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Reproduktion Kulturerbe - Vergleich Fuji, Hasselblad, Phase-One Kameras


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Mein Kollege Christoph Künne hatte im DOCMA-Blog darüber berichtet, und ich hänge hier noch mal meinen Kommentar an, den ich dort schon gegeben hatte:

 

Ich hatte darüber zuerst bei PetaPixel gelesen und mich über die Beschreibung der Belichtungsinkonsistenz bei der Fuji GFX gewundert – da war von einem „10 point shift in exposure“ die Rede, aber was sollten diese „Punkte“ überhaupt sein? Die Belichtung gibt man doch gewöhnlich in Lichtwerten (EV) an, wobei der in der Fotografie normalerweise verwendete ISO-Standard übrigens recht großzügig ist, was die Konsistenz betrifft. Leider habe ich keine GFX greifbar und kann es nicht nachprüfen, aber ich würde schon gerne wissen, was da passiert; eine gewisse Variabilität ist zwar in der Praxis irreleveant (wer mit einer Belichtungsautomatik und Mehrfeldmessung fotografiert, muss ohnehin mit noch größeren Abweichungen leben), aber wenn man unter kontrollierten Bedingungen arbeitet, sollte es sie gar nicht erst geben.

Aber wie auch immer … Die „Punkte“ beziehen sich nicht, wie ich zuerst dachte, auf irgendeine hochgenaue Maßeinheit der Belichtung, die die Tester für ihre Zwecke definiert hätten, denn im Originaltext ist davon keine Rede. Die Aussage steht vielmehr im Kontext der 256 8-Bit-Werte in den ausgewerteten TIFF-Dateien, und die „Punkte“ sind offenbar Differenzen dieser Werte. Mit „+/- 5 points“ könnten also beispielsweise Werte zwischen 120 und 130 gemeint sein. Sie beschreiben also nicht, wie die Kamera belichtet hat, sondern wie hell das Bild an einer Stelle erscheint. Was für ein in EV gemessener Belichtungsunterschied dem entspricht, lässt sich aber nicht von diesen Werten ablesen und auch nicht einfach umrechnen. Die 8-Bit-Werte im entwickelten Bild haben ja keine lineare Kennlinie und ±5 im mittleren Tonwertbereich entspricht einem geringeren Belichtungsunterschied als die gleiche Differenz in den Lichtern oder Schatten. Es ist schade, dass die Tester dem nicht näher nachgegangen sind.

Und dann ist da das kuriose Ergebnis, dass die Multishot-Bilder eine starke kissenförmige Verzeichnung aufweisen. Über deren Ursache schreiben die Tester nicht viel, und es ist ja nicht nachvollziehbar, warum aus der Verrechnung um halbe Pixelbreiten verschobener Bilder plötzlich eine Verzeichnung entstehen sollte, die man in den einzelnen Bildern und außerhalb des Multishot-Modus nicht sieht. Tatsächlich geht es auch um etwas ganz anderes. Die Tester hatten ein Objektiv gewählt, dessen Verzeichnung nicht schon optisch korrigiert ist; dafür sorgt erst eine digitale Korrektur, die entweder in der Kamera oder vom Raw-Konverter angewandt wird – die nötigen Korrekturanweisungen sind in den Metadaten der Raw-Datei gespeichert. (Für die Zwecke, um die es in diesem Vergleichstest ging, hätte ich ein optisch hoch korrigiertes Objektiv gewählt, aber egal …) Wenn man nun die Multishot-Aufnahmen mit verschobenem Sensor miteinander verrechnet, wozu eine von Fuji entwickelte Software nötig ist, muss das auf Basis der noch unkorrigierten Rohdaten passieren; anders wäre es technisch nicht möglich. Das zusammengesetzte Multishot-Bild mit vierfacher Auflösung ist also immer noch unkorrigiert und muss erst im Raw-Konverter korrigiert werden – aber das ist in diesem Test seltsamerweise nicht geschehen.

