bzw. eben auch für verschiedene Ausgaben auf/in unterschiedlichen Medien. Der Fotograf ist aber normalerweise nur für die „Eingabe“ zuständig, liefert also quasi die Originale als Ausgangsmaterial (es sei denn, er will seine Bilder als solche selbst ausbelichten/printen lassen, aber darum ging es ja nicht).

 

Und was passiert mit diesen Originalen? Sie werden in einem Standardformat per E-Mail („Bis gestern, wenn's geht!“) an den Kunden oder die Agentur geschickt, wo sie auf verschiedenen (nicht-kalibrierten) Bildschirmen begutachtet werden. Auf dem Tablet des Geschäftsführers, den Windows-PCs der betreffenden Fachabteilung, dem Notebook der Marketingdame und dem 27-Zoll-iMac der Grafikabteilung. Und wenn der Fotograf gestalterisch(!) gute Arbeit geleistet hat, dann freuen sich alle, obwohl die Bilder auf jedem dieser Bildschirme anders, aber in ihrer Gesamtwirkung immer gut und stimmig aussehen (sollte letzteres bei einem der Betreffenden mal nicht der Fall sein, liegt das an seinem Bildschirm, was sich schnell klären lässt).

 

Ist dann das Okay gegeben und eine Auswahl getroffen, macht sich die Grafikabteilung an die Arbeit, übernimmt die betreffenden Bilder ins Layout und passt sie dem Duktus der jeweiligen Publikation sowie den verschiedenen Druckverfahren und -Materialien an. Da wird beschnitten, der Kontrast rauf- oder runtergesetzt, das Blau des Himmels verstärkt oder auch die Farbstimmung insgesamt verändert (nicht umsonst haben alle gängigen Layoutprogramme grundlegende Funktionen (XPress) bzw. Schnittstellen (Indesign) zur Bildbearbeitung integriert). Die Betrachter der fertigen Broschüre werden das Bild aber immer noch als stimmig und attraktiv empfinden, obwohl es im direkten Vergleich deutliche Unterschiede zum Ausgangsbild des Fotografen aufweist.

 

Das „Original“ bleibt also in den seltensten Fällen so, wie der Fotograf es geliefert hat. Das ist der springende Punkt, den man sich klar machen muss. Deshalb genügt es in den meisten Fällen, dass sich die Darstellung von Fotos bei allen Beteiligten im Normalbereich bewegt. Und der ist sehr viel größer als die technisch definierte Farbtreue.

 

Ein sehr anschauliches Beispiel, auf das ich in solchen Zusammenhängen immer gerne verweise, findet sich hier: Grenzfarben in normalen Fotos

 

Dabei geht es um den auch häufig heiß diskutierten Unterschied zwischen AdobeRGB und sRGB („Profis nutzen nur AdobeRGB!“). Es passt insofern gut hierher, als es verdeutlicht, wie gering die Unterschiede im Ergebnis letztlich sind.

 

Oder, um abschließend einen älteren Kommentar aus dem Frühstadium dieser Diskussion zu zitieren:

 

Ansonsten ist in der Farbgestaltung eines Fotos auch vieles immer Geschmacksache ;-) Nicht zu verbissen rangehen, wenn es gefühlsmäßig gut aussieht und man den eigenen "Workflow" gefunden hat.

 

:cool:

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Technisch betrachtet ist an sich alles bereits mehrfach gesagt.

 

Gerade für Amateure ist ein kalibrierter Monitor (ob mit externem Meßinstrument oder akzeptabler Selbstkalibrierung ist ja an sich nicht das Thema) meines Erachtens besonders empfehlenswert, da hier der bewußte Workflow oft am eigenen Monitor endet. Bei einer allfälligen Produktion eines schnöden Fotobuches oder der Erstellung von Prints, erfolgt in diesem Fall ja keine Kontrolle mehr, sodaß die Ergebnisse für manchen User halt herbe Enntäuschungen mit sich bringen. Insbesondere bei Fine Art Drucken erfolgt vom Ausarbeiter in der Regel auch keinerlei Korrektur bzw. automatische Anpassung der zurverfügung gestellen Daten mehr.

 

Und bei professionellen Fotografen gehe ich davon aus, dass jeder weiß, wo sein Platz und sein Anspruch auf Farbverbindlichkeit ist, auch wenn in der Postproduktion noch viel Einflussnahme, in positivem wie in negativem Sinne, möglich ist und erfolgt.

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  • 2 months later...

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