Gast Geschrieben 24. Februar 2018 Share #26 Geschrieben 24. Februar 2018 Werbung (verschwindet nach Registrierung) Man kann über alles länger nachdenken. Das schränkt aber in der Handlungsfähigkeit ein. Zum Glück ist die Menschheit zu einem guten Prozentsatz anders gestrickt. So konnte sie sich über die Steinaxt hinweg entwickeln. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Anzeige Geschrieben 24. Februar 2018 Geschrieben 24. Februar 2018 Hallo Gast, schau mal hier Menschen fotografieren - gefragt oder ungefragt oder wie? . Dort wird jeder fündig!
Mattes Geschrieben 24. Februar 2018 Share #27 Geschrieben 24. Februar 2018 Hallo. Die Rechtslage ist ja eindeutig und auch nachzulesen. Juristische Beratung darf aber in einem Forum nicht erfolgen. Ich frage fast nie bei, wenn ich Menschen (im Sinne von Street Photography) fotografiere, weil die Situation dann nicht mehr dieselbe wäre. Viele Momente sind zu schnell vorbei und lassen sich auch nicht glaubwürdig nachstellen. Allerdings bewege ich mich offen mit der Kamera im öffentlichen Raum, verstecke sie nicht und nutze auch keine langen Brennweiten. Wenn jemand durch sein Verhalten deutlich macht, dass er nicht fotografiert werden möchte, respektiere ich das. Ansonsten halte ich mich einfach an die simple Regel, Menschen nicht in Situationen zu fotografieren, in denen ich auch nicht fotografiert werden wollte, also nicht in peinlicher, herabsetzender Art und Weise. Ich habe aber durchaus auch Bilder, die Menschen eher unvorteilhaft darstellen - nicht aus Bosheit, sondern weil dies eben der Realität entspricht. Einige dieser Bilder halte ich meine gelungensten. Dennoch zeige ich sie nicht im Internet. Sie landen in meinem jährlichen Fotobuch zum Thema Street und sind so nur einem sehr begrenzten Personenkreis zugänglich, also nach keiner Auffassung nicht veröffentlicht. Ich wurde übrigens nur ein einziges Mal gebeten, ein Bild zu löschen. Dem Wunsch bin ich nachgekommen, zumal mir das Bild auch als nicht besonders wichtig erschien. Anderenfalls hätte ich versucht zu überzeugen, dass das Bild zu schade zum Löschen sei. Wie die meisten hier empfinde ich es als wesentlich, auch beim Fotografieren von Menschen den Respekt zu zeigen, offen und freundlich auf evtl. Nachfragen zu reagieren und das Anliegen zu erklären. Zu diesem Zweck habe ich einen kleinen Leporello mit 12 Bildern (ca. 10 x 10 cm) in der Tasche, den ich schon mehrfach gezeigt habe. Wenn sich daraus ein Gespräch entwickelt, gibt es nach meiner Erfahrung keine Probleme. Grüße Matthias Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Mattes Geschrieben 24. Februar 2018 Share #28 Geschrieben 24. Februar 2018 Kleiner Nachtrag, weil es selten vorkommt, das die Sichtweise der US-Justiz unserer überlegen ist: https://en.m.wikipedia.org/wiki/Nussenzweig_v._DiCorcia Grüße Matthias Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Gast Geschrieben 24. Februar 2018 Share #29 Geschrieben 24. Februar 2018 Kleiner Nachtrag, weil es selten vorkommt, das die Sichtweise der US-Justiz unserer überlegen ist: https://en.m.wikipedia.org/wiki/Nussenzweig_v._DiCorcia Was steht da? Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Spätauslöser Geschrieben 24. Februar 2018 Share #30 Geschrieben 24. Februar 2018 Jeder der in mein Bild reinlatscht ist selber schuld. Sind gerade bei dem Thread "Museumsmenschen" Menschen drauf, dann war ich vorher dort und die sind mir während des Auslösens reingelaufen. Warum sollte ich meine Kunstwerke nicht zeigen obwohl sich da Banausen reinschummeln? *hust* Meine Sekretärin ist zu selten dabei das sie die vorgefertigten wasserdichten Vordrucke unterschreiben lassen könnte. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Spätauslöser Geschrieben 24. Februar 2018 Share #31 Geschrieben 24. Februar 2018 Was steht da? Vermutlich Todesstrafe oder nur bewaffnet Menschen foten. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Crischi74 Geschrieben 24. Februar 2018 Share #32 Geschrieben 24. Februar 2018 Werbung (verschwindet nach Registrierung) Was steht da? http://www.lawmas.de/database/upload/hq/pstock_hq0c0604b6eb2ee0f1145aac38766ad803.pdf Gruß Christian ◟(◔ั₀◔ั )◞ happy wife, happy life. https://www.instagram.com/chrischi74/ Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Gast Geschrieben 24. Februar 2018 Share #33 Geschrieben 24. Februar 2018 http://www.lawmas.de/database/upload/hq/pstock_hq0c0604b6eb2ee0f1145aac38766ad803.pdf o.k. Zur Kunst deklarierte Fotos werden vom ungewollt und ungefragt Abgebildeten angefochten, die Justiz stellt den Kunstanspruch über das Persönlichkeitsrecht. Der Fotograf jubelt, der Abgebildete schmollt. Richter sprechen "Recht". Warum schützt das Recht mich als "Schwächeren" nicht vor dem "Stärkeren"? Ist das nicht die Intention des Zivilrechts? Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
the_round_grain Geschrieben 24. Februar 2018 Share #34 Geschrieben 24. Februar 2018 Mir persönlich ist auch einmal aufgefallen, das gerade in Deutschland die Menschen auf des befremdlich zufällig fotografiert werdens sehr angestresst sind. Ich habe den Vergleich mit anderen Ländern ziehen können (Erfahrungswert) und dort sind die Menschen meist viel entspannter. Woran das liegt, so recht kann ich mir das nicht beantworten. Dennoch, wenn ich selbst meinen Finger auf den Auslöser habe und es huscht im wahrsten Sinne ein Mensch dann durchs Bild und es paßt, drück ich ab. Aber es gibt auch positive Bsp. aus Deutschland, auch wenn wenig. Wenn ich zb. immer auf Oldtimer-Treffen gehe, dort ist das immer entspannt und ich kenne die Menschen dort nicht. Aber geht man in Fussgängerzonen, obwohl man keine Menschen fotografieren möchte bzw. andere Dinge wie Statiken etc. , erntet man komische Blicke und auch Bemerkungen, die wenigsten sind davon wirklich nett. Und ich sehe bestimmt nicht aus wie ein Fotograf mit Ofenrohr vor dem Auge der vom Spielfeldrand eines grossen Fussballspiels geflüchtet ist , ganz im Gegenteil. Schon aus Anstand würde ich nie einen fremden Menschen ohne eine nette Frage vorher frech ins Gesicht fotografieren, weil ich selbst möchte das auch nicht. Aber wenn jemand nett fragt, gestalte ich das Foto mit wo ich mit abgebildet werden soll . Die sogenannte Strassenfotografie hier in Deutschland ist m.M. nach niemals die, die man denkt umsetzen zu können im Vergleich zu anderen Ländern. Sie gilt hier eher als schwer, schwierig durch Gesetze, schwierig durch Menschen allgemein. Das natürlich dann Grauzonen genutzt werden, kann ich kompetent nachvollziehen. Und so entstehen Ideen der Fotografen und Amateure trotzdem Menschen abzubilden, was ich auch gut finde denn so entstehen neue Wege der Fotografie, neue Streams und Trends . Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Crischi74 Geschrieben 24. Februar 2018 Share #35 Geschrieben 24. Februar 2018 In der Streetphotography ist es besser erst zu fotografieren und danach zu fragen. Andersrum würde es das Genre so wie es heute existiert überhaupt nicht geben und die maßgeblichen Bilder wären nie entstanden. In meiner Praxis stellte sich heraus, dass sich viele erst mit dem gesehenen Ergebnis überhaupt vorstellen können um was es sich dreht, und dann auch positiv überrascht sind. Sie hätten nie vorher ihr Einverständnis gegeben, weil sie gar nicht gewusst hätten, über was sie wirklich entscheiden. Ich denke, dass die Fotografen hier, die wirklich zielgerichtet fremde Menschen fotografieren genau das so kennen. Gruß Christian ◟(◔ั₀◔ั )◞ happy wife, happy life. https://www.instagram.com/chrischi74/ Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