Die Ursache bleibt unklar, aber fest steht, dass die Verzeichnung nicht der Kamera, sondern dem Objektiv anzulasten ist, und dass sie so oder so gar nicht in Erscheinung treten würde, wenn im Workflow alles funktionieren würde, wie es soll. Was war nun schiefgegangen? Hatte Fujis Multishot-Software versäumt, die Korrekturanweisungen aus den Einzelbildern auch in das daraus verrechnete 400-Megapixel-Bild zu schreiben? Oder hatte Capture One diese Korrekturdaten ignoriert oder falsch angewandt? Dem sollte man mal nachgehen.

bearbeitet von mjh
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@Bernhard52 - gute Bilder haben gute Motive und gutes Licht - 
Damit und mit irgendeiner Kamera sollte man Erfolg haben.

@wurzelwaerk - Er ist Amerikaner. Sprachlich unverständlich war der Test doch nicht oder?

@mjh - Hast Du schon mal versucht, Deine interessanten Fragen und Vorbehalte vom Ersteller des Tests beantwortet zu bekommen?
Ich fände es jedenfalls sehr interessant, wenn ein technisch versierter Mensch wie Du dort Fragen stellt, auf Fehler hinweist und man dann zu einem Ergebnis kommt.
Wenn der Test so in der Welt bleibt, ist er unwiedersprochen!! - Gibt es eine Stellungname von Fuji direkt?


 

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vor 6 Stunden schrieb lookbook:

Er ist Amerikaner. Sprachlich unverständlich war der Test doch nicht oder?

Absolut nicht, nur eben in recht simpler Sprache gehalten und mit Tippfehlern - das hatte mich stutzig werden lassen.
Die Frage ist für mich auch: welche Relevanz hat dieser Test denn für die "normale" Fototografie, abgesehen vom Image des "durchgefallen".

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@wurzelwaerk - so wie ich das verstanden habe, hat das keinerlei Auswirkung auf "normale" Fotografie.
Ich sehe für mich nichts, was ich nach diesem Test berücksichtigen müsste.

Wenn Fuji ein vergleichbares Produkt herstellt, sollte es grundsätzlich vergleichbare Leistung erbringen können.
Ansonsten müssten sie günstiger sein als die Konkurrenz. Leider sind sie nach dem Test nur billiger ..

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Da geht es offensichtlich um Nöte auf sehr hohem Studio-Niveau. Fuji's GFX 100 - Versprechen soll eben bei Perfektionisten mit limitierten Budget Visionen auslösen. Kritische Bertrachtung und wertfreie Vergleichsbereitschaft vorausgesetzt, ist die Bildqualität bei 1:1 Vergrößerung nicht besser als die  der 45 MP FX Sensoren in Nikon Z Kameras. Beides Sony-Sensoren mit ähnlichem Pixelpitch.

Da ich die Bildqualität von Nikon ( Sonysensoren) F und Z gewohnt war entschied ich mich bewußt für die GFX 50s. Weil sie die Objektive nicht überfordert und der Anschaffungspreis viel mehr Objektive zulässt. Die Bildqualität ist eben auch deutlich besser im Vergleich.

Somit war eine emotionale Steigerung beim Systemwechsel sichergestellt. Die Erwartungen waren übererfüllt. Die Bildqualität der GFX 100 II erinnerte mich dagegen sehr stark an die Nikon Z- Dateien. Das hat mich regelrecht runtergezogen. Umso mehr ist mit danach die 50s ans Herz gewachsen. 

Ich bin auch froh in der Branche nicht professionell arbeiten zu müssen. Das muss ziemlich desillusionierend sein die subjektiven Erwartungen der Kundschaft erfüllen zu müssen.

Kundschaft die eine eigene Farbenblindheit oder andere Fehlsichtigkeiten warscheinlich nie preisgeben würde.

