jannn Geschrieben 10. April 2024 Share #2101 Geschrieben 10. April 2024 Werbung (verschwindet nach Registrierung) vor 9 Minuten schrieb Rico Pfirstinger: Problem bei deiner Landschaft ist aber nun immer noch Folgendes: Du hast dann keine Spotmessung. Also das, was der nicht ganz unbekannte Herr Adams uns ja gerade für Landschaften mühsam mit dem Zonensystem beigebracht hat. Denn Spotmessung und AE sind sich ja in inniger Feindschaft verbunden, und die Zonensystemanzeige hat man ohnehin nur im Modus M. Der Vorteil ist da halt, dass die Belichtungsmessung unabhängig von den JPEG-Settings arbeitet, wir hier also das tatsächlich eingefangene Licht messen, das auf den Sensor trifft. RAW-Histogramm, ick hör dir trapsen, aber halt durch die Hintertür des Zonensystems. Genau so haben es ja früher die Sportfotografen mit der SLR und dem Diafilm gemacht. Nicht immer konnte man da mit dem Handbelichtungsmesser das einfallende Licht messen, da man vielleicht gar keinen Zugang zu dem Ort des Geschehens hatte. Macht aber nichts, denn der kundige Fotograf weiß aus Erfahrung, in welcher Zone er den Schnee auf der Piste verortet, das hellhäutige Gesicht der Braut, den Himmel mit den weißen Wolken oder das schwarze Pferd. Deshalb konnten die Profis auch bedenkenlos Tausende von Sportbildern auf Diafilm mit wenig Dynamikumfang machen, auch im Schnee, sogar im Gegenlicht. Es hat immer genau gepasst. Die Belichtung stets perfekt, nur der Fokus konnte schiefgehen. Und das ganz ohne Live-View, Histogramm oder Testaufnahme. Die Ergebnisse gab es erst drei Tage nach dem Event aus dem Fachlabor. Der Auftraggeber hätte sich schön beschwert, wenn der Schnee dann ausgefressen gewesen wäre oder ekelhaft grau. 🥶 Okay, verstanden und für gut befunden. Jetzt hast du mich überzeugt. Das meinte ich ja weiter oben: Wenn ein Tool in M auf das RAW anwendbar ist (so dass nicht Filmsimulationen etc. das verändern), dann wäre M überlegen. Jetzt kann ich nur hinzufügen: … ist überlegen. Jetzt muss ich nur noch in deinem Buch nachlesen, wie ich mit Belichtungs-Spot und Fokus umgehe, wenn nicht beides auf einem Punkt liegt. (Ersteres ist klar, aber ich muss nachlesen, ob beides mittels des grünen Spotbereiches gemacht wird; dann nämlich müsste ich den Punkt nach der Belichtungsmessung verschieben hin zu dem zu fokussierenden Bereich.) Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Anzeige Geschrieben 10. April 2024 Geschrieben 10. April 2024 Hallo jannn, schau mal hier Fragen an Rico . Dort wird jeder fündig!