the_round_grain Geschrieben 24. Februar 2018 Share #36 Geschrieben 24. Februar 2018 Ein sehr interessanter Aspekt und auch Strategie letztlich wie ich finde, so wusste oder kannte ich das auch noch nicht . Nun, ich oder mein Hauptfeld in der Fotografie ist auch nicht speziell oder ausschliesslich auf die Strassenfotografie geeicht, das und wenn geschieht es eher nebenläufig. Ja das kann ich mir schon gut vorstellen, das die Präsentation des Fotos nach dem Schuss dem fotografiertem gegenüber das alles in ein ganz anderes Licht auch rückt bzw. so schaut es aus, gefällts Dir ? Einen Dank für die Art Aufklärung . Es gibt wahrscheinlich oft einen Weg denke ich gerade, wenn man ihn weiss... Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
wolf Geschrieben 24. Februar 2018 Share #37 Geschrieben 24. Februar 2018 Richtige Einstellung. Hilft im Leben ausserhalb der Fotografie ebenso. Recht muss man sich nehmen! nun - da hast du offenbar etwas überlesen... wenn du street oder menschen fotografieren willst hilft grübeln einfach nicht weiter - sondern nur machen. menschen zu fotografieren erfordert auch respekt vor den menschen und den gesunden menschenverstand beim fotografen die abgelichteten personen nicht ihrer würde zu berauben oder lächerlich zu machen. die frage nach geltenden gesetzen ist eine ganz andere: nun ich habe mehr als ausreichend juristen im kreis meiner anverwandten und freunde - auch da gilt wer viel fragt kriegt viel antwort... man dürfte gar nicht mehr vor die tür gehen vor lauter sorge was das für einen schlamassel mit sich bringen könnte... Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Mattes Geschrieben 25. Februar 2018 Share #38 Geschrieben 25. Februar 2018 o.k. Zur Kunst deklarierte Fotos werden vom ungewollt und ungefragt Abgebildeten angefochten, die Justiz stellt den Kunstanspruch über das Persönlichkeitsrecht. Der Fotograf jubelt, der Abgebildete schmollt. Richter sprechen "Recht". Warum schützt das Recht mich als "Schwächeren" nicht vor dem "Stärkeren"? Ist das nicht die Intention des Zivilrechts? Nein, ich denke, die Intention des Zivilrechts ist eine Abwägung aller Interessen. Meine Sichtweise dieses Urteils ist, dass es auch unter Berücksichtigung religiöser Aspekte keine "Expection of privacy" gibt, sofern man sich im öffentlichen Raum aufhält. Das finde ich im Zeitalter überzogener Ansprüche an die Privatheit sehr richtig und bemerkenswert. In Deutschland wäre so ein Urteil undenkbar, schon wegen der Identität des Klägers. Das US-Recht ist in dieser Hinsicht meines Erachtes sehr sinnvoll: Im öffentlichen Bereich kann niemand erwarten, unbeobachtet zu sein. Wer möchte, kann dort nicht nur fotografieren, sondern auch die Bilder veröffentlichen und vermarkten (in Form von Büchern, Ausstellungen etc.). Untersagt - genauer: abhängig von der Zustimmung des Abgebildeten - ist lediglich die kommerzielle Verwertung, damit ist nach gängiger Rechtsprechung die Verwendung in der Werbung gemeint. Damit weiß jeder, woran man ist. Grüße Matthias Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