Das GFX System bietet dem unabhängigen, phantasievollen Enthusiasten einmalige Möglichkeiten fotographische Techniken die es sonst nur mit Fachkameras gibt raus ins Gelände zu bringen. Für mich nach wie vor ein wahr gewordener Traum.

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vor 20 Stunden schrieb lookbook:

Hast Du schon mal versucht, Deine interessanten Fragen und Vorbehalte vom Ersteller des Tests beantwortet zu bekommen?

Nein. Mein Eindruck ist, dass sich die Tester mit der Reproduktion von Bildern und anderen Artefakten auskennen – also eben der sehr speziellen Aufgabe, um die es hier geht –, aber nicht so sehr mit der Kamera- und Fototechnik. Oder nur so weit, wie es für ihren Job nötig ist.

Die Sache mit der Verzeichnung ließe sich ja recht einfach klären. Hier liegen Raw-Dateien vor, die digital korrigiert werden müssten, was aber nicht geschieht. Da zwei Anwendungen beteiligt sind, Fujis Pixel Shift Combiner und Capture One, muss man ermitteln, welche der beiden verantwortlich ist. Der Pixel Shift Combiner sollte die aus den Einzelbildern berechnete DNG-Datei entweder selbst korrigieren oder wiederum ein Korrekturprofil einbetten, damit es dann der Raw-Konverter anwenden kann. Jeder, der eine aktuelle GFX mit Multi-Shot-Modus und ein digital korrigiertes Systemobjektiv hat, könnte es leicht ausprobieren: Wenn die vom Pixel Shift Combiner erzeugte DNG-Datei ein Korrekturprofil hat – was beispielsweise auch Lightroom oder eine Software, die vollständige Exif-Daten anzeigt, verraten könnte; man braucht dazu kein Capture One –, wäre Fujis Software aus dem Schneider und es würde an einem Bug in Capture One liegen; andernfalls müsste Fuji nachbessern.

Die Sache mit der Belichtungsinkonsistenz ist etwas kniffliger. Ich gehe mal davon aus, dass sich die Tester nicht auf eine Belichtungsautomatik verlassen, sondern manuell belichtet haben; andernfalls wäre es möglich, dass die Kamera bei den einzelnen Bildern unterschiedlich gemessen hätte. Dann wären aber auch die Belichtungsparameter Verschlusszeit und/oder Blende unterschiedlich, was sich in den Exif-Daten niedergeschlagen hätte, wovon aber keine Rede war. Damit bleiben der Verschluss und die Blende als Übeltäter, die nicht die geforderte Verschlusszeit beziehungsweise Blendenöffnung realisieren.

Aus dem Text ergibt sich, dass die Inkonsistenzen bei insgesamt sechs GFX100s II und GFX100 II und sowohl mit dem Schlitzverschluss wie dem elektronischen Verschluss auftraten. Probleme mit dem Timing des Schlitzverschlusses waren zu Zeiten unserer Eltern und Großeltern noch alltäglich, aber bei den seit Jahrzehnten üblichen elektronisch gesteuerten Schlitzverschlüssen sollten sie nicht mehr auftreten, und selbst wenn: Ein solcher Defekt würde nicht bei mehreren Kameras gleichzeitig auftreten, und dann nicht gleichzeitig auch beim elektronischen Verschluss, der ja völlig anders arbeitet.

Damit verengt sich der Blick auf die Blende. Während von sechs verschiedenen Bodies die Rede war, gab es wohl nur ein einziges Objektiv, und wenn dessen Blende etwas gehakelt haben sollte, würde es die beobachtete Inkonsistenz erklären: Die Blende hätte sich dann nicht immer exakt auf den vorgegebenen Wert (f/11) geschlossen. Zum Vergleich müsste man nur mal dasselbe Motiv – eine Graukarte reicht – unter identischer Beleuchtung vom Stativ und mit manueller Belichtung im Multi-Shot-Modus fotografieren, um dann in der Bildbearbeitung die Helligkeit an der jeweils gleichen Stelle zu messen. Wenn es hier ein generelles Problem mit der GFX100s II und GFX100 II gäbe, müssten sich Inkonsistenzen zeigen, egal welches Objektiv man verwendet, aber wenn nicht, wäre das im Test verwendete Objektiv ein Fall für den Kundendienst gewesen. Das könnte jeder ausprobieren, der eine GFX100 II oder GFX100s II hat.