Rico Pfirstinger Geschrieben 10. April 2024 Autor Share #2102 Geschrieben 10. April 2024 Landschaften fokussiere ich eh besser manuell (Instant-AF), da ist der Fokuspunkt mit kleinster Feldgröße dann mein Spotmesspunkt. Grundsätzlich misst man eine Szene ja auch nur einmal ein und fotografiert sie dann. Etwa bei einem Porträtshooting unter halbwegs kontrollierten Bedingungen. Man kann mit der Spotmessung gut den Kontrastumfang eines Motivs ausmessen und/oder bestimmte wichtige Motivteile wie die Gesichtshaut rasch in die richtige Zone bringen. So arbeiten auch Professional Filme für Portraits, wie Kodak Portra 160. Die gingen davon aus, dass der Profi hinter der Kamera weiß, in welcher Zone er das Gesicht belichten muss, und darauf war das Material abgestimmt, sodass die Gesichtshaut dann eben mit dieser Belichtung einen optimalen Teint hatte, mit weniger sichtbaren Unreinheiten und Falten. Das ist bei Pro Neg Hi in der Fuji auch nicht anders, nur dass hinter der Kamera oft halt jemand ist, der das weder weiß noch berücksichtigt. Dabei könnte das Leben so einfach sein. So habe ich früher übrigens mit der X-S1 und der X100 Classic fotografiert, die haben nämlich beide keine Belichtungsvorschau in M. Also quasi wie eine (D)SLR. Hat mich aber nicht gestört, ich habe einfach die Gesichter der Reitermädels mit Spot angemessen und dann manuell so belichtet, dass die Helligkeit (Zone) der Haut für die Filmsim gut gepasst hat und schön aussah. Den Wert habe ich mir dann gemerkt und immer wieder eingestellt. Die Haut von "Models" verschönern geht übrigens auch mit der DR-Funktion, mit und ohne Blitz. Entdecke die Möglichkeiten! Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
jannn Geschrieben 10. April 2024 Share #2103 Geschrieben 10. April 2024 Wenn man nicht gerade den Mittelgrau-Bereich selbst bestimmt: Ganz losgekoppelt von den „JPEG“-basierten Instanzen ist man dennoch nicht, denn die Ergebnisse der Tools wie Blinkies und Histogramm sind davon abhängig, welche Filmsimulation, welche Tonkurve oder welche DR-Einstellung verwendet werden. Das habe ich richtig verstanden, oder? Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Rico Pfirstinger Geschrieben 10. April 2024 Autor Share #2104 Geschrieben 10. April 2024 vor 39 Minuten schrieb jannn: Wenn man nicht gerade den Mittelgrau-Bereich selbst bestimmt: Ganz losgekoppelt von den „JPEG“-basierten Instanzen ist man dennoch nicht, denn die Ergebnisse der Tools wie Blinkies und Histogramm sind davon abhängig, welche Filmsimulation, welche Tonkurve oder welche DR-Einstellung verwendet werden. Das habe ich richtig verstanden, oder? Man hat eben zwei voneinander völlig unabhängige Systeme. Darüber habe ich gerade erst auch in den beiden letzten Fujilove-Ausgaben was geschrieben. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
jannn Geschrieben 10. April 2024 Share #2105 Geschrieben 10. April 2024 vor 21 Minuten schrieb Rico Pfirstinger: Man hat eben zwei voneinander völlig unabhängige Systeme. Darüber habe ich gerade erst auch in den beiden letzten Fujilove-Ausgaben was geschrieben. Okay, dann dürfte ich jetzt alle relevanten Informationen haben, um das Beste aus der Kamera bzw. für die Aufnahme herauszuholen. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Rico Pfirstinger Geschrieben 10. April 2024 Autor Share #2106 Geschrieben 10. April 2024 (bearbeitet) Am 10.4.2024 um 17:07 schrieb jannn: Okay, dann dürfte ich jetzt alle relevanten Informationen haben, um das Beste aus der Kamera bzw. für die Aufnahme herauszuholen. Es ist zumindest ein guter Start. bearbeitet 12. April 2024 von Rico Pfirstinger Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