kleinfriese Geschrieben 25. Februar 2018 Share #39 Geschrieben 25. Februar 2018 Das egoistische und kompromisslose Pochen auf Persönlichkeitsrechte führt das Zusammenleben in der Gemeinschaft ad absurdum. Gruß Christian ◟(◔ั₀◔ั )◞ happy wife, happy life. https://www.instagram.com/chrischi74/ Christian, ich fürchte, da hast Du grundlegendes nicht verstanden. Aber ja, wer erwachsen ist, macht seine eigenen Regeln fürs Zusammenleben. Eine andere Sicht auf die Problematik gleich so pauschal ins Abseits zu stellen ist nicht nur fragwürdig. Das macht mir Angst ... . In meinen Augen hat ein jeder grundsätzlich das Recht, selbst darüber zu entscheiden, ob er abgelichtet und oder veröffentlicht werden möchte. Ich bin auch sicher, dass die heimlichen Spanner-Knipser und die groben Vergewaltigungs-Knipser der Fotografie insgesamt sehr schaden. Noch interessanter wird es, wenn sie ihre Bilder gleich selbst zur Kunst erklären. Wenn Menschen nicht bloße Kulisse sind, knipse ich sie nur mit ihrem zumindest konkludent erklärten Einverständnis. Vermutlich liegt die Wahrheit in einer von allen wahrgenommenen ausgewogenen Mitte. Ganz am Rande. Ich bin weder Gutmensch noch Hobby-Jurist. Eher das Gegenteil. Es gibt im Übrigen auch schon ausreichend genug Knipser, die ihre Fehlvorstellung teuer bezahlen durften. Da das nun weniger ruhmreich ist, berichten sie davon dann auch eher selten. Wenn sie es bis dahin immer noch nicht kapiert haben, ehr ein wenig verbittert zwischen den Zeilen.... Gruß kleinfriese Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Crischi74 Geschrieben 25. Februar 2018 Share #40 Geschrieben 25. Februar 2018 Zusammenleben funktioniert nur im Kompromiss. Klar gehört es dazu die Rechte des Anderen zu achten. Genauso gehört es aber auch das Verständnis für die Interessen der Mitmenschen aufzubringen. Oft ist es ein, für den Moment, winziger und ein persönlich völlig irrelevanter Verzicht auf ein gegebenes Recht, der letztlich zum Vorteil beider Parteien führt. Das Sandkorn was ich da verschenke, kann für den Anderen ein Goldstück sein. Wie ich beschrieben hatte, ist dem Anderen bei der Frage „darf ich Sie fotografieren?“ kaum möglich, eine Entscheidung mit Weitblick zu treffen, weil er dich nicht kennt und aus der Frage heraus gar kein umfassendes Bild davon hat, um was es überhaupt geht. Er müsste, um einen möglichen Schaden zu vermeiden, das Schlimmste annehmen und daraus ablehnend entscheiden. Unter „Pochen aufs Recht“ verstehe ich eine klare schwarz-weiß-Auslegung ohne Berücksichtigung der Umstände und sachlicher Bewertung der Situation. Genau das machen aber Gerichte bei der Rechtsprechung. Das sollten auch wir tun, bevor wir auf irgendetwas pauschal pochen. Nur so funktioniert das Zusammenleben. Ich hoffe du verstehst richtig was ich ausdrücken möchte. Gruß Christian ◟(◔ั₀◔ั )◞ happy wife, happy life. https://www.instagram.com/chrischi74/ Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
picmaker7 Geschrieben 25. Februar 2018 Share #41 Geschrieben 25. Februar 2018 Diskussionen rund um dieses Thema findet man ja in allen Foren und Bereichen die mit Fotografie zu tun haben. Interessant dabei finde ich oft, beim Thema Selbstporträt versuchen doch die meisten Fotografen unerkannt zu bleiben, haben eine Kamera im Gesicht oder sind nur Schemenhaft als Umriss zu erkennen. Wenn es darum geht andere Menschen abzulichten und in Foren zu präsentieren, da hat man dann nichts dagegen Ich glaube das man in dieser Sparte nie einen Konsens erzielen wird, weil die Ansichten viel zu unterschiedlich sind. Vielleicht hat auch der entspannt lächelnde Marktverkäufer in Myanmar auch gar keine Vorstellung davon, wo er sich evtl. später einmal überall wiederfinden und gezeigt wird. Leider musste ich auch schon mal einschreiten weil der Mensch am Nachbartisch meinte er müsste unsere Kleine ablichten, weil sie gerade eine so schöne Schokoschnute vom Eis hatte. Sorry, aber bei solchen Sachen sind Grenzen überschritten ... Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Crischi74 Geschrieben 25. Februar 2018 Share #42 Geschrieben 25. Februar 2018 Leider musste ich auch schon mal einschreiten weil der Mensch am Nachbartisch meinte er müsste unsere Kleine ablichten, weil sie gerade eine so schöne Schokoschnute vom Eis hatte. Sorry, aber bei solchen Sachen sind Grenzen überschritten ... Hier greifen dann auch unterbewusst Instinkte. In solchen Situationen kennst du bestimmt auch das Gefühl später am Abend wenn man das Geschehene Revue passieren lässt, die Fragen an sich selbst, was eigentlich dabei gewesen wäre?, ob man hier nicht nüchtern betrachtet überreagiert hat? Oder warum ich nicht den Mann gefragt habe warum er das tun wollte? Das brauch deine Entscheidung nicht ändern. Es zeigt aber, dass man in der spontanen Situation nicht wirklich in der Lage für eine sachliche und umfassende Betrachtung ist. Genauso wie der Fotograf, der in diesem Moment vielleicht nur das lustige Schokogesicht gesehen hat und gar nicht weiter dachte. Und selbst als Vater wahrscheinlich ähnlich wie du reagiert hätte. Gruß Christian ◟(◔ั₀◔ั )◞ happy wife, happy life. https://www.instagram.com/chrischi74/ Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
christian ahrens Geschrieben 25. Februar 2018 Share #43 Geschrieben 25. Februar 2018 Leider musste ich auch schon mal einschreiten weil der Mensch am Nachbartisch meinte er müsste unsere Kleine ablichten, weil sie gerade eine so schöne Schokoschnute vom Eis hatte. Sorry, aber bei solchen Sachen sind Grenzen überschritten ... Hi, Fotografen erzählen mit ihren Bildern Geschichten vom Leben auf unserem Planeten. Und das Leben der Menschen, die sozialen Räume, das Miteinander und das Gegeneinander gehören dazu. Es ist ein erregendes Abenteuer, die Augen offen zu halten und die Vielfalt des Lebens einzufangen, zu bündeln, zu verdichten, zu ordnen, zu erzählen. Gute Fotografen mit einem echten Anliegen tun das – überall auf der Welt. Im Auftrag, ganz offiziell, für sich selbst, als Künstler oder als Kreative, als Fotoreporter in Krisengebieten, in Zeiten des Umbruchs, aber auch im ganz normalen alltäglichen Leben. Gute Fotografen verstehen es, aus ihren Bildern etwas zu destillieren, was auch anderen Menschen etwas gibt, sie berührt, erstaunt, erschreckt, bewegt oder zum Nachdenken bringt. Das "Schokoschnuten-Bild" stelle ich mir jetzt fröhlich und glücklich vor – und vollkommen harmlos. Welche Grenze wird da überschritten? Ich hätte auch nichts dagegen, wenn mich ein Kollege hier aus dem Forum mit einer glücklichen Erdbeerschnute treffend fotografiert. Ich glaube nicht daran, dass Fotos die Seele des Fotografierten beschädigt – viel eher können sie etwas Beseelendes sichtbar machen. Wenn Fotografen dieses Abenteuer nicht immer wieder gewagt hätten und in ihren Bildern, Ausstellungen, Reportagen oder Büchern gezeigt hätten, wüssten wir viel weniger über die Menschen auf diesem Planeten: über ihre Gefühle, ihre Leiden, ihr Glück, ihre Lebensumstände, ihre Enttäuschungen und ihre Hoffnungen. Ich bin mir sicher, dass Fotografen immer wieder diese Themen suchen und neue spannende Geschichten fotografieren werden. Und das ist gut. VG Christian Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