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Noch etwas zum Vergleichstest als solchem:

Wenn es um Reproduktionsaufgaben geht, ist die für die Qualität entscheidende Komponente des Aufnahmesystems nicht die Kamera, sondern das Objektiv. Das gilt um so mehr, wenn man im Multi-Shot-Modus arbeitet, der die Objektive ja an ihre Grenzen bringt. Man sollte also Objektive wählen, die eine hohe Kontrastübertragung bis in die Ecken gewährleisten – zumindest bei der Blende, die man verwenden will – und nur eine minimale Verzeichnung aufweisen. Die heutzutage gängigen digitalen Korrekturen habe ich immer verteidigt, und sie sind auch sinnvoll, so lange es um die gewöhnliche bildmäßige Fotografie geht. Für Reproduktionsaufgaben verbietet es sich dagegen, auf eine starke digitale Verzeichnungskorrektur zu setzen, die die Schärfe in den Bildecken (bei einer tonnenförmigen Verzeichnung) oder der Mitte der Kanten (bei einer kissenförmigen Verzeichnung) beeinträchtigt, wogegen auch Abblenden nichts mehr ausrichten kann.

Tatsächlich haben die Tester diesem Thema aber überhaupt keine Aufmerksamkeit geschenkt, sondern stur Objektive derselben Brennweite gewählt, so als ob damit alles gesagt wäre. Dabei ergibt nicht einmal die Brennweitenwahl Sinn, denn im Bericht heißt es: „Since the sensors are a different size, there was discussion that we should go with the “normal” lenses of each size sensor. Instead, we chose not to change focal lengths from test to test and thus adding possible wide angle distortion characteristics.“ Mit Verlaub, aber das ist Quatsch. Ob mit Problemen aufgrund der Verzeichnung zu rechnen ist, hängt nicht von der absoluten Brennweite ab, sondern vom Verhältnis der Brennweite zur Bilddiagonalen. Es sind immer die Normalobjektive, die durchweg die geringste Verzeichnung aufweisen, unabhängig davon, was die Normalbrennweite des Systems ist. Die Wahl derselben Brennweite trotz unterschiedlicher Sensorgrößen ist also bereits ein handwerklicher Fehler, denn sie haben ein Normalobjektiv (Phase One) mit zwei leichten Teleobjektiven (Hasselblad und Fuji) verglichen. Wie stark eine etwaige Verzeichnung dann aber tatsächlich ist, hängt von der jeweiligen Objektivrechnung ab, wofür sich die Tester offenbar nicht weiter interessiert haben — „Schau’n wir mal, dann seh’n wir schon“ scheint die Devise gewesen zu sein.

Bei dieser Nonchalance in der Objektivwahl verwundert es dann auch nicht mehr, wenn die Tester feststellen, dass ein Fehler (wie in diesem Fall eine Inkonsistenz der Belichtung) mit sechs verschiedenen Kameras, zwei verschiedenen Kameramodellen und zwei verschiedenen Verschlussverfahren auftritt, aber überhaupt nicht auf die doch naheliegende Idee kommen, dass die Fehlerquelle bei der Komponente liegen könnte, die immer dieselbe war: nämlich dem Objektiv.

Hätten sie nur mal jemanden gefragt, der sich mit so etwas auskennt, idealerweise vor dem Vergleichstest, aber doch zumindest im Nachhinein!

bearbeitet von mjh
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Ich fand den Bericht ganz interessant, ohne das ich eine besondere Relevanz für die normale Fotografie darin gesehen hätte. 
Die Ausführungen von Michael @mjhsetzen das Ganze aber dann doch noch einmal in ein anderes Licht. Es ist schon schade wenn beim Vergleich so hochwertiger und kostspieliger Systeme solche Fehler gemacht werden. Das hat ja unter Umständen schon auch Auswirkungen auf das Image der Hersteller im professionellen Bereich. 