jannn Geschrieben 11. April 2024 Share #2107 Geschrieben 11. April 2024 Werbung (verschwindet nach Registrierung) Ein Plädoyer an alle, die nicht nur stumpf nach Anleitung vorgehen wollen, sondern die gerne auf dem logischen Weg erfassen und verstehen möchten: Wählt die manuelle Belichtung (natürlich auch mit manueller Blende und manueller ISO-Einstellung) und probiert die Dynamik-Range-(DR-)Einstellungen einschließlich DR-P aus: Schaut anhand des Überbelichtungs-Blinkens und unter Verstellung des ISO-Wertes, was passiert. Dann wird das, was vorher nur Theorie war (Stichwort Äquivalenzen) plastisch, klar, einleuchtend. Theorie, die auf Grundlage von Belichtungsautomatik Theorie bleiben musste, weicht einer glasklaren Logik. mjh, stmst2011, outofsightdd und 4 weitere haben darauf reagiert 6 1 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Rico Pfirstinger Geschrieben 11. April 2024 Autor Share #2108 Geschrieben 11. April 2024 vor 14 Minuten schrieb jannn: Ein Plädoyer an alle, die nicht nur stumpf nach Anleitung vorgehen wollen, sondern die gerne auf dem logischen Weg erfassen und verstehen möchten: Wählt die manuelle Belichtung (natürlich auch mit manueller Blende und manueller ISO-Einstellung) und probiert die Dynamik-Range-(DR-)Einstellungen einschließlich DR-P aus: Schaut anhand des Überbelichtungs-Blinkens und unter Verstellung des ISO-Wertes, was passiert. Dann wird das, was vorher nur Theorie war (Stichwort Äquivalenzen) plastisch, klar, einleuchtend. Theorie, die auf Grundlage von Belichtungsautomatik Theorie bleiben musste, weicht einer glasklaren Logik. Genau das sage ich seit Jahren. Im M-Modus wird die Funktionsweise von DR und DR-P direkt klar. Und dann kann man mit den Funktionen auch kreativ und sicher umgehen. Cubix hat darauf reagiert 1 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
jannn Geschrieben 11. April 2024 Share #2109 Geschrieben 11. April 2024 vor 21 Minuten schrieb Rico Pfirstinger: Genau das sage ich seit Jahren. Im M-Modus wird die Funktionsweise von DR und DR-P direkt klar. Und dann kann man mit den Funktionen auch kreativ und sicher umgehen. Erst seit gestern habe ich mich mit der manuellen Belichtung befasst … Natürlich wird auch die Belichtungsautomatik ihren Platz haben/behalten, vermutlich bei Action-Fotografie mit schnellen Kamera-Schwenks bei gutem Licht … … und bei low light (mit Action und schnellen Kamera-Schwenks) wird die Belichtungsautomatik der „Misomatik“ weichen, die ja auch eine Belichtungsautomatik ist. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
frarie Geschrieben 11. April 2024 Share #2110 Geschrieben 11. April 2024 vor 1 Minute schrieb jannn: Erst seit gestern habe ich mich mit der manuellen Belichtung befasst … Natürlich wird auch die Belichtungsautomatik ihren Platz haben/behalten, vermutlich bei Action-Fotografie mit schnellen Kamera-Schwenks bei gutem Licht … … und bei low light (mit Action und schnellen Kamera-Schwenks) wird die Belichtungsautomatik der „Misomatik“ weichen, die ja auch eine Belichtungsautomatik ist. Wobei bei Lowlight ja die Frage ist, ob die Kamera per Automatik "richtig" belichten soll oder ob es nicht besser ist, um etwa die "richtige" Atmosphäre einzufangen, das dann auch manuel zu erledigen. Rico Pfirstinger hat darauf reagiert 1 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Rico Pfirstinger Geschrieben 11. April 2024 Autor Share #2111 Geschrieben 11. April 2024 (bearbeitet) vor 28 Minuten schrieb frarie: Wobei bei Lowlight ja die Frage ist, ob die Kamera per Automatik "richtig" belichten soll oder ob es nicht besser ist, um etwa die "richtige" Atmosphäre einzufangen, das dann auch manuel zu erledigen. Ich kenne ehrlich gesagt keinen einzigen Fall mehr, in dem ich nicht manuell belichte. Ein Filmemacher macht es ja auch manuell, auch wenn das Licht 15x pro Sekunde wechselt. Dann stellt man die Kamera eben so ein, dass es insgesamt