picmaker7 Geschrieben 25. Februar 2018 Share #44 Geschrieben 25. Februar 2018 Christian bei den meisten Themen bin ich bei Dir und was das Thema betrifft bin ich auch kein Hardcore-Gegner. Was den Vergleich mit der Vergangenheit betrifft, bin ich oft nicht ganz sicher ob man den auf alles anwenden kann. In der heutigen Zeit wird im Gegenzug zu damals mit einem Klick etwas in die ganzen Welt geschossen und auf vieles was dann im Anschluss passiert hat man keinen Einfluss mehr. Hole mal etwas zurück oder grenze etwas ein was schon xfach geteilt wurde. Vielleicht hat auch jemand in rein dokumentarischer Absicht den betrunken von der Bank gefallenen Polen fotografiert und heute ist er Teil von xfach rumgeschickten Slideshows. In Bezug auf mein Kind zB. möchte ich, da ich noch die Verantwortung die Kleine trage, alleine entscheiden wie und wo sie sich als Foto wiederfindet. Natürlich gibt es auch viele Fotografen (auch hier) die mit dem nötigen Feingefühl und ohne Menschen bloßzustellen ihre Bilder kreieren und publizieren. Insgesamt wird es aus meiner Sicht aber immer ein intensiv diskutiertes Thema bleiben, denn es werden leider auch Grenzen überschritten. Schön finde ich auf Deiner Homepage übrigens, dass Du Dich auch bildlich vorstellst, denn auch da bleiben einige der Kollegen unsichtbar... Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Crischi74 Geschrieben 25. Februar 2018 Share #45 Geschrieben 25. Februar 2018 Ich muss dazu sagen, dass bei dem Thema bei mir oft die Schere im Kopf einsetzt. Eher um einer Konfrontation aus dem Weg zu gehen, als ein Fehlverhalten darin zu sehen. Ich bin selbst Choleriker und einer der schneller spricht und handelt als denkt. Aber ich bin auch jemand der viel selbst reflektiert und sich im Nachhinein stundenlang damit beschäftigt warum es zu bestimmten Situationen gekommen ist und mich dabei auch immer versuche in die Perspektive des Anderen zu denken. Gruß Christian ◟(◔ั₀◔ั )◞ happy wife, happy life. https://www.instagram.com/chrischi74/ Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
picmaker7 Geschrieben 25. Februar 2018 Share #46 Geschrieben 25. Februar 2018 Übrigens finde ich die derzeit ruhige und sachliche Art mit der über das Thema diskutiert wird richtig gut. Laßt uns auf dem Kurs bleiben... Danke Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Gast Geschrieben 25. Februar 2018 Share #47 Geschrieben 25. Februar 2018 Wie ich beschrieben hatte, ist dem Anderen bei der Frage „darf ich Sie fotografieren?“ kaum möglich, eine Entscheidung mit Weitblick zu treffen, weil er dich nicht kennt und aus der Frage heraus gar kein umfassendes Bild davon hat, um was es überhaupt geht. Interessant bis unglaublich ignorant. Die Ausübung deines Hobbies macht es nötig, andere Personen, mit einzubeziehen. Fragen magst du sie nicht weil: a: dann die von dir als Hobbyist gewünschte präsentationsfähige Szene weg ist b: weil der Statist eh nicht begreift als was er da dient. Zur Klarstellung: für mich ist nicht das geschossene Foto Kern des Problems. Für mich und wohl auch für den Großteil der dem Fotografiertwerden ablehnend Gegenüberstehenden ist das "Danach", welches eben sehr undefinert erscheint, das eigentliche Problem. Die pure Reichweite durch Netz und ewigspeichernde Server ist, was ich für mich im Zusammenhang mit Persönlichkeiten nicht mehr zu bereit bin, zu akzeptieren, weshalb auch von mir keine solchen Fotos mehr erstellt werden. Wer hier nur die Rechtslage sieht, diese bedauert, oder auch bewusst ignoriert beweist eine gute Portion Egoismus. Auch der Hinweis auf Dokumentation des Lebens, bis hin zur Deklaration des eigenen künstlerischen Anspruchs macht nur eines klar, der Protagonist möchte seine Interessen wahrnehmen, nur seine. Dafür setzt er sich über die Interessen des Gegenübers hinweg. Ich drehe den Spieß mal um. Dokumentation gibt es zuhauf, da mittlerweile alle zehn Meter eine Überwachungskamera installiert ist. (Der Satz darf interpretiert werden) Wer das nicht mag, darf nicht in die Öffentlichkeit gehen, denn Wer sich freiwillig in die Öffentlichkeit begibt, macht sich damit selbst zur öffentlichen Person und muss damit