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Ich finde merkwürdig, dass auf keinem der Fotos auch nur eine der Kamera-Objektiv Kombinationen zu sehen ist, die sie benutzt haben.
Würde man nicht zumindest mal von jedem Aufbau ein "Beweisfoto" machen?

Stattdessen alles nur gerendert.
Selbst das Titelfoto, das als einziges nicht gerednet und den Aufbau symbolisieren soll, zeigt nicht das verwendete Objektiv.

bearbeitet von Taloan
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Ich kann es nur immer wieder betonen: Diese Hasselblad-Kamera sieht einfach großartig aus.

Meiner Einschätzung nach ist sie vermutlich die einzige moderne Kamera, die mindestens auf Augenhöhe mit den Fujifilm-Modellen liegt.

 

Zur Kritik an der als „zu einfach“ empfundenen Sprache möchte ich anmerken, dass es außerhalb Deutschlands – insbesondere im US-amerikanischen Raum – durchaus üblich ist, fachliche Inhalte in eine allgemein verständliche Form zu bringen.

Man kann darüber denken, wie man will, doch meiner Meinung nach ist es eher ein Zeichen von Kompetenz, komplexe Themen klar und verständlich zu erklären, statt sie unnötig kompliziert wirken zu lassen.

Dass in diesem konkreten Fall – wie von mjh angemerkt – leider auch der fachliche Gehalt etwas zu kurz kam, ist natürlich bedauerlich

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PhaseOne hat vermutlich weite Teile des "normalen" Mittelformat- Marktes an Fuji und Hasselblad verloren, letztere vermutlich nicht wenige Kunden an Fujifilm Gfx. Also treten beide Hersteller (Phase und Habla) die  Flucht  nach vorne an und siedeln sich in dem hochpreisigen Segment an, weil dort die besten Margen locken. Irgendwo habe ich gelesen, dass das Haupt- Feld von PhaseOne inzwischen Industrie Kunden und solche Spezialanwendungen wie Kunst- Reproduktion sind. Denn praktisch kein Fotograf kauft sich heute noch eine Mittelformat Kamera Für 40.000€ Oder 50.000€
Wenn ich das richtig verstanden habe, dann wurde der Test von Mitarbeitern von Capture Integration durchgeführt, diesen Laden gibt es schon ewig, länger als die Nullerjahre. Inkompetenz beim Umgang mit Kameras eigentlich nicht zu erwarten.

Wie schon anderweitig hier gesagt, das muss normale Fotografen und selbst den normalen Profi nicht weiter tangieren. Vielleicht wurden auch Workflow- Fehler gemacht, who cares? Wer es nicht schafft, mit einer Gfx 100 XX saubere Reproduktionen von Kunstwerken zu machen, sollte das Problem vermutlich hinter der Kamera suchen.
PhaseOne ist vielleicht besser, v.a. mit dem größeren Sensorformat, aber die Preise sind außerhalb der Reichweite fast aller. 

Für Hasselblad gilt Ähnliches, ihre Ansätze sind gut, und auf die Color Science bin ich durchaus etwas neidisch, Aber auch eine X2D mit Objektiv- Setup ist mir halt deutlich zu teuer. Also auch nicht relevant.

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Ich habe während mehreren Woche in einem solchen Umfeld - sprich Reproduktion von Gemälden, Manuskripten etc. - gearbeitet. Da ist alles durchgetaktet. Ich habe den Bericht nicht zur Gänze durchgelesen. Aber wie schon @mjh bemerkt hat, kann ich diesen Test nicht ganz ernst nehmen. Die Fuji mit einer 80er Brennweite in der Repro; finde ich persönlich unlauter bei einem Test. Ich habe meine 100s immer mit dem 63er verwendet.