passt. Der Wunsch, dass die Kamera eine Belichtung andauernd verändert und "nachregelt", ist eigentlich ziemlich kontraproduktiv. Ich weiß nicht, wann und wo dieser Wunsch aufkam. Vermutlich hat irgendein Kamerahersteller als erster die Belichtungsautomatik erfunden, die Hobbyisten sind drauf angesprungen und haben dann geglaubt, es wäre etwa Gutes, wenn die Kamera ständig die Belichtung anpasst. Wohingegen ein professioneller Filmemacher praktisch nie während einer Einstellung an der Belichtung dreht, das sind ganz seltene Ausnahmen, und die passieren dann ebenfalls manuell, da dreht dann also jemand manuell die Blende gezielt auf oder zu. Keine Automatik. Die Kontrolle über die Belichtung aus der Hand zu geben, ist nur sinnvoll, wenn dadurch besser belichtet wird. Leider gibt es noch keine Kamera, die das beherrscht. bearbeitet 11. April 2024 von Rico Pfirstinger Cubix, stones und mjh haben darauf reagiert 3 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
jannn Geschrieben 11. April 2024 Share #2112 Geschrieben 11. April 2024 Aber du hast ja selbst, in deinem Buch, die Misomatik für solche Sonderfälle beschrieben … Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Rico Pfirstinger Geschrieben 11. April 2024 Autor Share #2113 Geschrieben 11. April 2024 (bearbeitet) vor 2 Minuten schrieb jannn: Aber du hast ja selbst, in deinem Buch, die Misomatik für solche Sonderfälle beschrieben … Nur weil es etwas gibt, muss man das noch lange nicht machen. Heute 750 Porträts auf dem Volksfest gemacht, Licht wechselt alle 0,1 Sekunden krass, alles manuell. Im Buch wird auch die Belichtungsautomatik beschrieben. Obwohl ich sie für völlig überflüssig halte. bearbeitet 11. April 2024 von Rico Pfirstinger Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
jannn Geschrieben 11. April 2024 Share #2114 Geschrieben 11. April 2024 vor 47 Minuten schrieb jannn: Natürlich wird auch die Belichtungsautomatik ihren Platz haben/behalten, vermutlich bei Action-Fotografie mit schnellen Kamera-Schwenks bei gutem Licht … … und bei low light (mit Action und schnellen Kamera-Schwenks) wird die Belichtungsautomatik der „Misomatik“ weichen, die ja auch eine Belichtungsautomatik ist. Ist ja auch kein Dogma, sind nur Möglichkeiten. So nach dem Motto: Wer‘s mag … Hab mal ein Fußballspiel fotografiert. Sekundenweiser Wechsel von Kamera auf’s Spielfeld gerichtet hin zu sonnigem Himmel in der Hälfte des Bildes. Dazu gibt es keine Einstellung, die für alles passt (okay, dass meintest du vielleicht ja auch eher für Filmkameras, wo das Thema noch heikler ist). Sondern da wird die Automatik nahe an dem sein, „was jeweils immer passt“. Dann bleibt nur noch die Frage, wie „vorsichtig“ man ist bzw. ob man die Belichtungskorrektur bis zu -1 EV runterdreht (würde ich hier aber nicht machen, weil das Helle, der Himmel, unwichtiger ist). Und natürlich, welche Methode man für die Belichtungsmessung einstellt (vermutlich mittenbetont). Aber ist ja auch egal … Klar ist doch: Wer es manuell auch dann (noch) besser hinkriegt, für den ist M das Beste. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Rico Pfirstinger Geschrieben 12. April 2024 Autor Share #2115 Geschrieben 12. April 2024 vor 6 Stunden schrieb jannn: Dazu gibt es keine Einstellung, die für alles passt Ich war nicht dabei, aber ich finde solche Einstellungen ständig. Wechsel Sonne/Schatten kommt ja häufig vor. Bei Sport ist sowieso die Zeit vorgegeben, und die Blende kann man nicht unendlich weit aufmachen. Und bei einer ISOlosen Kamera ist es dann ratsam, das echte ISO niedrig zu lassen und stattdessen lieber mit ISO-Äquivalenz die Schatten- und Mittenbereiche aufzuhellen. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