rechnen (auch fotografisch) wahrgenommen zu werden.Die Pflicht des Staates für meine Sicherheit zu sorgen, nehme ich wohlwollen zur Kenntnis, sie liegt mir doch näher, als die Neigung, Rücksicht auf die Lust der MöchtegernHCBs ihrer Obsession nachzugehen zu wollen, zu nehmen. Im Nachhinein entgeht dem Einen oder Anderen vielleicht der Ruhm der späteren Berühmtheit für "unwiederbringliche" Fotos (werden die in der unglaublichen Menge an Daten überhaupt noch eine primäre Rolle spielen?), aber da ist mir wie gesagt mein Interesse näher, sogar mit Deckung durch das Gesetz. Zur Not setze ich mich dann auch einfach durch - ob gefragt oder ungefragt. Dann gehe ich meiner Neigung nach! Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Gast Geschrieben 25. Februar 2018 Share #48 Geschrieben 25. Februar 2018 Nein, ich denke, die Intention des Zivilrechts ist eine Abwägung aller Interessen. Falls es so ist, sehe ich das als Armutszeugnis einer modernen Gesellschaft. Welche Interessen sollte höher stehen, als die des jeweils schwächeren Teils eines Interessenkonfliktes? Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Gast X-Ercist Geschrieben 25. Februar 2018 Share #49 Geschrieben 25. Februar 2018 Falls es so ist, sehe ich das als Armutszeugnis einer modernen Gesellschaft. Welche Interessen sollte höher stehen, als die des jeweils schwächeren Teils eines Interessenkonfliktes? Sach ma, Du hilfst doch mit, Autos zu bauen?! Als Radfahrer bin ich als schwächerer Teil eines Interessenkonflikts tagtäglich konfrontiert mit dem Recht des Stärkeren. Was findest Du jetzt schlimmer: Fotografiert zu werden oder totgefahren zu werden? Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
christian ahrens Geschrieben 25. Februar 2018 Share #50 Geschrieben 25. Februar 2018 Insgesamt wird es aus meiner Sicht aber immer ein intensiv diskutiertes Thema bleiben, denn es werden leider auch Grenzen überschritten. Definitiv. Und natürlich ist das digitale Distribuieren und Teilen mit all seinen Begleiterscheinungen etwas Neues, dass es im analogen Zeitalter nicht gab. An die Fotografen gerichtet möchte ich aber noch gerne hinzufügen: ein Foto machen heißt ja nicht automatisch, es auch im Internet zeigen zu müssen. Im Gegenteil, das macht die Bilder belanglos und die Arbeit des Fotografen verpufft. Bei diesem Thema wird m.E. von vielen Fotografierenden etwas missverstanden: dieses wahllose, nicht-editierte, nicht-komprimierte Herumzeigen irgendwelcher Bilder ist noch keine Fotografie. Eine fotografische Arbeit entsteht über eine echte Beschäftigung mit einem Thema, oft über Monate oder Jahre hinweg. Es wird viel fotografiert, noch viel mehr verworfen, sortiert, editiert, verdichtet. Und wenn am Ende ein Fotograf einen Bildband herausbringt mit dem Titel "Glückliche Kindergesichter auf fünf Kontinenten" fände ich es völlig in Ordnung und sogar sehr schön, wenn die Schokoschnute meiner Tochter dabei wäre.... (zugegeben: etwas konstruiert, aber ich hoffe es kommt rüber, was ich meine! :-)). Es ist und bleibt ein schmaler Grad, auf dem wir uns bewegen: man hat immer eine Verantwortung für sein Tun. Und wenn Fotografierende in der "street" unterwegs sind und ein echtes Anliegen haben, wäre es in der Tat gut, wenn Sie ein kleines Büchlein oder eine iPad-Slideshow oder ähnliches dabei hätten, das verdeutlicht, was ihre Intention ist. Ein Wiener Street-Fotograf, den ich gut kenne, handelt so; er hat immer Arbeitsproben von den Serien dabei, an denen er gerade arbeitet – das entspannt die Leute ungemein, wenn sie nachfragen. Beste Grüße Christian Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
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