Aber zum Thema Reproduktion kann ich vielleicht etwas beitragen und euch den Prozess so einfach wie möglich Näher bringen, wie das z.Bsp. bei öffentlichen Institution gehandhabt wurde. Wenn nach Standard (hier FADGI 4) arbeitet oder nach ISO müssen die Kameras und zwar jede einzelne mit dem entsprechenden Objektiv kalibriert werden. Das Tool kostete damals schon rund 1800 Dollar. Wenn das gemacht ist, die Kamera auf dem Reprostand befestigt ist, wird die Kamera mit einem Laser genau zentriert. Nur schon eine minimale Abweichung und der ISO Standard ist futsch. Habe das zweimal erlebt. Heisst, Füsse still halten. Dann arbeitet man mit einer speziellen Version von CaptureOne. Die kostet $5000, kann ein paar Dinge mehr. Und jeden morgen muss ein Lenscal durchgeführt werden. Und in CaputreOne wurde es über die Objektivanpassung passend gemacht. Anschliessend LED Lichter einschalten, fünf Minuten warten bis die Helligkeit "richtig" ist. Dann wird das im Bericht gezeigte FADGI ISO Chart aufgenommen fotografiert und mittels einer weiteren Software, wird die Aufnahme analysiert und erst nach der Freigabe durch die Software, darfst du mit der Arbeit beginnen. Das ist ein ganz schöner Aufwand und ich habe mich oft gefragt, ob dies für Manuskripte oder Briefkopien ohne jeglichen künstlerischen Wert, wirklich nötig ist. Bei alten Gemälden oder Lithographien mag das gut sein. 

Und die Museen, grosse Archive etc. arbeiten mit diesen Systemen und P1 lässt sich das vergolden. Ich will dem Verfasser dieses Test nicht zu Nahe treten. Aber wer verkauft diese Systeme hauptsächlich? Und wenn jetzt Fuji kommt und an der Vormachtstellung rüttelt, muss man dagegenhalten. Das gesamte System, mit dem ich in der Institution gearbeitet habe - kostete 180'000 Schweizer Franken. 

Also ist der Bericht insofern sowas wie ein Gefälligkeitsschreiben. Und die Probleme, welche man mit den IQ3 hatte, verschweigen wir jetzt Mal. Aber die Systeme von PhaseOne sind natürlich aufeinander abgestimmt; das ist schon gut so. 

Ist jetzt trotzdem länger geworden als gedacht. Hoffe trotzdem, dass ich etwas zum Thema beitragen konnte.

Viele Grüsse aus der Schweiz

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vor 13 Minuten schrieb lookbook:

Dürften wir deine Erfahrungen auch anderweitig zitieren?

Das wäre aber eine sehr weitreichende Erlaubnis: "Wie Teilnehmer 'RVerygood' im deutschen Fujifilm-Anwenderforum schrieb, ist der Vergleichsbericht zur professionellen Reproduktion ein Gefälligkeitsschreiben." ;)

Nichts desto trotz ein interessanter Thread!

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... ich finde es immer lobenswert, wenn man füreinander einsteht @EchoKilo
Er ist ja auch erst seit ein paar Stunden angemeldet.
Aber ich hatte schon den Eindruck, dass @RVerygood auch für sich selbst sprechen kann!!
Wenn ihr aber ein und dieselbe Person seid, habe ich das auch verstanden - : )

Danke euch beiden  :) ...

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vor 2 Stunden schrieb lookbook:

Aber ich hatte schon den Eindruck, dass @RVerygood auch für sich selbst sprechen kann!!

vor 13 Stunden schrieb lookbook:

Dürften wir deine Erfahrungen auch anderweitig zitieren?