jannn Geschrieben 12. April 2024 Share #2116 Geschrieben 12. April 2024 vor 2 Stunden schrieb Rico Pfirstinger: Bei Sport ist sowieso die Zeit vorgegeben, und die Blende kann man nicht unendlich weit aufmachen. Das ist richtig. Das ging dort auch wiederum nur ausnahmsweise, weil es sehr hell war. Du hast ja recht: Bei genau dem Spiel würde ich heutzutage auch die Zeit fixieren (um so kürzer, je mehr die Spieler direkt in meiner Nähe vorbeirennen), die Blende natürlich sowieso. Anekdote aus der Anfangszeit: Irgendwann, in großen Abständen hin und wieder mal, passieren einem Generalfehler. Mit das Doofste ist, den ISO-Wert aus einer Low-Light-Session nicht zurückgestellt zu haben und beim Start der hellen Tagessession nicht auf ISO geachtet zu haben. Es war damals meine erste Kamera, eine Pentax KP (APS-C). Die hat bei ISO 1600 noch einen echt guten Dynamikumfang. Dort stand der ISO-Wert die ganze Fußball-Session über. Als ich das gemerkt habe, hielt mein Atem kurz an … Aber dann sah ich: Das war gut! (Klar, würde ich heute insgesamt anders machen, s.o.). Aber damals, ganz zu Beginn, hatte ich sogar noch die Blende der Automatik überlassen, auch die Belichtung(szeit). Und da führte ISO 1600 zu besseren Ergebnissen in der Blende und in der Zeit. — Jeder hat mal (irgendwie) angefangen. Aber in dem Zusammenhang hatte ich „Glück im Unglück“. Und die Pentax KP rauscht bei ISO 1600 geringer als eine X. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
jannn Geschrieben 12. April 2024 Share #2117 Geschrieben 12. April 2024 (bearbeitet) Man kann es nennen, wie man will; z.B. Anfängerglück. Oder: günstige Verkettung von vermeintlich ungünstigen Umständen. Und man kann sagen, was man will: Aber es sind richtig gute Fotos daraus entstanden. Nur ganz wenige habe eine Belichtungszeit, die einen Tick zu lang ist. Der Ausschuss war extrem gering. Aber, wie gesagt, heute würde ich es definitiv anders machen. Manuell. bearbeitet 12. April 2024 von jannn Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Rico Pfirstinger Geschrieben 12. April 2024 Autor Share #2118 Geschrieben 12. April 2024 vor 24 Minuten schrieb jannn: Aber es sind richtig gute Fotos daraus entstanden. Wenn das Ergebnis nicht passt, ist sowieso alles umsonst gewesen. Außer natürlich ein Lern- und Übungseffekt. Bei meinem ersten großen Auftraggeber, da war ich noch Student, sagte mir mein damaliger Mentor, dass ich mir keine Sorgen machen solle. Ich dürfe so viele Fehler machen, wie ich mag, auch kostspielige. Aber jeden nur einmal. Cubix und pentti haben darauf reagiert 2 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Rico Pfirstinger Geschrieben 12. April 2024 Autor Share #2119 Geschrieben 12. April 2024 (bearbeitet) vor einer Stunde schrieb jannn: Man kann es nennen, wie man will; z.B. Anfängerglück. Oder: günstige Verkettung von vermeintlich ungünstigen Umständen. Es ist durchaus möglich, dass man verschiedene Fehler auf einmal macht, die sich gegenseitig ausgleichen. So wie sie sich leider auch gegenseitig verstärken können. Oder einfach nur parallel auftreten. Oder jede Kombination davon. 🤷♂️ That's life. Die wirksame Strategie dagegen besteht darin, Fehler nicht zu wiederholen, sondern aus ihnen zu lernen. Das funktioniert hervorragend und führt zu vorhersagbaren und konsistenten Ergebnissen ohne unangenehme Überraschungen. Wenn man dann also noch Überraschungen erlebt, so sind diese eher von der angenehmen Sorte (Erfolgserlebnis), und wer sagt da schon Nein? Damit man Fehler nicht mehr macht, braucht man klare, einfache, nachvollziehbare, konsistente und logische Verfahren, die auch unter Zeitdruck und Stress funktionieren. Ungefähr so wie die Checklisten im Flugzeugcockpit. Das ist gelebte Fehlerkultur. Solche Verfahren entwickle ich seit inzwischen 13 Jahren für X-Kameras, verfeinere sie ständig und passe sie neuen