Finde den Fehler! ;)

Aber alles gut, @lookbook, wir müssen den Thread nicht zerreden. Ich fand nur Deine Anrede und Formulierung in ihrer Konsequenz sehr merkwürdig/bemerkenswert...

bearbeitet von EchoKilo
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vor 16 Stunden schrieb RVerygood:

Ich habe meine 100s immer mit dem 63er verwendet.

Kannst du das bitte erläutern? Sprichst du hier von professionellen Einsatz für Repro Oder allgemein Für das verwenden der GFX?

 

  

Am 15.8.2025 um 02:05 schrieb higgins:

ist die Bildqualität bei 1:1 Vergrößerung nicht besser als die  der 45 MP FX Sensoren in Nikon Z Kameras. Beides Sony-Sensoren mit ähnlichem Pixelpitch.

Verrechnet?  45 megapixel auf FX entsprechen circa 18 Megapixel auf APS-C und 76MP auf Mittelformat. Die Gfx 100 Serie hat dieselbe Pixeldichte wie die Sony 61MP FF Reihe.

 

bearbeitet von alba63
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Am 15.8.2025 um 11:53 schrieb mjh:

Damit verengt sich der Blick auf die Blende. Während von sechs verschiedenen Bodies die Rede war, gab es wohl nur ein einziges Objektiv, und wenn dessen Blende etwas gehakelt haben sollte, würde es die beobachtete Inkonsistenz erklären: Die Blende hätte sich dann nicht immer exakt auf den vorgegebenen Wert (f/11) geschlossen. Zum Vergleich müsste man nur mal dasselbe Motiv – eine Graukarte reicht – unter identischer Beleuchtung vom Stativ und mit manueller Belichtung im Multi-Shot-Modus fotografieren, um dann in der Bildbearbeitung die Helligkeit an der jeweils gleichen Stelle zu messen.

Jeder, der schon mal eine Zeitrafferaufnahme mit einer Fuji-X Kamera und XF- Objektiven gemacht hat, kennt ja das Problem mit der unterschiedlich schließenden (manuell eingestellten) Blende, was sich im Video dann als störendes Helligkeitsflackern bemerkbar macht. Gängigerweise kann man das durch die Wahl eines manuellen Objektives umgehen, da hier das Gehäuse keine Chance hat, die Blende (nicht reproduzierbar) zu verstellen. Ich extrapoliere mal, dass das GFX-System (mit dem ich keine Erfahrung habe) prinzipiell das gleiche Problem hat.

Enttäuschend an dem Bericht finde ich, dass die sich keinerlei Mühe gegeben haben, der Ursache der Beobachtung auf den Grund zu gehen, sei es durch Wechsel auf andere Objektive oder noch besser, durch Wahl des gleichen manuellen Objektivs für alle getesteten Gehäuse. So hat man jetzt nur eine Aussage über die verwendeten Kombinationen, gewinnt aber keine Erkenntnis, welchen Anteil das Gehäuse des entsprechenden Herstellers dazu beiträgt. Gleichzeitig tut man in dem Artikel so, als könne man nun pauschal über die Eignung der verwendeten Gehäuse für diesen speziellen Zweck urteilen.

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Mach dir keine Sorgen, @EchoKilo.
Es ist schon klar, dass der schriftliche Austausch seine eigenen Schwierigkeiten hat, vor allem, wenn man sich nicht persönlich kennt.
Man weiß nicht, wie der Gegenüber tickt, in welcher Situation er im Moment schreibt, bekommt keine Mimik mit, keine Stimmlage usw.
Es kommt zu Missverständnissen.

Wir sind hier als kleine Gruppe zwar sehr gut vorangekommen, konnten aber final nicht klären,
warum der Verfasser des Berichts diesen so angegangen ist, wie er es tat.
Ich will darüber auch nicht spekulieren.

Abschließend (für mich) möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken. 
Besonders bei dir für deinen Praxisbeitrag und bei @mjh für die tiefergehenden Infos zum GFX-System.

Euch Allen eine Gute Zeit
Uwe
 

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