Gegebenheiten, Produkten, Erkenntnissen und Erfahrungen an. Da ist nichts in Stein gemeißelt, auch Checklisten fürs Cockpit werden schließlich immer wieder überarbeitet. Man lernt aus jedem Fehler, wie es künftig besser geht. So wird aus Misserfolg Erfolg und man entwickelt sich weiter. Alternativ kann man auch alles der Kamera oder dem Zufall überlassen. Ist beides eh das gleiche. Irgendwann wird das auch ganz gut funktionieren – vermutlich etwa zu dem Zeitpunkt, wo uns fahrerlose Taxis autonom durch komplizierte Gassen und Verkehrslagen kutschieren können, ohne dass etwas passiert. bearbeitet 12. April 2024 von Rico Pfirstinger Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
jannn Geschrieben 12. April 2024 Share #2120 Geschrieben 12. April 2024 vor einer Stunde schrieb Rico Pfirstinger: Wenn das Ergebnis nicht passt, ist sowieso alles umsonst gewesen. Außer natürlich ein Lern- und Übungseffekt. Bei meinem ersten großen Auftraggeber, da war ich noch Student, sagte mir mein damaliger Mentor, dass ich mir keine Sorgen machen solle. Ich dürfe so viele Fehler machen, wie ich mag, auch kostspielige. Aber jeden nur einmal. Genau. Solange man sie merkt (in meinem Fall kurzer "Schock"), sie integriert, ist alles in Ordnung. Den jeweiligen Fehler macht man dann tatsächlich (normalerweise) nie wieder. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
jannn Geschrieben 12. April 2024 Share #2121 Geschrieben 12. April 2024 vor 27 Minuten schrieb Rico Pfirstinger: Irgendwann wird das auch ganz gut funktionieren – vermutlich etwa zu dem Zeitpunkt, wo uns fahrerlose Taxis autonom durch komplizierte Gassen und Verkehrslagen kutschieren können, ohne dass etwas passiert. Und anderseits wird es auch immer (bis zu einem gewissen Grad zumindest) so bleiben, dass ich selbst ans Werk gehe, in einer Mischung aus Technik und Kreativität, um einen Look so hinzubekommen, wie ich ihn für ein bestimmtes Bild haben möchte. Technik als Werkzeug (das ich möglichst gut kennen möchte) sowie Kreativität auf dem Weg zu dem, was ich möchte sowie im Probieren, was möglich ist. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Rico Pfirstinger Geschrieben 12. April 2024 Autor Share #2122 Geschrieben 12. April 2024 (bearbeitet) Zwischen Technik und Kreativität gibt es ohnehin keinerlei Widerspruch oder Abgrenzung, erst Recht kein "Entweder/Oder". Das ist der gleiche Unfug wie "RAW oder JPEG" und was sonst noch so im Monatstakt durch die Niederungen der Foren getrieben wird, ohne dass jemals etwas Sinnvolles dabei herauskommt. Oft endet das dann mit Verwarnungen, Zoff oder einer Thread-Schließung. Das Ziel ist immer, Technik bzw. Techniken zu beherrschen, um sie kreativ zu nutzen. Dinge, die man nicht so recht versteht oder beherrscht, kann man schwerlich kompetent und kreativ verwenden. So wie es ohne RAW kein JPEG gibt, so gibt es ohne Fototechnik keine Fotos. Es ist nicht umsonst so, dass ich Leuten, die sich überhaupt nicht mit der technischen Seite des Fotografierens auseinandersetzen wollen, zu einem Premium-Smartphone rate. Damit bekommen sie am Ende nämlich wohl die besseren Ergebnisse, und darauf kommt es schließlich an. Weder Adams noch Bresson hatten, brauchten oder wollten eine Belichtungsautomatik. Adams selbst hat einige dicke Standardwerke zur Fotografie geschrieben, in denen es um (analoge) Technik und Techniken geht, mit denen man – was denn auch sonst – kreativ fotografieren kann. Unsere Aufgabe besteht nun darin, solche Techniken in die digitale Ära zu übertragen. Spiegellose Kameras machen uns das ziemlich einfach, was super ist. Je simpler und komfortabler, desto besser. Automatiken fürs Fokussieren oder Belichten sind allerdings nur dann besser, wenn sie konsistent das liefern, was ein kompetenter Nutzer ("Könner") hinter der Kamera selbst einstellen würde. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Benutzer sich beim Fokussieren blind auf den Autofokus und beim Belichten blind auf die Automatik verlassen – um sich später über fehlerhafte Ergebnisse zu beklagen. Das ist so, wie wenn man in einer kurvenreichen Straße die Hände vom Lenkrad nimmt und sich dann beschwert, wenn man im Graben landet. 😅 Das Lenkrad ist ein Lenkrad, kein Autopilot. Und der Autofokus und die Belichtungsautomatik sind ebenfalls nur Werkzeuge, wie man richtig bedienen muss, wenn man nicht "im Graben landen" will. Auch die Assistenzsysteme der Kameras sind keinen Deut besser als die in den Autos – wie denn auch? So wie der "Spurhalteassistent" regelmäßig daneben liegt, wenn es in Baustellen komplizierter wird, so liegt eben auch die Vogelerkennung oft daneben, wenn das Ziel sich im Gebüsch versteckt. Dann greift man ein und steuert selber. bearbeitet 12. April 2024 von Rico Pfirstinger Thorsten.M, mjh, Otis und 4 weitere haben darauf reagiert 5 2 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
jannn Geschrieben 12. April 2024 Share #2123 Geschrieben 12. April 2024 vor 58 Minuten schrieb Rico Pfirstinger: Zwischen Technik und Kreativität gibt es ohnehin keinerlei Widerspruch oder Abgrenzung, erst Recht kein "Entweder/Oder" [...] Das Ziel ist immer, Technik bzw. Techniken zu beherrschen, um sie kreativ zu nutzen. Dinge, die man nicht so recht versteht oder beherrscht, kann man schwerlich kompetent und kreativ verwenden. Genau so. Die Werkzeuge kennen = damit optimal arbeiten können (sei es dokumentarisch und/oder kreativ). vor 58 Minuten schrieb Rico Pfirstinger: Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Benutzer sich beim Fokussieren blind auf den Autofokus und beim Belichten blind auf die Automatik verlassen – um sich später über fehlerhafte Ergebnisse zu beklagen. Das ist so, wie wenn man in einer kurvenreichen Straße die Hände vom Lenkrad nimmt und sich dann beschwert, wenn man im Graben landet. 😅 Sich blind verlassen, ist eine Sache. Solche Automatik einzusetzen und sich gleichzeitig deren Grenzen bewusst zu sein, ist eine andere Sache. vor 58 Minuten schrieb Rico Pfirstinger: Auch die Assistenzsysteme der Kameras sind keinen Deut besser als die in den Autos – wie denn auch? So wie der "Spurführungsassistent" regelmäßig daneben liegt, wenn es in Baustellen komplizierter wird, so liegt eben auch die Vogelerkennung oft daneben, wenn das Ziel sich im Gebüsch versteckt. Dann greift man ein und steuert selber. Genau. Den Spurhalteassistenten kann man nur dann sinnvoll nutzen, wenn man berücksichtigt, dass er daneben liegen kann. Wenn man sich ihm ausliefert, kann das "Daneben-Liegen" sehr gefährlich werden (in dem Fall sogar noch für andere). Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Rico Pfirstinger Geschrieben 12. April 2024 Autor Share #2124 Geschrieben 12. April 2024 (bearbeitet) Ich habe hier ein Beispiel mit einigen der ersten Bilder vom gestrigen Test-Shooting, gemacht in den wenigen Minuten, wo noch etwas kaltblaues Dämmerungstageslicht als Hintergrundkontrast zu den Kunstlichtquellen zur Verfügung stand. Als erstes gibt es immer eine Aufgabenstellung, ein Ziel. Ohne Ziel gibt's keinen Weg, den man beschreiten kann. Hier war das Ziel: Porträts mit "cinematischem" Look, jedoch nur mit "practicals", also den ohnehin verfügbaren natürlichen Lichtquellen. Somit kein Blitz und keine eigenen Lampen, nur das vorhandene Umgebungslicht. Dadurch wird auch kein Assistent benötigt, der eigene Lichtquellen hält. Der Grund dafür ist simpel: Es geht schneller und es ist auch risikoloser, wenn man ohne Dreh- bzw. Fotografiergenehmigung unterwegs ist und nicht (negativ) auffallen möchte – etwa wann man beim Fotografieren Verkaufsstände oder Fahrgeschäfte "blockiert". So eine kleine X100VI ohne alles ist da ziemlich ideal. Das natürliche Kunstlicht wechselt im Sekundenbruchteilentakt Helligkeit, Farben und Farbtemperatur. Die einzige benutzte Automatik ist der Autofokus (Augenerkennung), alles andere wird manuell eingestellt. Dadurch ist der Hintergrundhimmel als Ankerpunkt immer gleich hell, und es ist vollkommen egal, welchen Ausschnitt man gerade verwendet (Querformat, Hochformat), wie nah man ans Motiv herangeht (Ganzkörper, Oberkörper, Gesicht) und wie das Licht im Hintergrund im Moment des Auslösens leuchtet. Die Flimmerunterdrückung ist sicherheitshalber aktiv, was bei einer Verschlusszeit von 1/160s durchaus ratsam ist. Belichtet wird mit Offenblende 2 und Basis-ISO 125, äquivalent eingestellt mit ISO 500 / DR400%, damit das eigentliche Motiv bereits im Sucher korrekt belichtet aussieht. Dann macht man zahlreiche Bilder, von denen man die meisten später wegwirft, weil entweder die Lichter im Hintergrund doof leuchten (bzw. nicht leuchten), andere Leute ungünstig im Hintergrund durchlaufen bzw. angeschnitten sind oder unser Hauptmotiv suboptimal schaut bzw. sich im Moment des Auslösens bewegt und die Pose wechselt. Ganz normal. Ich habe auch gerne deshalb viele Bilder, um später besser einschätzen zu können, wie zuverlässig der Autofokus funktioniert hat. Bei neuen Kameras muss das Vertrauen langsam wachsen, sei es zum IBIS oder zum AF. Man lernt sich kennen und weiß mit der Zeit, was geht oder nicht geht. Hier vier Beispiele aus einer solchen Location, alle mit identischen Belichtungseinstellungen: Hallo, lieber Besucher! Als Forumsmitglied (kostet nix) würdest du hier ein Bild sehen… Einfach hier registrieren – Wir freuen uns immer über neue Mitglieder! Hallo, lieber Besucher! Als Forumsmitglied (kostet nix) würdest du hier ein Bild sehen… Einfach hier registrieren – Wir freuen uns immer über neue Mitglieder! Hallo, lieber Besucher! Als Forumsmitglied (kostet nix) würdest du hier ein Bild sehen… Einfach hier registrieren – Wir freuen uns immer über neue Mitglieder! Hallo, lieber Besucher! Als Forumsmitglied (kostet nix) würdest du hier ein Bild sehen… Einfach hier registrieren – Wir freuen uns immer über neue Mitglieder! Die Konsistenz bei der Aufnahme hat auch entsprechende Vorteile bei der Nachbearbeitung. Man hat am Ende vielleicht ein Dutzend Keeper an dieser Location, muss aber erst einmal nur ein Bild in Lightroom bearbeiten. Die anderen 11 Bilder werden dabei synchron im Hintergrund mitbearbeitet, mit identischen Einstellungen. Das gilt selbst für KI-Masken wie für das Gesicht oder die Augen. Ist dann das erste Bild fertig, sind auch schon die anderen 11 Aufnahmen zu 95% fertig und brauchen nur noch kleine Feinabstimmungen. Am Ende entscheidet man sich dann für die 2 oder 3 besten Bilder einer Location. Im Endeffekt ist das auch das Vorgehen, das man beim Filmemachen sehen würden. bearbeitet 12. April 2024 von Rico Pfirstinger stones, lichtschacht und mjh haben darauf reagiert 3 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
jannn Geschrieben 12. April 2024 Share #2125 Geschrieben 12. April 2024 Sehr plausibel. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Dein Support für das Forum (Info) Hat dir das Forum geholfen? So kannst du das Forum unterstützen! Premium Mitglied werden | Spenden | Bei Amazon* oder eBay* kaufen Software: Topaz* | DxO Nik Collection* | Skylum Luminar* (–10€ mit Gutschein FXF) | * Affiliate Links
Empfohlene Beiträge
Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren
Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können
Benutzerkonto erstellen
Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!
Neues Benutzerkonto erstellenAnmelden
Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.
Jetzt anmelden